Ausbildung, Notarfachangestellte

Ausbildung Notarfachangestellte: 7,2% Zuwachs in Hessen 2024/ 25

04.06.2026 - 21:07:33 | boerse-global.de

Deutsche Kanzleien und Notariate kämpfen mit Rekordbedarf an Fachkräften. Quereinsteiger und Digitalisierungsexperten sind gefragt.

Fachkräftemangel in Kanzleien: Notare und Rechtspfleger gesucht
Ausbildung - Diverse legal professionals and new hires working collaboratively in a modern German notary office, using digital tools. 04.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Vor allem Notarfachangestellte, Rechtspfleger und Quereinsteiger sind gefragt wie selten zuvor.

Hunderte offene Stellen bundesweit

Allein in Nordrhein-Westfalen waren Anfang Juni über 140 Positionen für Rechtspfleger und verwandte Verwaltungsberufe ausgeschrieben. In Hannover suchen Kanzleien wie Brinkmann.Weinkauf rund 79 Fachkräfte – sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit. Selbst in Bremen sind etwa 20 Stellen für Notarfachangestellte und spezialisierte Assistenten vakant, unter anderem bei Dr. Monnerjahn und Hirt sowie Blaum Dettmers Rabstein.

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Viele Kanzleien locken mit flexiblen Arbeitsmodellen: Hybridarbeit und Homeoffice-Optionen gehören längst zum Standard, um die Personallücke zu schließen.

Quereinstieg als strategische Lösung

Um den Fachkräftemangel zu bekämpfen, öffnen sich immer mehr Notariate für Quereinsteiger. Die Bandbreite reicht von akademischen Einstiegsprogrammen in Berlin – etwa bei Grischa Sebastian Franke – bis zu Stellen, die gezielt erfahrene Berufstätige über 50 in Kerpen ansprechen.

Selbst die Hamburgische Notarkammer sucht derzeit Personal für den Empfangsbereich. Das zeigt: Der Bedarf beschränkt sich längst nicht mehr auf juristische Kernaufgaben, sondern erfasst sämtliche Verwaltungsebenen.

Digitalisierung schafft neue Berufsprofile

Die zunehmende Digitalisierung der Notariatsverwaltung eröffnet neue Nischen. Eine Richtlinie der Bundesnotarkammer (BNotK) vom Februar 2026 hat den Rahmen für Cloud-Nutzung in Notariaten präzisiert. Demnach sind Cloud-Dienste für Hilfswerkzeuge unter bestimmten Auflagen erlaubt – etwa wöchentliche Datensynchronisation und strenge Konfiguration zum Schutz des Berufsgeheimnisses. Die digitale Speicherung von amtlichen Akten und Registern bleibt dagegen weiterhin eingeschränkt.

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Dieser Wandel treibt die Nachfrage nach technikaffinen Juristen in die Höhe. Unternehmen wie Wolters Kluwer suchen gezielt Rechts- oder Notarfachangestellte für spezialisierten Softwaresupport bei Plattformen wie AnNoText und Kleos. Die Schwerpunkte liegen auf Zwangsvollstreckung und RVG-Abrechnung. Die Arbeitgeber locken mit modernen Benefits: mobile Arbeit an mehreren Tagen pro Woche und 30 Urlaubstage sind keine Seltenheit mehr.

Ausbildung zeigt positive Signale

Die Zukunft der Branche steht und fällt mit dem Nachwuchs. In Hessen zeichnet sich eine Erholung ab: Im Schuljahr 2024/25 stieg die Zahl der Auszubildenden an Berufsschulen um 7,2 Prozent im Fünfjahresvergleich. Zwar liegt das Niveau noch knapp unter den Werten von 2019/20, doch regionale Verantwortliche sprechen von einem klaren Aufwärtstrend in der dualen Ausbildung.

Besonders der Hochtaunuskreis verzeichnet starke Zuwächse. Angesichts des anhaltenden Personalbedarfs in Verwaltung und Justiz gelten diese Ausbildungszahlen als entscheidender Gradmesser für die langfristige Stabilität des Notariats- und Rechtsverwaltungswesens.

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