Arbeitszeitgesetz, DGB

Arbeitszeitgesetz: DGB warnt vor Ausweitung auf 13-Stunden-Tage

Veröffentlicht am: 10.08.2026 um 00:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Gewerkschaften lehnen wöchentliche Höchstarbeitszeit ab, Arbeitgeber fordern Flexibilität. Regierung plant Gesetzentwurf im Herbst.

Arbeitszeit-Streit: DGB gegen Reformpläne der Bundesregierung
Ein moderner, leicht verschwommener Arbeitsplatz mit einer Wanduhr, die die Debatte um Arbeitszeitregelungen symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) warnt vor einer massiven Ausweitung der täglichen Arbeitszeit. Hintergrund sind Pläne der Bundesregierung, das Arbeitszeitgesetz zu reformieren.

Arbeitgeber fordern wöchentliche Höchstarbeitszeit

Arbeitgeberpräsident Dulger sprach sich am Wochenende für eine grundlegende Reform aus. Er nannte das aktuelle Gesetz veraltet und zog einen Vergleich zur Ära von Telex und Wählscheibe. Die deutsche Regelung begrenzt den Arbeitstag grundsätzlich auf acht Stunden, in Ausnahmefällen mit Ausgleich auf zehn.

Dulger fordert stattdessen eine wöchentliche Höchstarbeitszeit von 48 Stunden nach EU-Vorbild. Länder wie Belgien oder Italien nutzten diese Spielräume bereits – bei niedrigeren Krankheitsquoten, wie er betont. Befürchtungen, dass mehr Flexibilität gesundheitsgefährdend sei, wies er zurück.

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Gewerkschaften warnen vor Rückfall ins 19. Jahrhundert

Der DGB kontert scharf. Vize-Chef Körzell nennt einen Angriff auf den Acht-Stunden-Tag riskant und warnt vor einem Rückfall in Arbeitsverhältnisse des 19. Jahrhunderts. Ohne tägliche Deckelung könnten Arbeitstage von bis zu 13 Stunden zur rechtlichen Realität werden – besonders in Betrieben ohne Tarifbindung.

Die tägliche Schutzgrenze sei eine wesentliche Errungenschaft für Gesundheit und soziale Teilhabe, so die Arbeitnehmervertreter. Eine rein wöchentliche Betrachtung lehnen sie entschieden ab.

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Regierung plant Gesetzentwurf für den Herbst

Die politische Umsetzung nimmt Formen an: Kanzler Merz erwartet einen Gesetzentwurf von Arbeitsministerin Bas im Herbst. Die genaue Ausgestaltung der künftigen Höchstgrenzen dürfte zum zentralen Streitpunkt werden.

Flankierend diskutiert die Koalition weitere Maßnahmen: eine Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag sowie die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung. Beides soll die Kontrollmechanismen bei Arbeitsunfähigkeit verschärfen. Ob sich die Regierung mit diesen Plänen durchsetzt? Die kommenden Monate werden es zeigen.

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