Arbeitssicherheit: DGUV veröffentlicht neuen Schulungs-Leitfaden
Veröffentlicht am: 27.08.2026 um 20:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der Mitte des Monats August 2026 haben sechs Auszubildende der S-Bahn Berlin (EiB-LT) ein mehrtägiges Praxistraining bei der Parkeisenbahn Wuhlheide absolviert. Im Fokus der Übung standen das Rangieren, die Zugbildung sowie der reguläre Fahrgastbetrieb unter realen Einsatzbedingungen. Diese praxisnahe Ausbildungseinheit ist Teil einer Kooperation mit der Parkeisenbahn, die in diesem Jahr ihr 70. Jubiläum begeht.
Nach Angaben der S-Bahn Berlin waren im Sommer 2026 insgesamt 24 Auszubildende des aktuellen Jahrgangs in verschiedenen praktischen Einsätzen tätig, um die theoretischen Lerninhalte der Eisenbahnausbildung zu vertiefen.
Ausbildungsoffensiven im Schienen- und Personennahverkehr
Neben der S-Bahn Berlin verzeichnen auch andere Akteure im Schienensektor eine kontinuierliche Entwicklung ihrer Ausbildungsprogramme. Das Unternehmen Captrain bildet bereits seit 2016 Lokführer aus. Am Standort der ITL in Dresden und Pirna wurden seither 47 Auszubildende betreut, von denen 16 aktuell ihre Lehre absolvieren.
Nach Unternehmensangaben haben bisher alle Teilnehmer ihre Prüfungen bestanden, 28 davon bereits im ersten Versuch. Für das Jahr 2027 kündigte Geschäftsführer Jérôme Méline die Bereitstellung von sieben neuen Ausbildungsplätzen an. Das Unternehmen investiere damit gezielt in Fachkräfte für Berufe wie Mechatroniker, Industriemechaniker und Kaufleute.
Auch die Deutsche Bahn weitet ihr Angebot aus. Die DB InfraGO bietet zum 1. September 2026 in Hannover eine dreijährige Ausbildung zur Eisenbahner:in in der Zugverkehrssteuerung an. Das Programm richtet sich im Rahmen der Initiative „Girls@DB“ gezielt an Bewerberinnen.
Zu den Leistungen gehören neben einem mobilen Endgerät und 16 Freifahrten pro Jahr auch ein Mietkostenzuschuss von bis zu 400 Euro monatlich. Ein ähnliches Modell verfolgt die DB Regio, die für September 2027 Ausbildungsplätze zum Elektroniker für Betriebstechnik in Aachen ausgeschrieben hat.
Im regionalen Busverkehr starteten am 26. August 2026 zehn neue Auszubildende bei regiobus Potsdam Mittelmark. Geschäftsführer Martin Grießner und Ausbildungsleiter Michael Wildemann begrüßten unter anderem Alexander Schultz, Julius Anton Riedel sowie den 16-jährigen Elias-Joél Pillasch. Die Geschäftsführung betonte dabei die Relevanz der Ausbildung für eine klimaschonende Mobilität in der Region.
Fachkräftegewinnung und neue Infrastrukturen in der Industrie
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In der Industrie setzen Unternehmen ebenfalls auf verstärkte Ausbildungskapazitäten. Die Paul Vahle GmbH & Co. KG begrüßte am 26. August 2026 in Kamen 14 neue Auszubildende, die in neun verschiedenen Berufsbildern wie technischem Produktdesign, Elektronik und Fachinformatik ausgebildet werden.
Parallel dazu investieren Dienstleister in spezialisierte Schulungsumgebungen. Die ABS Safety GmbH eröffnete Anfang 2026 ein neues Zentrum in Kevelaer. Die Einrichtung verfügt über eine Praxis-Area mit Modellen für Steil- und Flachdächer sowie einen Fallturm.
Mit den neuen Räumlichkeiten soll die Kapazität von bisher jährlich 3.000 Teilnehmern mehr als verdoppelt werden. Seit 2026 gelten zudem neue Zertifizierungsanforderungen für Montageunternehmen, die herstellerübergreifende Schulungen durch den ESFP e.V. vorsehen.
Für das Jahr 2027 plant auch thyssenkrupp Steel die Besetzung von Ausbildungsstellen im Bereich Betriebstechnik am Standort Finnentrop. Die Vergütung ist dabei gestaffelt und reicht von 1.176 Euro im ersten bis zu 1.420 Euro im vierten Ausbildungsjahr.
Arbeitssicherheit und regulatorische Rahmenbedingungen
Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hat am 26. August 2026 einen aktualisierten Leitfaden zur Sicherheit in Schulen veröffentlicht, der den Versicherungsschutz während des Unterrichts und auf Dienstwegen präzisiert. Für das kommende Berufsschuljahr 2026/2027 initiiert die DGUV zudem das Programm „Jugend will sich-er-leben“, das den Brandschutz in den Fokus der betrieblichen Ausbildung rückt.
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Im Bereich der technischen Überwachung gelten zudem strikte Prüfintervalle für elektrische Betriebsmittel gemäß ÖVE/ÖNORM E 8701. Während Bürogeräte alle 60 Monate geprüft werden müssen, ist für Werkzeuge ein jährlicher Rhythmus und für Geräte im Untertagebau ein Intervall von sechs Monaten vorgeschrieben.
Auch im Rettungswesen werden strukturelle Änderungen diskutiert. Simone Borchardt (CDU) erläuterte im Kontext der Notfallreform, dass die klinische Ausbildung von Notfallsanitätern 720 Stunden umfasse. Ein geplantes Fachgremium soll künftig bundeseinheitliche Standards für den Rettungsdienst sicherstellen, wobei auch der Einsatz von Ausbildungsalgorithmen geprüft werde.
