Arbeitssicherheit: EU-Verordnung treibt Digitalisierung ab August
29.05.2026 - 21:48:36 | boerse-global.deIndustrieunternehmen und Technologieanbieter treiben die Vernetzung voran – mit dem Ziel, Prozesse effizienter und sicherer zu gestalten.
Praxistest für digitale Sicherheitslösungen
Die Schweizer EAO AG hat einen Pilotversuch für ihre digitale Zweiglösung Safely gestartet. Ziel des Tests ist es, praktische Erfahrungen mit der Integration digitaler Sicherheitsprotokolle in bestehende Systeme zu sammeln. Im Fokus steht die Reduzierung des Verwaltungsaufwands bei der Dokumentation und Nachverfolgung von Gefahren und Schutzmaßnahmen. Das gab Swissmechanic am 29. Mai bekannt.
Moderne digitale Systeme erleichtern die Dokumentation erheblich, doch die rechtliche Basis bleibt die Gefährdungsbeurteilung. Dieser kostenlose Report liefert Ihnen bewährte Hilfsmittel und Checklisten, die in der Praxis und vor Aufsichtsbehörden standhalten. Rechtssichere Gefährdungsbeurteilung: Jetzt kostenlose Vorlagen sichern
KI und virtuelle Realität im Sicherheitstraining
Die Technologie hält auch in der Ausbildung Einzug. Vection Technologies kündigte am 27. Mai eine Zusammenarbeit mit Generali Global Corporate & Commercial an. Gemeinsam bringen sie die Plattform MetaRELP auf den Markt – ein immersives System für Risikoanalyse und Schadensprävention. Es nutzt virtuelle und erweiterte Realität für Sicherheitstrainings und Schadenssimulationen. Die ersten Augmented-Reality-Funktionen starten in Italien und Spanien.
Im Bereich der industriellen Instandhaltung veröffentlichte Ultimo am 28. Mai drei neue KI-basierte digitale Assistenten. Diese unterstützen Teams für Gesundheit, Sicherheit und Umwelt (HSE) direkt über Microsoft Teams. Hintergrund: 63 Prozent der Industrieunternehmen kämpfen mit einer alternden Belegschaft. Erste Ergebnisse bei Berkvens Doorsystems zeigen, dass die digitalen Helfer Teamleitern täglich 30 bis 60 Minuten Verwaltungsarbeit ersparen können. Weitere Funktionen sind für den Sommer 2026 geplant.
Sicherheit in der Logistik: Kameras erkennen Fußgänger
Auch die physische Sicherheit in Lagerhallen verbessert sich. Hyster stellte am 28. Mai ein neues Dashboard zur Fußgängererkennung vor. Es basiert auf dem bestehenden Kamerasystem des Unternehmens. Die Lösung identifiziert Personen im Umkreis von fünf Metern um Gabelstapler und gibt akustische sowie optische Warnungen aus – oder leitet automatische Bremseingriffe ein. Das Dashboard ist für Nutzer der Telemetrielösung der zweiten Stufe kostenlos verfügbar.
Neben technischer Assistenzsysteme bleibt die regelmäßige Unterweisung des Personals am Gabelstapler eine zentrale Pflicht für die Betriebssicherheit. Mit dieser sofort einsetzbaren Muster-PowerPoint und dem passenden Wissensquiz sparen Sie wertvolle Zeit bei der Vorbereitung Ihrer nächsten Schulung. Kostenloses Unterweisungspaket für Gabelstapler herunterladen
EU-Verordnung treibt Digitalisierung der Dokumentation
Die neue EU-Verpackungsverordnung (PPWR) zwingt Unternehmen zum Handeln. Sie tritt am 12. August 2026 in Kraft. COSYS hob am 28. Mai hervor, dass seine Foto-Dokumentationsanwendung direkte Bildaufnahmen während Logistikprozessen ermöglicht. Die Fotos werden mit Auftragsdaten verknüpft – für Schadensmeldungen und Ladungssicherung.
Parallel dazu launchte material.one am 28. Mai einen digitalen Use Case. Ziel ist die Einhaltung der PPWR-Anforderungen zur Dokumentation gefährlicher Stoffe und Recyclingfähigkeit – insbesondere in der Automobilindustrie und im Maschinenbau.
In der Produktion setzt DETMERS Getreide-Vollwertkost auf Digitalisierung. Das Unternehmen ersetzte die manuelle Dokumentation durch ein spezialisiertes Fertigungsausführungssystem. Ergebnis: Echtzeit-Transparenz bei Leistungsdaten und Störungsüberwachung. Sogar die Waagen sind angebunden, um Produktüberfüllung zu kontrollieren.
Automatisierte Compliance und Notfallausrüstung
Auch bei Erster Hilfe und regulatorischen Prüfungen kommen automatisierte Systeme unter Einsatz. Flawa iQ erhielt am 12. Mai den Deutschen Innovationspreis in Gold für sein RFID-gestütztes Management von Erste-Hilfe-Kästen. Das System wird bereits von über 350 Schweizer Unternehmen mit rund 2.500 vernetzten Kästen genutzt und automatisiert die Überwachung der Notfallausstattung.
Für die Personal-Compliance führte Validato am 28. Mai automatisierte Systeme ein. Sie überprüfen Berufserfahrung und gleichen Daten mit globalen Sanktionslisten oder Berufsverboten ab. Die Tools erfüllen regulatorische Anforderungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz – darunter die NIS2-Richtlinie und das Schweizer Geldwäschereigesetz.
Software-Konsolidierung spart Zehntausende Euro
Die wirtschaftlichen Vorteile der Digitalisierung sind enorm. Eine Analyse von Flow360 vom 28. Mai zeigt: Ein mittelständisches Unternehmen mit 150 Mitarbeitern gibt derzeit über 95.000 Euro jährlich für mehrere isolierte Softwarelösungen aus. Durch den Wechsel auf eine einheitliche Plattform sinken die Kosten auf rund 18.000 Euro. Das entspricht Einsparungen von 77.000 Euro pro Jahr – unter anderem durch den Wegfall von Schnittstellenpflege und jährlichen Preiserhöhungen.
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