Arbeitsunfälle, RKI

Arbeitsunfälle: RKI zählt jährlich 885.000 Betroffene in Deutschland

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 17:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

RKI-Befragungen erfassen auch leichtere Arbeitsunfälle; die DGUV meldete für 2025 weniger Arbeitsunfälle, aber mehr Wege- und Schulunfälle.

Arbeitsunfälle in Deutschland: RKI-Daten und DGUV-Bilanz 2025
Ein leerer, sauberer Industrieboden in einer Werkshalle bei Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Innerhalb eines Jahres haben 2,4 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland einen Arbeitsunfall erlitten. Hochgerechnet entspricht dies etwa 885.000 Betroffenen pro Jahr. Das geht aus Ergebnissen des Panels „Gesundheit in Deutschland“ des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor, über die am 23. September 2026 berichtet wurde. Die Erhebung schließt damit eine statistische Lücke, da amtliche Meldedaten das Unfallgeschehen in der Arbeitswelt nur teilweise abbilden.

Befragungsdaten erfassen auch leichtere Arbeitsunfälle

Amtliche Meldedaten erfassen Arbeitsunfälle erst dann, wenn eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen vorliegt oder das Ereignis tödlich endet. Die Befragungsdaten des RKI-Panels ergänzen diese Statistik, indem sie auch leichtere Unfälle berücksichtigen.

Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Während der Anteil der Betroffenen bei den Frauen bei 1,5 Prozent lag, betrug er bei den Männern 3,2 Prozent. Besonders häufig waren jüngere Männer sowie Männer mit niedriger Bildung von Arbeitsunfällen betroffen.

Das Panel des RKI umfasst aktuell rund 40.000 Teilnehmende. Um die Stichprobe langfristig stabil zu halten, läuft seit Mitte August 2026 eine Auffrischungsrekrutierung. Dabei sollen zwischen 50.000 und 60.000 Menschen kontaktiert werden, mit dem Ziel, etwa 10.000 neue Teilnehmende für die Befragungsreihe zu gewinnen.

DGUV-Statistik weist Rückgang bei meldepflichtigen Unfällen für 2025 aus

Parallel dazu veröffentlichte die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) detaillierte Zahlen für das Jahr 2025. Nach deren Auswertungen lag die Quote meldepflichtiger Arbeitsunfälle bei 19,9 je 1.000 Vollzeitäquivalente, was einem Rückgang um 3,2 Prozent entspricht.

Insgesamt registrierte die DGUV im Jahr 2025 genau 689.922 Arbeitsunfälle von abhängig Beschäftigten und Unternehmern, ein Minus von 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle sank von 307 im Vorjahr auf 299. Bei weiteren Versicherten gab es 40.651 Arbeitsunfälle und 35 tödlich Verunglückte.

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Zu den häufigsten Unfallursachen bei der Arbeit zählten der Kontrollverlust über Werkzeuge oder Gegenstände mit 171.638 Fällen sowie Stolper-, Rutsch- und Sturzunfälle mit 163.430 Fällen.

Bei den tödlichen Arbeitsunfällen stellte der Kontrollverlust über ein Transportmittel mit 101 Todesfällen die häufigste Ursache dar, gefolgt von Abstürzen mit 53 Fällen. Eine Unfallrente erhielten 2025 erstmals 12.645 Versicherte, zudem gab es 686 Erstrenten bei weiteren Versicherten.

Zunahme bei Wege- und Schulunfällen im Jahr 2025

Im Gegensatz zu den Arbeitsunfällen am Arbeitsplatz selbst stieg die Zahl der meldepflichtigen Wegeunfälle im Jahr 2025 auf 170.306 Fälle, was einem Zuwachs von 1,0 Prozent entspricht. Davon endeten 231 Unfälle tödlich, verglichen mit 214 im Vorjahr. Bei weiteren Versicherten kamen 4.836 Wegeunfälle hinzu.

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Auch im Bildungsbereich stiegen die Unfallzahlen: Die DGUV verzeichnete 1.032.546 Schulunfälle, ein Plus von 2,0 Prozent, von denen 5 tödlich verliefen. Die Schulwegunfälle legten um 3,8 Prozent auf 90.663 Fälle zu, wobei 25 tödlich endeten, nach 15 im Vorjahr.

Entwicklung bei Berufskrankheiten und Finanzdaten

Bei den Berufskrankheiten gab es 2025 insgesamt 91.250 Verdachtsanzeigen, was einer leichten Steigerung um 0,6 Prozent entspricht. Die Zahl der Anerkennungen sank jedoch um 9,3 Prozent auf 24.340 Fälle, nachdem 2024 noch 26.821 Anerkennungen registriert worden waren.

Erstmals eine Rente wegen einer Berufskrankheit erhielten 5.413 Personen, ein Anstieg um 4,3 Prozent. Die Zahl der Todesfälle infolge von Berufskrankheiten ging um 6,1 Prozent auf 1.772 zurück.

Häufigste anerkannte Berufskrankheit war die lärmbedingte Schwerhörigkeit mit 9.819 Fällen, gefolgt von UV-Hautkrebsfällen mit 3.899 und Infektionskrankheiten mit 2.656 Anerkennungen.

Auf finanzieller Ebene sank der durchschnittliche Beitragssatz der Berufsgenossenschaften im Jahr 2025 von 1,09 auf 1,08 Euro je 100 Euro Lohnsumme. Das Umlagesoll belief sich auf 14,7 Milliarden Euro und stieg damit um 2,7 Prozent. Das beitragspflichtige Entgelt in der gewerblichen Wirtschaft lag bei rund 1,4 Billionen Euro.

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