Audi verzeichnet erneuten Umsatzrückgang im ersten Quartal 2026
05.05.2026 - 13:34:42 | boerse-global.deIm ersten Quartal 2026 sank der Umsatz auf 14,2 Milliarden Euro – ein Minus von 1,2 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Vorsteuergewinn fiel auf 763 Millionen Euro, ein Rückgang um 39 Millionen Euro. Besonders der chinesische Markt bereitet Sorgen: Dort brachen die Verkaufszahlen um zwölf Prozent ein.
Die operative Marge lag bei lediglich 4,2 Prozent. Ein Wert, der den anhaltenden Druck auf die Premium-Tochter des Volkswagen-Konzerns verdeutlicht. Finanzvorstand Jürgen Rittersberger sprach von einem schwierigen Umfeld, das von geopolitischen Spannungen und Marktverschiebungen geprägt sei.
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Zollbelastungen und das schwierige Jahr 2025
Das Jahr 2025 hatte bereits tiefe Spuren hinterlassen. Der operative Gewinn sank um 14 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro – ein deutlicher Rückgang gegenüber den 6,3 Milliarden Euro aus dem Jahr 2023. Die operative Marge für das Gesamtjahr lag bei 5,1 Prozent.
Hauptverantwortlich für den Gewinneinbruch waren Importzölle, die Audi 2025 mit rund 1,2 Milliarden Euro belasteten. Das Unternehmen produziert bislang nicht in den USA und ist daher auf Importe aus Europa und Mexiko angewiesen. Sollten die USA die Zölle auf europäische Fahrzeuge weiter erhöhen, droht zusätzlicher Gegenwind. Rittersberger betonte, dass Wettbewerbsfähigkeit ohne politische Unterstützung oder eine eigene Fertigung vor Ort schwer zu halten sei.
China-Strategie: Neue Marke ohne die vier Ringe
Um den Absatzrückgang im wichtigsten Markt zu stoppen, setzt Audi auf eine eigenständige Regionalstrategie. Dazu gehört eine neue „Schwestermarke“, die bei bestimmten Modellen auf die traditionellen vier Ringe verzichtet. Eines der ersten Fahrzeuge ist der vollelektrische E5 Sportback, entwickelt gemeinsam mit dem chinesischen Staatskonzern SAIC.
Doch die ersten Verkaufszahlen des China-Modells blieben in den ersten zwei Monaten hinter den Erwartungen zurück. Ein ernüchternder Start für ein Projekt, das Audi langfristig neue Kunden in der Volksrepublik erschließen soll.
Nordamerika: Großes SUV als Hoffnungsträger
In Nordamerika setzt der Hersteller auf das margenstarke Verbrenner-Segment. Der Q9, ein großes SUV aus der Produktion in Bratislava, soll im Sommer in den USA auf den Markt kommen. Ziel ist es, die Nachfrage nach Premium-Geländewagen zu nutzen. Parallel prüft Audi gemeinsam mit dem VW-Konzern weiterhin Optionen für eine eigene Fertigungsstätte in den USA.
Interner Umbau und Sparkurs
Neben den externen Herausforderungen treibt Audi eine umfassende interne Restrukturierung voran. Das „Performance-Programm 14“ sieht Einsparungen von einer Milliarde Euro jährlich vor. Dazu gehören schmerzhafte Einschnitte: Die Produktion am Standort Brüssel wurde eingestellt, und bis 2029 sollen bis zu 7.500 Stellen in Verwaltung und Entwicklung in Deutschland wegfallen.
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Gleichzeitig macht die Elektrifizierung Fortschritte. Die Auslieferungen vollelektrischer Fahrzeuge stiegen 2025 um 36 Prozent auf 223.000 Einheiten. Modelle wie der Q6 e-tron und der A6 e-tron verzeichneten starke Nachfrage. Der BEV-Anteil an den Gesamtauslieferungen liegt nun bei 13,6 Prozent.
Zwischen Investition und Rendite
Audi fährt eine Zweigleisstrategie: Hohe Investitionen in neue Elektroplattformen bei gleichzeitigem Erhalt der Verbrenner- und Hybridpalette. Die Investitionsquote lag 2025 bei 11,5 Prozent des Umsatzes – ein Zeichen für disziplinierte, aber immense Ausgaben für Forschung und Entwicklung.
Der operative Return on Sales bleibt jedoch weit unter den strategischen Zielen. Langfristig strebt Audi wieder zweistellige Margen an – ein ambitioniertes Ziel, das vom Erfolg der aktuellen Modelloffensive und einer Stabilisierung der globalen Handelsbedingungen abhängt.
Ausblick 2026: Vorsichtiger Optimismus
Für das laufende Geschäftsjahr peilt Audi eine operative Marge zwischen sechs und acht Prozent an. Diese Prognose setzt eine relative Stabilisierung der geopolitischen Lage und keine weiteren Eskalationen bei Handelsbarrieren voraus. Geplant sind Auslieferungen zwischen 1,65 und 1,75 Millionen Fahrzeugen bei einem Umsatz von 63 bis 68 Milliarden Euro.
CEO Gernot Döllner bezeichnet die aktuelle Phase als strategische Neuausrichtung. Ziel sei es, das Unternehmen agiler zu machen und stärker auf regionale Bedürfnisse auszurichten. Die in den schwierigen Jahren 2024 und 2025 gelegten Grundlagen – effizientere Strukturen und eine fokussierte Produktagenda – seien entscheidend für die künftige Wettbewerbsfähigkeit. Weitere Modellvorstellungen sind für 2026 geplant. Der Fokus bleibt: Stabilisierung in China und Abmilderung der Zollrisiken.
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