Audi-Quartalszahlen, Gernot Döllner

Audi erzielt im dritten Quartal nur 95 Millionen Euro Gewinn

Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 09:05 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der Gewinn der VW-Tochter bricht im dritten Quartal um 87 Prozent ein. Audi senkt die Jahresprognose, während der Vorstandschef wegen seines gemeinsamen Auftritts mit Donald Trump unter Druck steht.

Audis Pläne für Georgia und Neckarsulm

  • Audi erzielte im dritten Quartal 95 Millionen Euro Gewinn nach Steuern.
  • Der Teilkonzern rechnet nach neun Monaten mit 1,22 Milliarden Euro Gewinn und 42 Milliarden Euro Umsatz.
  • Am Freitag soll der Aufsichtsrat in einer außerplanmäßigen Sitzung über Döllners Auftritt und die US-Pläne beraten.
  • Finanzchef Jürgen Rittersberger erwartet im laufenden vierten Quartal wieder bessere Zahlen. (Archivbild) - Bild: Daniel Karmann/dpa
  • Die Geschäfte bei Audi laufen nicht gut. (Archivbild) - Bild: Daniel Karmann/dpa
  • Audi kämpft mit den Folgen einbrechender Absätze in China und den USA - Unternehmenschef Gernot Döllner mit den Folgen eines gemeinsamen Auftritts mit Donald Trump. (Archivbild) - Bild: Mark Schiefelbein/AP/dpa
Finanzchef Jürgen Rittersberger erwartet im laufenden vierten Quartal wieder bessere Zahlen. (Archivbild) - Bild: Daniel Karmann/dpa Die Geschäfte bei Audi laufen nicht gut. (Archivbild) - Bild: Daniel Karmann/dpa Audi kämpft mit den Folgen einbrechender Absätze in China und den USA - Unternehmenschef Gernot Döllner mit den Folgen eines gemeinsamen Auftritts mit Donald Trump. (Archivbild) - Bild: Mark Schiefelbein/AP/dpa

Audi meldet Gewinneinbruch im dritten Quartal

Der Autobauer Audi hat im dritten Quartal nur knapp die roten Zahlen vermieden. Nach Steuern verdiente die VW-Tochter 95 Millionen Euro und damit 87 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

China und Kosten belasten das Geschäft

Nach neun Monaten stehen 1,22 Milliarden Euro Gewinn und 42 Milliarden Euro Umsatz zu Buche. Beide Werte liegen deutlich unter dem Vorjahresniveau; wegen des schwachen dritten Quartals senkte Audi zudem seine Prognose für das Gesamtjahr.

Finanzchef Jürgen Rittersberger erwartet für das vierte Quartal wieder bessere Zahlen. Audi begründet die Belastungen vor allem mit dem Markteinbruch in China, der wachsenden Konkurrenz und dem zunehmenden Exportdruck chinesischer Hersteller auf den europäischen Markt.

Sparpläne treffen deutsche Standorte

Zusätzlichen Druck erzeugen die Unsicherheiten im Nahen Osten, höhere Energiekosten und US-Zölle. Audi besitzt kein eigenes Werk in den USA und befindet sich bei wichtigen Modellen in einer Übergangsphase.

Die Zukunftsvereinbarung aus dem vergangenen Jahr sieht bereits den Abbau Tausender Arbeitsplätze in Deutschland vor. Über weitere Einsparungen wird verhandelt; dabei steht auch die Zukunft des Werks in Neckarsulm im Raum.

Aufsichtsrat befasst sich mit Döllner

Anfang Oktober zog Audi die sogenannte Schlechtwetterklausel aus einer Vereinbarung von 2019. Sie verpflichtet Geschäftsführung und Betriebsrat zu Verhandlungen, wenn sich wichtige wirtschaftliche Rahmenbedingungen deutlich verschlechtern.

Unternehmenschef Gernot Döllner steht außerdem wegen eines Auftritts mit US-Präsident Donald Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung in Georgia in der Kritik. Dort war der geplante Bau eines Audi-Werks im US-Bundesstaat öffentlich vorgestellt worden.

US-Werk soll Audi strategisch stärken

Döllner verteidigte den Auftritt als Beitrag im Interesse des Unternehmens. Er erklärte, Audi sei gebeten worden, die Pläne gemeinsam mit dem Präsidenten öffentlich vorzustellen, und habe eine solche Einladung aus Respekt vor dem Amt nicht abgelehnt.

Zu den genauen Bedingungen des geplanten Werks äußerte sich Rittersberger nicht. Die Entscheidung für Georgia begründete er mit Infrastruktur, verfügbaren Arbeitskräften und der Förderkulisse.

Der Aufsichtsrat kommt am Freitag zu einer außerplanmäßigen Sitzung zusammen. Dabei dürften sowohl die Investitionsbedingungen für Georgia als auch die Kritik am Auftritt des Konzernchefs eine Rolle spielen.

Audis Quartalszahlen zeigen die Zuspitzung einer strukturellen Krise im deutschen Automobilbau. Der Rückgang in China trifft die Marke besonders stark, weil dort Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor unter Druck stehen und chinesische Hersteller zugleich bei Elektroautos und im Preiswettbewerb an Boden gewonnen haben.

Zusätzliche Belastungen entstehen durch US-Zölle, höhere Energiekosten und den fehlenden eigenen Produktionsstandort in den Vereinigten Staaten. Ein Werk in Georgia könnte langfristig die lokale Fertigung stärken und Zolldruck mindern. Kurzfristig erhöht die geplante Investition jedoch den Finanzierungs- und Entscheidungsdruck, während Audi parallel Kosten senken und die Modellpalette erneuern muss.

Standorte und Beschäftigung

Für Beschäftigte in Deutschland ist die Entwicklung besonders relevant. Die bereits vereinbarte Reduzierung von Arbeitsplätzen und die Verhandlungen über weitere Einsparungen treffen auf die Debatte über die Zukunft des Werks Neckarsulm. Die sogenannte Schlechtwetterklausel verpflichtet Audi und Betriebsrat zu Gesprächen, wenn sich wirtschaftliche Rahmenbedingungen deutlich verschlechtern.

Der Auftritt von Gernot Döllner mit Donald Trump verbindet die wirtschaftliche Standortfrage mit einer politischen Kontroverse. Das geplante US-Werk kann strategisch begründet werden, doch die öffentliche Präsentation vor den Zwischenwahlen belastet die interne und externe Kommunikation. Die außerplanmäßige Aufsichtsratssitzung dürfte deshalb sowohl die Investitionsbedingungen als auch Döllners Vorgehen behandeln.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

FOCUS online: „Döllner bei Trump: Sondersitzung des Audi-Aufsichtsrates“ (29.10.2026)

Der Beitrag berichtet über die geplante Sondersitzung des Audi-Aufsichtsrats und nennt die angekündigte Investition von 4,2 Milliarden Dollar sowie 4500 mögliche Arbeitsplätze in Georgia. Der Schwerpunkt liegt auf dem politischen Streit um Döllners Auftritt, während die Quartalszahlen nicht im Mittelpunkt stehen.

SWR Aktuell: „Nach Auftritt bei Trump-Wahlveranstaltung: Audi mit Imageschaden?“ (28.10.2026)

Der SWR-Beitrag ordnet die Reaktionen auf Döllners Auftritt ein und beschreibt Kritik aus Belegschaft, Handel und Bevölkerung. Anders als die dpa-Meldung setzt er den Schwerpunkt auf den möglichen Imageschaden und die Bedeutung des geplanten US-Werks für deutsche Standorte.

Beide Beiträge stellen die Aufsichtsratssitzung und die Kritik am Trump-Auftritt heraus. Offen bleiben insbesondere die endgültigen Bedingungen der US-Investition und ihre Folgen für die deutschen Werke.

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