Aufzugsicherheit, EU-Verordnung

Aufzugsicherheit: EU-Verordnung schärft Cybersecurity-Anforderungen ab Januar

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 21:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de

KONE sichert sich Großauftrag der SBB und steigert Marktanteil. Der Gewinn des Konzerns sinkt trotz Umsatzplus im zweiten Quartal.

KONE übernimmt Wartung von 700 SBB-Aufzügen und Rolltreppen
Modernes digitales Wartungspanel in einem Aufzug an einem belebten Bahnhof mit Fokus auf Technik und Sicherheit. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der finnische Aufzugskonzern übernimmt die Wartung von 700 Aufzügen und Rolltreppen der Schweizerischen Bundesbahnen. Das Auftragsvolumen liegt bei jährlich 2,3 Millionen Franken.

Digitalisierung als Schlüssel

KONE steigert seinen Anteil am SBB-Bestand von 30 auf rund 60 Prozent. Besonders knifflig: Zwei Drittel der Anlagen sind Fremdprodukte, 250 gelten als systemkritisch für den Bahnbetrieb. Der Dienstleister setzt auf eine vernetzte Echtzeit-Überwachung rund um die Uhr. Alexander Vitt, Geschäftsführer von KONE DACH, betont die Bedeutung der digitalen Vernetzung für das weitere Wachstum.

Milliarden-Fusion erschüttert Branche

Die Übernahme von TK Elevator für 29,4 Milliarden Euro schafft einen neuen Branchenprimus. Der geschätzte Marktanteil: 30 Prozent, der Gesamtumsatz: rund 20,5 Milliarden Euro. Schindler-Chef Paolo Compagna kritisierte den Deal scharf und kündigte rechtliche Schritte an.

Die aktuellen Geschäftszahlen von KONE zeigen ein gemischtes Bild. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal 2026 um 3,1 Prozent auf 2,94 Milliarden Euro, der Auftragseingang legte um über 10 Prozent zu. Der Gewinn sank jedoch um 13,3 Prozent auf 240,2 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr rechnet KONE mit einem Umsatzplus zwischen 3 und 6 Prozent.

Neue Sicherheitsstandards gefordert

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Neben den wirtschaftlichen Umwälzungen kommen neue regulatorische Anforderungen auf die Branche zu. Im Juni 2026 veröffentlichte der VDI die aktualisierte Richtlinie 2263 Blatt 8. Sie konkretisiert den Brand- und Explosionsschutz für Elevatoren, die brennbare Stäube fördern.

Noch weitreichender ist die EU-Maschinenverordnung (EU) 2023/1230. Sie tritt am 20. Januar 2027 in Kraft und definiert neue Schutzziele bei Cybersecurity und Künstlicher Intelligenz. TÜV-SÜD-Experten warnen: Der Schutz vor unbefugter Manipulation von Steuerungssystemen wird künftig zur Pflicht. Das Problem: Relevante Normen wie die prEN 50742 sind noch in Arbeit.

Lokale Probleme als Mahnung

Die Dringlichkeit funktionierender Wartungsstrategien zeigt sich am Bahnhof Coesfeld. Dort sind Aufzüge gesperrt, weil die Anlagen bis Jahresende ausgetauscht werden müssen. Fahrgastverbände kritisieren die eingeschränkte Barrierefreiheit. Der Fall verdeutlicht: Während Betreiber alternde Infrastrukturen modernisieren müssen, steigen gleichzeitig die Anforderungen an Risikobewertung und IT-Sicherheit.

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