Asbest, Rottweil

Asbest in Rottweil: Werkstätten frei, andere Bereiche bleiben gesperrt

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 01:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Messungen zeigen keine zusätzlichen Auffälligkeiten; weitere Gebäudeteile könnten kommende Woche freigegeben werden, der Zeitpunkt bleibt offen.

Asbestfunde in Rottweil: Werkstätten wieder freigegeben, weitere Bereiche gesperrt
Leerer, minimalistischer Schulflur mit Sichtbeton und großen Fenstern bei natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Das Landratsamt Rottweil und die zuständigen Behörden haben über die aktuelle Lage bezüglich der Asbestfunde am Berufsschulzentrum Rottweil informiert. Ein beauftragtes Ingenieurbüro hat die Werkstätten des Komplexes wieder freigegeben, während andere Teilbereiche weiterhin gesperrt bleiben.

Wie aus Berichten vom 1. Oktober 2026 hervorgeht, wurden keine neuen auffälligen Messwerte festgestellt. Um die Situation weiter abzusichern, wurden rund 80 zusätzliche Messungen beauftragt, bei denen insbesondere Übergangsbereiche im Rundbau untersucht werden.

Schrittweise Freigaben und Perspektiven für den Unterricht

Das Landratsamt Rottweil strebt im Laufe der kommenden Woche weitere Freigaben an. Zu welchem Zeitpunkt und in welchem Umfang eine vollständige Rückkehr zum Präsenzunterricht realisiert werden kann, ist derzeit noch offen.

Eine Gefährdung für die Schulgemeinschaft schloss das Gesundheitsamt Rottweil weitgehend aus: Dessen Leiter Heinz-Joachim Adam teilte laut Berichten vom 30. September 2026 mit, dass nach bisheriger Bewertung realistisch keine Gefahr für Schüler und Lehrkräfte bestanden habe.

Bereits Ende Juli 2026 war Asbest im Zuge der Öffnung der Tiefgaragendecke entdeckt worden. Seit Mitte September 2026 beschäftigen die erhöhten Messwerte das Zentrum, das sowohl die Nell-Breuning-Schule als auch die Erich-Hauser-Gewerbeschule umfasst.

Nachdem zunächst einzelne Bereiche gesperrt worden waren, folgte später die vorübergehende Schließung des gesamten Komplexes. Seit Beginn des Schuljahres steht das Zentrum weitgehend leer, da die betroffenen Zonen vorsorglich gesperrt bleiben.

Messergebnisse und räumliche Belastungsschwerpunkte

Eine Raumluftmessung am 11. September 2026 verdeutlichte die räumliche Verteilung der Fasern: Auffälligkeiten zeigten sich schwerpunktmäßig in den Toilettenbereichen sowie auf der Ebene 1 im ältesten Gebäudeteil, dem Bauabschnitt 1. Die untersuchten Klassenräume erwiesen sich demgegenüber als unauffällig.

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Im Bauabschnitt 1 lagen von 47 Messpunkten 30 bei höchstens 500 Fasern/m³, sechs Messpunkte lagen bei 500 bis 1.000 und elf Punkte bei über 1.000 Fasern/m³.

In weiten Teilen des Gebäudes lagen die Messungen unter 100 Fasern/m³ beziehungsweise unter dem Sanierungszielwert von 500 Fasern/m³. Bisher wurden im Auftrag des Landkreises Rottweil rund 60 Messungen vorgenommen, rund 100 weitere sind vorgesehen, während die Untersuchungen anhalten.

Ausweichlösungen und geplante Sanierung

Die Schließung betrifft rund 3.000 Schülerinnen und Schüler, die überwiegend auf Fernunterricht und in Teilen auf Ausweichstandorte ausweichen müssen. Solche Ersatzräumlichkeiten werden unter anderem für Prüfungsklassen bereitgestellt.

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Um das Gemeinschaftsgefühl aufrechtzuerhalten, wichen Lerngruppen teilweise ins Freie aus: An der Erich-Hauser-Gewerbeschule frühstückten die beiden neuen AV-Dual-Klassen am Montag, den 28. September 2026, gemeinsam mit Lehrkräften und Schulsozialarbeiterinnen auf dem Pausenhof und unternahmen im Anschluss einen Ausflug zur 606 Meter langen und rund 60 Meter hohen Neckarline-Hängebrücke.

Laut Angaben des Schulleiters könnten Teile der Einrichtung in absehbarer Zeit wieder für den regulären Betrieb öffnen, während die vollständige Wiedereröffnung längere Zeit in Anspruch nehmen könnte. Die eigentliche Sanierung des Berufsschulzentrums ist nach Planungen des Landkreises für die Sommerferien 2027 vorgesehen.

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