Ausbildung, Bremen

Ausbildung: Bremen fordert faire Vergütung bei öffentlichen Aufträgen

Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 12:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der SPD-Unterbezirk Bremen verlangt neue Vergabestandards für Ausbildungsentgelte und eine regelmäßige Anpassung der gesetzlichen Mindestsätze.

SPD Bremen fordert faire Ausbildungsvergütung bei öffentlichen Aufträgen
Ein aufgeräumter Werkstattbereich mit professionellem Werkzeug auf einer Werkbank bei natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Der SPD-Unterbezirk Stadt Bremen hat sich am vergangenen Wochenende für eine Verschärfung der Regeln bei der Vergabe öffentlicher Aufträge ausgesprochen. In einem am 30. und 31.08.2026 gefassten Beschluss fordert die Organisation verbindliche Vorgaben für faire Ausbildungsvergütungen im direkten Einflussbereich des Senats. Als Vorbild für diese Neuregelung dient das bereits bestehende Bremische Tariftreue- und Vergabegesetz.

Einführung eines Bremer Standards für Ausbildung

Die Bremer Sozialdemokraten streben die Entwicklung eines sogenannten „Bremer Standards für Gute Ausbildung“ an. Ein zentrales Element dieses Vorhabens ist die stärkere Berücksichtigung tariforientierter Ausbildungsvergütungen als Vergabekriterium für öffentliche Aufträge.

Bereits am 29.08.2026 wurde in entsprechenden Anträgen betont, dass Unternehmen, die sich um staatliche Aufträge bewerben, künftig nachweisen müssten, dass sie ihre Auszubildenden nach fairen, an Tarifverträgen orientierten Maßstäben entlohnen.

Ziel dieser Initiative ist es, die Qualität der beruflichen Bildung im Land Bremen zu sichern und die Attraktivität der Ausbildung gegenüber akademischen Laufbahnen zu stärken. Durch die Kopplung der Vergütung an die Vergabepraxis soll ein fairer Wettbewerb gefördert werden, bei dem Unternehmen mit hohen Ausbildungsstandards nicht durch Billigkonkurrenz benachteiligt werden.

Bundesweite Anpassung der Mindestvergütung gefordert

Über die regionalen Vergabekriterien hinaus sieht der SPD-Unterbezirk Handlungsbedarf auf nationaler Ebene. Der Senat wurde durch den Beschluss vom 29.08.2026 aufgefordert, über den Bundesrat eine Initiative zur Anpassung der gesetzlichen Mindestausbildungsvergütung zu starten.

Die Forderung sieht vor, diese Mindestsätze regelmäßig und systematisch an die allgemeine Lohn- und Preisentwicklung in Deutschland anzupassen, um einen Kaufkraftverlust für Auszubildende zu verhindern.

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Wirtschaftlicher Kontext und Lohnentwicklung in Bremen

Die Forderungen stützen sich auf aktuelle Daten zur wirtschaftlichen Lage der Arbeitnehmer im Bundesland. Der SPD-Unterbezirk verwies in seinen Beratungen am 29.08.2026 auf signifikante Steigerungen bei den Bruttostundenverdiensten. Insbesondere bei Geringverdienenden in Bremen gab es in den Jahren 2022 bis 2023 einen Zuwachs von 13,6 %.

Diese Entwicklung setzte sich auch im darauffolgenden Jahr fort. Den vorliegenden Daten zufolge stiegen die Löhne im untersten Fünftel der Einkommensskala im Jahr 2024 um 7,7 %. Im Vergleich dazu verzeichnete das oberste Fünftel im gleichen Zeitraum ein Plus von 4,8 %.

Angesichts dieser Zuwächse in den unteren Lohngruppen müsse auch die Vergütung für Auszubildende schrittweise angepasst werden, um den Anschluss an die allgemeine Lohnentwicklung nicht zu verlieren.

Anerkennung bestehender Senatsprogramme

Trotz der neuen Forderungen nach strengeren Regeln würdigte der SPD-Unterbezirk die bisherigen Maßnahmen des Bremer Senats zur Unterstützung junger Fachkräfte. Ausdrücklich begrüßt wurden Instrumente wie der Ausbildungsunterstützungsfonds und die Ausbildungsgarantie. Auch der Bau und Betrieb von Azubi-Wohnheimen wurde als wichtiger Beitrag zur sozialen Absicherung hervorgehoben.

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Zusätzlich verwiesen die Delegierten auf ein Investitionsprogramm in Höhe von 4 Millionen Euro. Dieses Paket umfasst Maßnahmen zur verbesserten Berufsorientierung, Sprachförderung sowie gezielte Programme zur Vorbereitung auf Abschlussprüfungen, um die Erfolgsquoten in der beruflichen Bildung zu erhöhen.

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