Ausbildungsallianz bis 2029: Wirtschaft investiert 23 Milliarden Euro
05.06.2026 - 10:50:21 | boerse-global.de
Die Partner aus Politik und Wirtschaft wollen mehr junge Menschen zu einem qualifizierten Berufsabschluss führen und die duale Ausbildung stärken. Zeitgleich startete der jährliche „Sommer der Berufsausbildung“, um betriebliche Bildungswege sichtbarer zu machen.
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Fokus auf den Übergang von der Schule in den Beruf
Die erneuerte Vereinbarung legt einen Schwerpunkt auf die Phase vor dem Ausbildungsbeginn. Bundesministerin Bärbel Bas betonte am 3. Juni, dass die Partner den Übergang von der Schule in den Beruf künftig intensiver begleiten werden. Die Wirtschaft investiert jährlich rund 23 Milliarden Euro in die Ausbildung des Nachwuchses.
Regionen setzen auf konkrete Formate: Die Agentur für Arbeit Dessau-Roßlau lädt gemeinsam mit dem Jugend.Berufs.Zentrum heute zur „Nacht der Berufe“ ein. Mehr als 35 Unternehmen präsentieren dort Ausbildungsmöglichkeiten für Jugendliche, die noch eine Stelle suchen.
Positive Trends in den Bundesländern
In Hessen stieg die Zahl der Anfänger in der dualen Ausbildung im Schuljahr 2024/25 auf 34.210 Personen – ein Plus von 7,2 Prozent innerhalb von fünf Jahren. Allerdings liegt der Wert noch etwa vier Prozent unter dem Niveau von 2019/20. Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori sprach dennoch von einem positiven Trend.
Andere Bundesländer gehen eigene Wege:
- Mecklenburg-Vorpommern: Zum Schuljahr 2026/2027 startet der neue Bildungsgang „AVdual“ (Ausbildungsvorbereitung dual). Ziel ist es, die Quote der Schüler ohne direkten Berufseinstieg zu senken – sie lag zuletzt bei 18,6 Prozent.
- Nordrhein-Westfalen: Der Ausbildungskonsens NRW rief bereits im April zur Aktion „Ausbilden jetzt!“ auf. Der Grund: In NRW bildet derzeit nur jedes fünfte Unternehmen aus.
- Sachsen: Das Land stellt rund 63 Millionen Euro aus der ESF Plus-Richtlinie „Zukunft berufliche Bildung“ für neue Aus- und Weiterbildungsformate bereit.
Wirtschaftlichkeit und Prävention
Ein Ausbildungsabbruch kostet im Schnitt 6.478 Euro pro Person, so das Bundesinstitut für Berufsbildung. Deshalb gewinnt das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) an Bedeutung. Experten zufolge bringt jeder investierte Euro eine durchschnittliche Rendite von 2,70 Euro. Zertifizierte Maßnahmen in Stressmanagement, Ernährung oder Bewegung sind über Krankenkassen förderfähig.
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Auch Sprachkenntnisse entscheiden über den Ausbildungserfolg. Im Berufsschulunterricht in Rheinland-Pfalz wird das Sprachniveau B2 vorausgesetzt. Unternehmen sollten Förderbedarfe bereits vor Vertragsabschluss prüfen.
Finanzielle Unterstützung und Anreize
Auszubildende können verschiedene staatliche Hilfen nutzen: Berufsausbildungsbeihilfe (BAB), BAföG oder Kindergeld bis zum 25. Lebensjahr.
Private Stiftungen setzen zusätzliche Anreize. Die VerbundVolksbank OWL-Stiftung hat im Mai zum vierten Mal den mit 25.000 Euro dotierten Förderpreis „Duale Ausbildung“ ausgelobt. Die Bremer Werner-Stiftung fördert Engagement im Bildungsbereich – Bewerbungsschluss ist der 26. Juni.
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