Arbeitszeitgesetz: Regierung plant 48-Stunden-Woche statt 8 Stunden täglich
29.05.2026 - 11:42:29 | boerse-global.de
di haben einen weitreichenden Tarifvertrag unterzeichnet. Er garantiert den Beschäftigten Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen bis ins Jahr 2029.
Die Einigung vom heutigen Freitag sichert langfristige Arbeitsplätze bei Deutschlands größtem Logistikunternehmen. Kernpunkt des Abkommens: Die Deutsche Post wird ihr Briefgeschäft bis mindestens Ende Juni 2029 nicht an Fremdfirmen auslagern. Zudem verpflichtet sich der Konzern, mindestens 2600 eigene Fahrer zu beschäftigen.
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Die Ankündigung ließ die DHL-Aktie leicht steigen – ein klares Signal des Marktes für mehr Planungssicherheit. Erst kürzlich hatte das Unternehmen seine Jahresziele bestätigt und die Quartalszahlen übertrafen die Erwartungen der Analysten.
Einigung auch bei der Telekom
Nur einen Tag zuvor, am Donnerstag, hatte Ver.di einen ähnlichen Erfolg bei der Deutschen Telekom erzielt. Für rund 60.000 Beschäftigte wurde ein neuer Tarifrahmen vereinbart. Er sieht mehrstufige Gehaltserhöhungen ab August 2026 vor, mit weiteren Anpassungen im Juli 2027 und Juni 2028. Auch hier gilt ein Kündigungsschutz bis Ende 2028.
Doch nicht überall läuft es rund. Bei der Postbank, einer Tochter der Deutschen Bank, rief Ver.di von Donnerstag bis heute zu bundesweiten Warnstreiks auf. Die Gewerkschaft fordert für rund 9000 Mitarbeiter acht Prozent mehr Lohn. Ein erstes Angebot des Arbeitgebers von 2,4 Prozent ab Juli 2026 lehnte sie ab. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 15. Juni in Frankfurt angesetzt.
Berlin streitet über Arbeitszeit und Transparenz
Die Tarifeinigung fällt in eine Zeit intensiver politischer Debatten. Erst am Donnerstag debattierte der Bundestag über eine Reform des Arbeitszeitgesetzes. Der Vorschlag der Regierung sieht vor, die starre tägliche Höchstarbeitszeit von acht Stunden durch eine flexible Wochengrenze von 48 Stunden zu ersetzen.
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Befürworter aus Wirtschaft und Wissenschaft sehen darin einen notwendigen Schritt für mehr Wettbewerbsfähigkeit. Gewerkschaften und Teile der Opposition warnen dagegen vor Arbeitstagen von bis zu 13 Stunden. Ein förmlicher Gesetzesentwurf soll im Juni vorgelegt werden.
EU-Richtlinie verschoben
Die Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie verzögert sich. Eigentlich bis zum 7. Juni 2026 fällig, verschiebt die Bundesregierung das Vorhaben aus wirtschaftlichen Gründen auf Anfang 2027. Die ersten Berichtspflichten für Unternehmen werden frühestens im Juni 2028 erwartet.
Neue Regeln für Pflegende und Fahrer
Während manche Gesetze auf sich warten lassen, ändern andere bereits die Personalpraxis:
- Rechte für Pflegende: Ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom September 2025 verpflichtet deutsche Arbeitgeber, Beschäftigte mit pflegebedürftigen Angehörigen aktiv zu unterstützen. Dazu gehören feste Arbeitszeiten oder organisatorische Anpassungen, um Diskriminierung zu vermeiden.
- Fahrerqualifikation: Ende Mai billigte das Bundeskabinett eine Vereinfachung der Ausbildung für Lkw-Fahrer. Die neuen Regeln verkürzen praktische Prüfungen und erlauben Prüfungen in acht Fremdsprachen – ein Schritt gegen den akuten Fahrermangel.
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