Arbeitsunfälle, Monteur

Arbeitsunfälle: Monteur stürzt im Biopharmapark Rodleben 18 Meter tief

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 00:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein Monteur erlitt in Dessau-Roßlau schwere Verletzungen; DGUV-Daten zeigen zugleich weniger Arbeitsunfälle, aber 299 Todesfälle 2025.

Arbeitsunfall in Dessau: Monteur stürzt bei Montage aus 18 Metern
Symbolbild: Schutzhelm und Schutzbrille auf einer Werkbank Illustration mit AI erstellt.

Bei Montagearbeiten im Biopharmapark Rodleben in Dessau-Roßlau ist es am Mittwochvormittag zu einem schwerwiegenden Zwischenfall gekommen. Ein 56-jähriger Monteur stürzte bei Arbeiten an einer Sprinkleranlage aus einer Höhe von etwa 18 Metern herab. Der Mann, der nach vorliegenden Informationen aus Tschechien stammt, zog sich bei dem Aufprall schwerste Verletzungen zu.

Nach der Erstversorgung am Unfallort wurde der Verunglückte mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus transportiert. Der Vorfall ereignete sich gegen 11:30 Uhr in einer Halle des Industrieparks. Die genauen Umstände, die zu dem Sturz aus der beträchtlichen Höhe führten, sind derzeit noch Gegenstand der Untersuchungen. Die Kriminalpolizei sowie die zuständige Gewerbeaufsicht haben die Ermittlungen zur Klärung der Unfallursache aufgenommen.

Häufung von Sturzunfällen bei Montage- und Bauarbeiten

Der Vorfall in Dessau-Roßlau ist Teil einer Reihe von Arbeitsunfällen, die sich in den vergangenen Tagen bundesweit und international ereigneten. Bereits am Dienstag verletzte sich ein 59-jähriger Arbeiter in Uhldingen-Mühlhofen im Bodenseekreis schwer. Er wollte gegen 15:15 Uhr in einem Firmengebäude in der Gewerbestraße auf ein Gerüst steigen, rutschte dabei ab und stürzte circa 1,5 Meter tief. Auch hier kam ein Rettungshubschrauber zum Einsatz; der Polizeiposten Meersburg ermittelt zum Hergang.

Am Mittwochmittag kam es zudem in Hiltenfingen zu einem Unfall, bei dem ein 35-jähriger Bauarbeiter auf einer Baustelle am Kirchweg durch eine künftige Treppenhausöffnung mehrere Meter in die Tiefe stürzte. Der Mann erlitt leichte Verletzungen.

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Die Polizei geht nach aktuellem Stand nicht von einem Fremdverschulden aus. Fast zeitgleich verunglückte eine 36-jährige Frau in Bühl-Altschweier bei Malerarbeiten an einem Haus. Sie stürzte aus etwa 4 Metern Höhe von einem Gerüst und wurde per Hubschrauber in eine Klinik nach Karlsruhe geflogen.

Einen tödlichen Ausgang nahm ein Sturz in Rom. In der Nacht zu Mittwoch verstarb der 22-jährige Industriekletterer Andrea Moretti bei Montagearbeiten an einer neuen Beleuchtungsanlage im Kolosseum. Er stürzte aus rund 10 Metern Höhe.

Erste Rekonstruktionen der Carabinieri deuteten darauf hin, dass Moretti zwar einen Sicherheitsgurt trug, diesen jedoch nicht eingehängt hatte. Der italienische Kulturminister Alessandro Giuli ordnete daraufhin einen Baustopp und die vorübergehende Schließung des archäologischen Parks an.

Statistische Einordnung von Arbeitsunfällen und Absturzrisiken

Aktuelle Daten der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) für das Jahr 2025 verdeutlichen das Risiko am Arbeitsplatz. Demnach gab es im vergangenen Jahr insgesamt 689.922 meldepflichtige Arbeitsunfälle bei abhängig Beschäftigten und Unternehmern, was einem Rückgang von 3,1 % im Vergleich zu 2024 entspricht. Pro 1.000 Vollzeitäquivalente wurden 19,9 meldepflichtige Unfälle registriert.

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Trotz der sinkenden Gesamtzahl starben im Jahr 2025 insgesamt 299 Versicherte bei Arbeitsunfällen. Als häufigste Ursachen identifizierte die DGUV den Kontrollverlust über Werkzeuge oder Gegenstände (171.638 Fälle) sowie Stolpern, Rutschen und Stürzen (163.430 Fälle). Besonders kritisch sind Abstürze, die im Berichtszeitraum 2025 für 53 der tödlichen Arbeitsunfälle verantwortlich waren.

Ergänzende Daten liefert ein Panel des Robert Koch-Instituts (RKI), das rund 40.000 Teilnehmende umfasst. Laut RKI berichteten 2,4 % der Erwerbstätigen innerhalb von 12 Monaten von einem Arbeitsunfall, was hochgerechnet etwa 885.000 Betroffenen pro Jahr entspricht. Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede in der Demografie: Während 1,5 % der erwerbstätigen Frauen betroffen waren, lag die Quote bei den Männern bei 3,2 %.

Insbesondere jüngere Männer und Personen mit niedrigerem Bildungsstand wiesen eine höhere Unfallhäufigkeit auf. Das RKI weist darauf hin, dass amtliche Statistiken Unfälle oft erst erfassen, wenn diese zu einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen oder zum Tod führen.

Mehr zum Thema bei WELT: „Arbeitsunfall Dessau: Monteur stürzt 18 Meter von Regalanlage“

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