Auftragsmangel, Chemie

Auftragsmangel in der Chemie: 40 Prozent der Unternehmen sehen ein gravierendes Hemmnis

Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 16:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der VCI meldet positivere Geschäftserwartungen, sieht aber schwache Aufträge und strukturelle Belastungen als Hindernisse.

Deutsche Chemieindustrie: Stimmung besser, Erholung bleibt fragil
Weitläufige Industrieanlage der chemischen Produktion mit Stahltanks und Rohrleitungen bei Tagesanbruch. Illustration mit AI erstellt.

Die Stimmung in der deutschen Chemieindustrie hellt sich weiter auf. Wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI) in seinem Konjunkturbericht mitteilt, bewertet die Branche ihre aktuelle Geschäftslage im September 2026 zum zweiten Mal in Folge mehrheitlich positiv. Zugleich liegen auch die Geschäftserwartungen der Unternehmen erstmals seit über einem Jahr wieder im Plus. Die Betriebe stellen sich zudem auf eine Belebung des Exportgeschäfts ein.

Erholung auf fragilem Fundament

Trotz der verbesserten Stimmung stuft der Verband die jüngste Erholung als fragil ein. Ein eigenständiger, nachhaltiger Aufschwung sei bislang nicht erreicht. Gestützt werde die Belebung vor allem durch staatliche Investitionen in die Bereiche Infrastruktur und Verteidigung. Die privaten Investitionen und die Nachfrage aus der Industrie stabilisieren sich nach Angaben des VCI hingegen lediglich auf einem niedrigen Niveau.

Hinzu kommt eine anhaltende Schwäche bei den Neubestellungen. Die Auftragseingänge aus dem In- und Ausland gingen bereits im Sommer 2026 zurück. Für viele Betriebe entwickelt sich die Auftragslage zu einem zentralen Problem: Rund 40 Prozent der deutschen Chemieunternehmen nennen den Auftragsmangel als gravierendes Hemmnis für ihre Geschäfte.

Auslaufende Sondereffekte belasten Produktion

Zuletzt verloren auch Produktion und Umsatz im Sektor spürbar an Schwung. Ursächlich hierfür ist unter anderem das Auslaufen temporärer Sonderimpulse, die im Zusammenhang mit dem Irankrieg gestanden hatten. Zuvor hatten ein verstärkter Lageraufbau, Vorsichtsbestellungen der Kundschaft sowie Produktionsausfälle asiatischer Wettbewerber für kurzzeitige Zuwächse gesorgt. Diese stützenden Effekte fallen nun weg.

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Rund 40 Prozent der deutschen Chemieunternehmen nennen den Auftragsmangel inzwischen als gravierendes Hemmnis — und die Erholung stützt sich laut Branchenverband vor allem auf staatliche Investitionen, nicht auf eine eigene Nachfragebelebung. Wer jetzt Kosten senkt und Exportkanäle breiter aufstellt, geht mit Vorsprung in die nächste Orderwelle. Kosten- und Export-Checkliste jetzt anfordern

Neben den konjunkturellen Herausforderungen verweist der Branchenverband auf erhebliche strukturelle Belastungen für den Standort Deutschland. Insbesondere hohe Kosten sowie die Belastungen durch Bürokratie und Regulierung dämpfen die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.

Verband fordert Abbau von Wachstumsbremsen

In einer in Frankfurt am Main veröffentlichten Stellungnahme zum Konjunkturbericht mahnte VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup politische Schritte an. Die jüngste Erholung bleibe fragil und Zuversicht allein reiche nicht aus. Die Politik müsse die bestehenden Wachstumsbremsen, zu denen er insbesondere hohe Kosten und eine lähmende Bürokratie zählte, endlich lösen.

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Hohe Kosten und eine lähmende Bürokratie gelten laut Branchenverband als die zentralen Wachstumsbremsen am Chemiestandort Deutschland — während private Investitionen und Industrienachfrage nur auf niedrigem Niveau stabil bleiben. Dieser Report zeigt, welche Verwaltungs- und Prozesskosten Chemie-KMU zuerst angehen sollten. Bürokratie-Abbau-Fahrplan jetzt sichern

Die chemisch-pharmazeutische Industrie zählt zu den wichtigsten Industriezweigen der Bundesrepublik. Den Angaben des Verbands zufolge erwirtschaftete die Branche im Jahr 2025 einen Gesamtumsatz von 230 Milliarden Euro und beschäftigte hierzulande rund 545.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

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