Arbeitszeitgesetz, Bas

Arbeitszeitgesetz: Bas plant Acht-Stunden-Tag nur für Tarifbetriebe

21.06.2026 - 11:33:34 | boerse-global.de

Ein interner Gesetzentwurf plant die Ablösung des Acht-Stunden-Tags durch eine Wochenhöchstarbeitszeit, jedoch nur für tarifgebundene Unternehmen.

Arbeitszeitreform: Nur Tarifbetriebe dürfen Acht-Stunden-Tag aufweichen
Arbeitszeitgesetz - Eine Gruppe von Fachleuten in einem modernen Büro, die über Arbeitszeitflexibilisierung und Tarifverhandlungen diskutieren. 21.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ein interner Gesetzentwurf aus ihrem Haus sieht vor, die starre tägliche Grenze durch eine wöchentliche Höchstarbeitszeit zu ersetzen. Die Keule: Nur Unternehmen mit Tarifvertrag sollen davon profitieren.

Anzeige

Das BAG hat entschieden: Die lückenlose Dokumentation der Arbeitsstunden ist für alle Betriebe verpflichtend. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt, wie Sie die neuen gesetzlichen Vorgaben schnell und rechtssicher in Ihrem Unternehmen umsetzen. In 10 Minuten zur gesetzeskonformen Arbeitszeiterfassung

Flexibel nur mit Tarif

Der Referentenentwurf zur Änderung des Arbeitszeitgesetzes ist klar strukturiert. Für Betriebe ohne Tarifbindung bleibt der Acht-Stunden-Tag bestehen. Tarifpartner hingegen dürften künftig eine wöchentliche Höchstarbeitszeit von durchschnittlich 48 Stunden vereinbaren.

Die Folge: An einzelnen Tagen könnte deutlich länger gearbeitet werden – solange der Jahresschnitt stimmt. Etwa die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland wäre von der Neuregelung betroffen. Die andere Hälfte? Arbeitet weiter nach alter Regel.

Digitale Zeiterfassung wird Pflicht

Der 21-seitige Entwurf enthält eine weitere Überraschung: Arbeitgeber müssen die Arbeitszeit künftig elektronisch und taggleich dokumentieren. Vertrauensarbeitszeit soll zwar weiterhin möglich sein – doch die Wirtschaft tobt.

Anzeige

Die geplante Reform verschärft den Druck auf Unternehmen bei der Dokumentation von Arbeitsstunden, Pausen und Überstunden erheblich. Sichern Sie sich jetzt das kostenlose E-Book inklusive praktischer Checklisten, um Bußgelder zu vermeiden und rechtssicher zu handeln. Gratis-Leitfaden zur Arbeitszeiterfassung und Überstunden-Regelung

Der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie (HDH) und Südwesttextil sprechen von einem neuen Bürokratiepaket. Auch Gesamtmetall warnt vor hohen Kosten und praktischen Problemen. Die versprochene Flexibilität? Aus ihrer Sicht ad absurdum geführt.

Politischer Zündstoff

Die Opposition wirft der SPD Wortbruch vor. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann und CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann erinnern an den Koalitionsvertrag: Der sah Flexibilisierung für alle Arbeitnehmer vor – nicht nur für tarifgebundene.

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger fordert den Rückzug des Entwurfs. Der DGB verteidigt dagegen den Acht-Stunden-Tag als Schutzinstrument. Die Linkspartei sieht einen Angriff auf Arbeitnehmerrechte.

Das Arbeitsministerium wiegelt ab: Es handle sich um eine frühe interne Arbeitsfassung, noch nicht regierungsintern abgestimmt. Klarheit soll ein Reformgipfel am 1. Juli bringen. Dann beraten die Koalitionsspitzen über die finale Ausgestaltung.

de | wirtschaft | 69595642 |