Arbeitszeit, Bas

Arbeitszeit: Bas hält an Achtstundentag fest – bis 13 Stunden möglich

Veröffentlicht: 13.07.2026 um 07:49 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Ministerin Bas verteidigt den Achtstundentag gegen Flexibilisierungsforderungen. Ein Referentenentwurf erlaubt Ausnahmen bis 13 Stunden per Tarifvertrag.

Arbeitszeitgesetz: Bas hält an Achtstundentag fest
Eine Nahaufnahme einer mechanischen Uhr, die acht Stunden anzeigt, teilweise verdeckt von einem digitalen Zeiterfassungsgerät. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In den laufenden Verhandlungen zur Reform des Arbeitszeitgesetzes stellte sie sich gegen Forderungen nach mehr Flexibilisierung.

Ein aktueller Referentenentwurf aus ihrem Haus sieht vor, die tägliche Arbeitszeit in Ausnahmefällen auf bis zu 13 Stunden auszuweiten. Voraussetzung: Tarifverträge müssen dies regeln, der Gesundheitsschutz muss gewahrt bleiben, und die Arbeitszeit muss elektronisch erfasst werden. Bas betonte, der Achtstundentag bleibe ein zentrales Schutzinstrument.

Proteste gegen Sozialabbau in Baden-Württemberg

Am Wochenende gingen Menschen in Baden-Württemberg auf die Straße. Sie protestierten gegen die Reformpläne der schwarz-roten Koalition in den Bereichen Rente, Pflege und Arbeit.

In Karlsruhe versammelten sich am Samstag zunächst über 1.000 Menschen, später stieg die Zahl auf rund 1.300. Bereits am Freitag protestierten in Ulm nach Polizeiangaben 1.400 Teilnehmer, die Veranstalter sprachen von rund 2.000 Personen. ver.di-Landeschefin Schollenberger kündigte an, die Gewerkschaften würden weiter für den Erhalt des Achtstundentags kämpfen.

Arbeitgeber und Union fordern Kurswechsel

Die Wirtschaft lehnt den Entwurf der Arbeitsministerin ab. Arbeitgeberpräsident Dulger forderte dessen Rückzug. Auch Arbeitgeberpräsident Kampeter drängte auf eine grundlegendere Reform des Arbeitszeitgesetzes und verlangte einen konkreten Plan zur langfristigen Rentensicherung.

In der Union werden Rufe nach mehr Arbeitsleistung laut. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sprach sich gegen die 35-Stunden-Woche aus – sie sei nicht mehr zeitgemäß. Sein Vorschlag: Arbeitnehmer sollen in den kommenden fünf Jahren bei gleichbleibender Vergütung einige Stunden mehr pro Woche arbeiten. Zudem warnte er vor steigenden Pflegekosten für Kommunen und plädierte für eine Anpassung der Klimaschutzziele.

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CSU-Chef Markus Söder positionierte sich ebenfalls in der Debatte. Er sprach sich gegen die Abschaffung von Minijobs aus – das würde der Gastronomie, dem Einzelhandel und der Landwirtschaft schaden. Stattdessen forderte Söder die Abschaffung der Rente mit 63 und den Einstieg in eine kapitalgedeckte Altersvorsorge. Wirtschaftsverbände unterstützen den Erhalt der Minijobs und wandten sich mit einem Schreiben an das Arbeitsministerium.

Lockerung beim Kündigungsschutz geplant

Die Bundesregierung plant weitere Änderungen im Arbeitsrecht. Ab 2027 soll der Kündigungsschutz für Spitzenverdiener gelockert werden. Betroffen sind Beschäftigte mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von rund 15.000 Euro – das entspricht etwa 0,27 Prozent aller Arbeitnehmer. Für sie soll eine erleichterte Kündigung gegen Abfindung möglich werden. Experten befürchten, dass eine solche Gehaltsschwelle die Lohnentwicklung blockieren könnte. Zudem sieht der Entwurf vor, sachgrundlose Befristungen auf bis zu 48 Monate auszudehnen.

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Streit um Attestpflicht ab erstem Krankheitstag

Ein weiterer Diskussionspunkt: die geplante Einführung einer Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag. Bisher ist eine ärztliche Bescheinigung in vielen Betrieben erst ab dem vierten Tag nötig. Die Reaktionen aus der Wirtschaft fallen unterschiedlich aus. Unternehmen wie Airbus begrüßen die Maßnahme, Konzerne wie Audi oder Kuka halten an ihren bisherigen Regelungen fest. ver.di lehnt sowohl die Reformen beim Kündigungsschutz als auch die Verschärfungen bei Krankmeldungen ab.

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