Arbeitszeitgesetz: Digitale Erfassung wird Pflicht, 48-Stunden-Woche lockert auf
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 16:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die geplante Novelle des Arbeitszeitgesetzes bringt für deutsche Unternehmen eine verbindliche elektronische Erfassung der Arbeitsstunden. Bislang reichte eine systematische Aufzeichnung – doch das ändert sich.
Flexiblere Arbeitszeiten, strengere Dokumentation
Bereits seit Oktober 2025 müssen Arbeitgeber die Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter systematisch erfassen. Die Art der Dokumentation war bisher freigestellt. Die neue Gesetzesinitiative macht nun digitale Systeme zur Pflicht.
Gleichzeitig lockert der Gesetzgeber die tägliche Höchstarbeitszeit. Statt der bisherigen zehn Stunden pro Tag soll künftig eine wöchentliche Grenze von 48 Stunden gelten. Damit wären Arbeitstage von bis zu zwölf Stunden möglich – vorausgesetzt, die Wochenarbeitszeit wird eingehalten.
Die Ruhezeiten von elf Stunden sowie die bestehenden Pausenregelungen bleiben unverändert.
Wenn die Hitze die Produktivität drückt
Digitale Zeiterfassungssysteme wie die Software ZEUS ermöglichen flexible Reaktionen auf äußere Umstände. Das ist kein Luxus: Über 40 Prozent der Beschäftigten sehen einen direkten Zusammenhang zwischen sommerlicher Hitze und sinkender Leistungsfähigkeit.
Mobile Lösungen erlauben Schichtwechsel und flexible Arbeitszeitmodelle per Smartphone oder Webbrowser. So können Unternehmen die Belastung ihrer Mitarbeiter besser steuern – etwa bei extremen Wetterlagen.
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Speziallösungen für das Handwerk
Für kleine und mittlere Unternehmen gibt es mittlerweile zahlreiche Cloud-basierte Systeme. Die Software Aplano kombiniert Dienstplanung, Urlaubsverwaltung und Zeiterfassung – genutzt von rund 2.000 Unternehmen und über 100.000 Anwendern.
Im Handwerk sind mobile Lösungen besonders gefragt. Die HERO App erfasst Arbeitszeiten, Pausen und Überstunden direkt auf der Baustelle per Smartphone – inklusive Offline-Funktion für Gebiete ohne Netzabdeckung.
Für Bodenleger gibt es mit CARO eine spezialisierte Lösung, die mobile Zeiterfassung mit Aufmaß und Materialbedarfsplanung verbindet. Die Kosten variieren stark: Monatliche Gebühren beginnen bei etwa 29 Euro (Anbieter MFR-Deutschland), während umfassende ERP-Systeme als Einmalkauf bis zu 2.900 Euro kosten können.
Digitalisierung als Werttreiber
Experten sehen in der Digitalisierung einen entscheidenden Hebel für den Unternehmenswert – besonders bei anstehender Nachfolge oder einem Verkauf. Wer Auftragserfassung und Dokumentenablage digitalisiert, reduziert die Abhängigkeit vom Inhaber und optimiert das Working Capital.
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Bei der Bewertung von KMU kommt meist ein Branchenfaktor zwischen 3 und 5 auf den bereinigten Gewinn zur Anwendung. Eine frühzeitige Vorbereitung von drei bis fünf Jahren wird empfohlen – inklusive Bereinigung der steuerlichen Struktur und Finanzen.
In Tirol unterstützen Beratungsunternehmen KMU gezielt bei der Analyse zeitintensiver Prozesse und informieren über regionale Förderungen für die digitale Transformation. Ziel: Manuelle „Zeitfresser“ durch integrierte Lösungen ersetzen.
Strengere Regeln für den Finanzsektor
Über die Zeiterfassung hinaus fordern neue Richtlinien wie DORA (Digital Operational Resilience Act) im Finanzsektor ein lückenloses Monitoring und prüfungssichere Dokumentation der Personalintegrität.
Anbieter wie Validato stellen Plattformen für Background-Checks bereit, die nach Standards wie BSI C5:2026 auditfähig sind. Cloud-Anbieter und Finanzinstitute können damit die geforderte Transparenz in über 200 Ländern sicherstellen – bei gleichzeitiger Einhaltung von ISO-Zertifizierungen und Datenschutzvorgaben.
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