Arbeitszeitgesetz: Bas plant Wochenarbeitszeit statt Tageshöchstgrenzen
22.06.2026 - 04:50:02 | boerse-global.de
Der Vorschlag erlaubt Tarifvertragsparteien künftig eine maximale Wochenarbeitszeit statt der bisherigen täglichen Höchstarbeitszeit. Auch die gesetzliche Ruhezeit von elf Stunden könnte unter bestimmten Bedingungen entfallen. Parallel dazu soll die Pflicht zur elektronischen Arbeitszeiterfassung gesetzlich verankert werden.
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Der Entwurf sorgt für geteilte Reaktionen. Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall übt Kritik, DGB-Chefin Yasmin Fahimi warnt vor gesundheitlichen Risiken. Auch die Union lehnt die Pläne ab – CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann spricht sich deutlich dagegen aus.
Naturpausen: Effizienter durch Grün
Wissenschaftliche Studien zeigen, wie wichtig Regenerationsphasen für die Leistungsfähigkeit sind. Die University of Utah untersuchte mit EEG-Messungen die Wirkung von Naturaufenthalten. Ergebnis: Nach einem Waldspaziergang sinkt die Gehirnaktivität zunächst – ein Zeichen für Erholung. In anschließenden Konzentrationstests zeigten die Probanden jedoch stärkere Aktivitätsspitzen. Die Forscher deuten das als Hinweis auf effizienteres Arbeiten des Gehirns.
Die Ergebnisse stützen die Attention Restoration Theory (ART). Bereits 2008 wies der Psychologe Marc Berman von der University of Michigan nach: Spaziergänge im Grünen steigern die Leistung in Aufmerksamkeitstests um fast 20 Prozent. Als alternative Erklärung diskutieren Forscher die Wirkung fraktaler Muster in der Natur.
Gericht bremst Präsenzpflicht aus
Das Arbeitsgericht Düsseldorf erklärte die Anordnung eines Arbeitgebers für unwirksam, der einen IT-Beschäftigten an vier Tagen pro Woche ins Büro beorderte. Das Gericht argumentierte: Der Arbeitgeber konnte nicht darlegen, warum Anwesenheit ein bestehendes Problem lösen würde. Gleichzeitig betonten die Richter: Einen generellen Anspruch auf 50 Prozent Homeoffice gibt es nicht.
Hitzetage kosten Milliarden
Umweltfaktoren rücken zunehmend in den Fokus. Umweltmedizinerin Claudia Traidl-Hoffmann fordert besseren Hitzeschutz in Unternehmen. Eine Prognos-Analyse beziffert die Kosten eines einzelnen Hitzetags für die deutsche Wirtschaft auf rund 431 Millionen Euro – durch Arbeitsausfälle und sinkende Produktivität. Statistisch verursachen solche Tage etwa 76.500 zusätzliche Fehltage.
Um die psychische Gesundheit von Nachwuchskräften zu fördern, organisieren die Industrie- und Handelskammern sowie Handwerkskammern in Magdeburg und Halle-Dessau eine Veranstaltungsreihe. Ein Impulsvortrag am 26. Juni befasst sich mit Gesprächsführung und Prävention bei psychischen Belastungen von Auszubildenden.
Kognitive Fitness: Neue Forschung, alte Erkenntnisse
Die Berkeley-Studie „PLASTICITY“ untersucht derzeit an Probanden zwischen 60 und 85 Jahren, ob synthetisches Psilocybin die strukturelle Plastizität des Gehirns fördern kann. Die Forschung steht noch am Anfang.
Kritisch sehen Mediziner den Versuch, einen ungesunden Lebensstil durch Nahrungsergänzungsmittel auszugleichen. Mediziner Stephan Barth betont: Mitochondrien fungieren als zentrale Einheiten für gesundes Altern und leiden besonders unter chronischem Stress. Supplemente können einen gesunden Lebensstil lediglich ergänzen, nicht ersetzen.
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Aktuelle Studien weisen zudem auf alltägliche Stressfaktoren hin. Eine Untersuchung vom 18. Juni zeigt: Mehr als fünf Stunden tägliche Social-Media-Nutzung korrelieren mit vermehrten Gedächtnislücken. Überraschende Ergebnisse lieferte eine niederländische Studie zur Interaktion mit Haustieren: Während der Kontakt mit Tieren kurzfristig die Stimmung hebt, führte die Interaktion mit Katzen in der Untersuchung nicht zu Stressreduktion – sie verstärkte nach Stresssituationen teilweise negative Gefühle.
Zur kurzfristigen Stresslinderung empfehlen Musiktherapeuten wie Alexander Wormit alternative Methoden. Die Kombination aus einem Wohlfühlbild und vertrauter Musik für ein bis zwei Minuten kann nachweislich Schmerzen lindern und entspannen.
