Audi, IG-Metall-Vertrauensleute

Audi: 700 IG-Metall-Vertrauensleute fordern Schutz für Jobs und Einkommen

Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 11:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Rund 700 IG-Metall-Vertrauensleute bekräftigen ihre Forderungen; ein internes Verleihprogramm sichert Teilnehmenden Gehalt und Zulage.
Weite, menschenleere Industriehalle einer modernen Produktionsstätte mit metallischer Architektur und klaren Linien. Illustration mit AI erstellt.

Inmitten anhaltender Debatten über Sparprogramme und die Transformation der Automobilindustrie formiert sich bei Audi der gewerkschaftliche Widerstand. Rund 700 Vertrauensleute bekräftigten auf einer Vertrauensleutevollversammlung der IG Metall bei dem Ingolstädter Autobauer einen geschlossenen Schulterschluss für Beschäftigung, Standortsicherung und Einkommen.

Geschlossene Reihen auf der Vertrauensleutevollversammlung

Auf der Versammlung formulierten Führungskräfte der Arbeitnehmerseite deutliche Erwartungen an den Vorstand. Christiane Benner, die Erste Vorsitzende der IG Metall, mahnte eine klare Zukunftsstrategie für das Unternehmen an.

Karola Frank, Vorsitzende der IG Metall bei Audi, verlangte Investitionen statt weiterer Kürzungsprogramme. Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Jörg Schlagbauer unterstrich in diesem Kontext, dass die vereinbarte Beschäftigungssicherung bis Ende 2033 weiterhin Bestand habe.

Gleichzeitig bezog die Gewerkschaft Position zur Vergütung: Carlos Gil von der IG Metall Ingolstadt bezeichnete eine Forderung nach 5 Prozent mehr Entgelt mit Blick auf die allgemeine Preisentwicklung als moderat und wirtschaftlich verantwortbar.

Für die anstehenden Tarifverhandlungen plant die IG Metall laut einem Bericht vom 18. Oktober 2026, den Beschäftigungsschutz, eine inflationsgekoppelte Vergütung sowie gezielte Übergangshilfen für jene Mitarbeiter zu priorisieren, die von der Elektrifizierung des Automobilsektors betroffen sind.

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Flexibilität durch internes Verleihprogramm

Neben den tariflichen Auseinandersetzungen greifen bereits innerbetriebliche Anpassungsmaßnahmen. In Ingolstadt richtet sich ein spezielles Verleihprogramm an Ingenieure, Qualitätssicherer, Projektmanager sowie Beschäftigte in technischen Entwicklungswerkstätten.

Wie am 18. Oktober 2026 berichtet wurde, bleibt das Gehalt der Teilnehmer tarifvertraglich gesichert und wird durch eine außerordentliche Zulage ergänzt. Die Initiative stößt auf breite Zustimmung: Sowohl die IG Metall als auch bayerische Wirtschaftsstellen unterstützen das Programm.

Die Nachfrage nach einer Teilnahme übersteigt derzeit die Zahl der verfügbaren Stellen, weshalb für Ende Oktober ein internes Informationstreffen angesetzt ist.

Sparvorgaben und Werksperspektiven im Volkswagen-Konzern

Die gewerkschaftlichen Forderungen treffen auf ein komplexes wirtschaftliches Umfeld. Nach Berichten von Mitte Oktober 2026 stehen unterschiedliche Zahlen über den Personalabbau im Raum: Während Quellen von einem Abbau von bis zu 7.500 Stellen bis 2029 vorwiegend in Verwaltung und Entwicklung ausgehen, meldete eine weitere Quelle die Ankündigung eines Abbaus von 9.500 Stellen über fünf Jahre, wobei die Stammbelegschaft bis 2029 gesichert sei.

Audi-Chef Gernot Döllner aktivierte am 8. Oktober 2026 die sogenannte Schlechtwetterklausel. Laut einem Medienbericht will Döllner die Auswirkungen übergeordneter VW-Sparpläne, die unter Konzernchef Oliver Blume Kapazitätsreduzierungen bis hin zu Werksschließungen umfassen, für Audi minimieren und sucht dafür Verbündete für einen möglichen Abwehrkampf. Konkrete Zahlen zu Renditevorgaben oder Einsparvolumina wurden dabei nicht genannt.

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Gleichzeitig stehen operative Veränderungen an den Standorten bevor. Im Werk Neckarsulm mit mehr als 15.000 Mitarbeitenden, für die eine Beschäftigungssicherung bis zum 31. Dezember 2033 gilt, muss bis Mitte 2027 ein Konzept zur Kostenreduzierung vorliegen.

Neben der Prüfung einer Senkung der vorgesehenen Jahreskapazität von 225.000 auf 150.000 Fahrzeuge läuft die Fertigung der bisherigen A8-Generation dort im Laufe des Jahres 2026 schrittweise aus; bereits zu Beginn des Jahres 2026 gilt ein Bestellstopp für Konfigurationen.

Für die Zukunft verhandeln Audi und Porsche über eine gemeinsame Fertigung der nächsten A8-Generation ab 2030 im Werk Leipzig an der Seite des Porsche Panamera. Porsche bestätigte die Gespräche, eine finale Entscheidung steht jedoch noch aus.

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