ARD-Streik, Beschäftigte

ARD-Streik: 37.000 Beschäftigte legen Arbeit nieder seit 17. Juni

19.06.2026 - 06:01:46 | boerse-global.de

Massive Warnstreiks bei mehreren ARD-Anstalten legen das Programm lahm. Die Tarifverhandlungen stocken, neue Gesprächstermine stehen fest.

ARD-Warnstreiks: Programmausfälle bei WDR, SWR, BR und NDR
ARD-Streik - Ein Mikrofon mit einem verschwommenen Hintergrund, der ein Protestschild zeigt, symbolisiert Tarifverhandlungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. 19.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

di hat die Beschäftigten mehrerer ARD-Anstalten zu Warnstreiks aufgerufen. Seit dem 17. Juni legen Mitarbeiter von WDR, SWR, BR und NDR die Arbeit nieder. Die Folge: massive Störungen im laufenden Programm.

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Programm fällt reihenweise aus

Die Arbeitsniederlegungen trafen die Sender hart. Im ARD-Morgenmagazin musste die „Tagesschau“ ohne Sprecherin im Bild ausgestrahlt werden – eine sogenannte Havarie-Version. Beim NDR dauerten die Streiks bis in die frühen Morgenstunden des heutigen Freitags an.

Besonders heftig erwischte es den WDR. Ein 48-stündiger Warnstreik zwang den Sender zu umfangreichen Programmänderungen. Formate wie die „Lokalzeit“, das Magazin „Quarks“ sowie „Hier und Heute“, „Servicezeit“ und „Markt“ fielen komplett aus. Auch die Live-Übernahme der „Tagesschau“ aus Hamburg entfiel.

Beim SWR wurden bereits am 17. Juni die „Landesschau Rheinland-Pfalz“ und Nachrichtensendungen gestrichen. Der BR strich regionale Nachrichten, mehrere Hörfunkwellen sendeten zeitweise ohne Moderation.

Worum geht es im Tarifkonflikt?

Die Warnstreiks sind der sichtbare Ausdruck festgefahrener Verhandlungen. ver.di fordert 7 Prozent mehr Gehalt – mindestens aber 300 Euro monatlich bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Für Auszubildende peilt die Gewerkschaft ein Plus von 200 Euro an.

Die Arbeitgeber liegen weit davon entfernt. Die Sender bieten Laufzeiten von 35 Monaten bei jährlichen Steigerungen zwischen 1 und 2 Prozent. Der NDR spricht von eigenen Angeboten mit durchschnittlich 1,8 Prozent und bezeichnet die Forderungen als nicht finanzierbar. Der BR legte ein gestaffeltes Modell vor: insgesamt 4,23 Prozent bis Dezember 2028, beginnend mit 1,23 Prozent im Juli 2026.

Die Arbeitgeber orientieren sich an den Vorgaben der Finanzkommission KEF. Diese sieht für 2026 Steigerungen von 2,5 Prozent vor, für 2027 und 2028 jeweils 3,0 Prozent.

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Nächste Verhandlungsrunden stehen fest

Trotz der Streiks bleiben beide Seiten gesprächsbereit. Die nächsten Termine sind bereits vereinbart: Der NDR verhandelt am 26. Juni weiter, der SWR am 30. Juni und der WDR am 1. Juli.

Ob es bis dahin weitere Arbeitsniederlegungen gibt, ist offen. ver.di begründete die aktuellen Maßnahmen mit dem Ziel, den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen. Es geht um nicht weniger als die Verhinderung eines Reallohnverlusts für die rund 37.000 Beschäftigten.

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