Arbeitssicherheit: DEKRA und TÜV starten Blended-Learning ab Juni
01.06.2026 - 06:39:59 | boerse-global.deGroße Anbieter wie die DEKRA Akademie und die TÜV Akademie ersetzen zunehmend reine Präsenzschulungen durch Blended-Learning-Angebote und virtuelle Klassenzimmer. Die neuen Kursreihen starten Mitte Juni 2026 – und das zu einem Zeitpunkt, an dem künstliche Intelligenz auch in Compliance und Qualitätssicherung immer stärker Einzug hält. Doch wie weit ist die Digitalisierung wirklich?
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Neue Lernmodelle für Sicherheitskoordinatoren
Ab dem 10. Juni 2026 bietet die DEKRA Akademie eine neue serie spezialisierter Schulungen für externe Unternehmenskoordinatoren an. Das Konzept: Drei Einheiten E-Learning kombiniert mit sechs Einheiten Live-Online-Unterricht. Maximal 15 Teilnehmer pro Kurs – die Qualifikation bereitet Fachkräfte darauf vor, Sicherheitsprotokolle für externe Auftragnehmer vor Ort zu managen.
Parallel dazu führt die Akademie das Curriculum Sifa 3.0 für Fachkräfte für Arbeitssicherheit ein. Dieses Hybridmodell verlangt sieben Präsenzphasen, ergänzt durch selbstorganisiertes Lernen und praktische Praktika. Angesprochen sind Ingenieure, Techniker und Meister mit mindestens zwei Jahren Berufserfahrung. Kein Wunder: Die technische Komplexität im modernen Sicherheitsmanagement wächst stetig.
Digitalisierung in der Intralogistik
Die TÜV Akademie baut ihr digitales Angebot ebenfalls aus – mit 22 gelisteten Trainingsprogrammen im Bereich Intralogistik. Die Seminare decken Lagerverwaltung, Regalprüfungen und Prozessoptimierung ab, vermittelt über virtuelle Klassenzimmer. Ziel ist es, Logistikabläufe durch Digitalisierung zu verschlanken, ohne Sicherheitsstandards zu opfern.
Im Qualitätsmanagement entstehen neue Technologiepartnerschaften. Das Startup Qualiwise und die TH Augsburg haben eine Kooperation geschlossen, um einen KI-basierten Qualitäts-Copiloten am Open Industrial Training Center zu entwickeln. Die Zusammenarbeit entstand auf einem B2B-Demo-Tag im Februar 2025. Sie soll die Qualitätssicherung in industriellen Umgebungen automatisieren – eine Brücke zwischen theoretischer Ausbildung und praktischer Anwendung.
KI-Integration: Fortschritt mit angezogener Handbremse
Während sich die Schulungsformate modernisieren, setzen Unternehmen zunehmend auf KI-Assistenten, um den Verwaltungsaufwand bei Arbeitssicherheit und Datenschutz zu bewältigen. Tools wie caralegal helfen dabei, Dokumentationen für Verarbeitungstätigkeiten und Datenschutz-Folgenabschätzungen zu strukturieren. Anwender berichten von Zeiteinsparungen zwischen 60 und 75 Prozent bei Dokumentationsprozessen.
Doch die breite Integration von KI in Kernprozesse bleibt verhalten. Eine Studie von Tieto, durchgeführt zwischen April und Mai 2026 bei 100 österreichischen Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern, zeigt: Nur vier Prozent haben KI vollständig in ihre Kernabläufe integriert. Rund 60 Prozent der befragten Firmen befinden sich noch in der Pilot- oder Experimentierphase. Rechtliche Bedenken (50 Prozent) und Datensicherheitsfragen (46 Prozent) nennen die Unternehmen als Haupthindernisse.
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Neue Regularien und technologische Souveränität
Der rechtliche Rahmen für die digitale Transformation wird klarer. Nach dem Inkrafttreten des Bundestreuegesetzes am 1. Mai 2026 bereiten die deutschen Arbeitsbehörden weitere Novellen vor. Ein ministerialer Entwurf zur Änderung der Arbeitszeitverordnung wird für Juni erwartet.
Die Umsetzung der EU-KI-Verordnung bringt zudem spezifische Pflichten für Hochrisiko-KI-Modelle mit sich. Artikel 55 der Verordnung schreibt strenge Tests, Risikominimierung und Cybersicherheitsberichte für systemische Modelle vor, die bestimmte Trainingsschwellen überschreiten.
Um Datensouveränität in gemeinsamen Projekten zu gewährleisten, haben das Fraunhofer ISST und Fujitsu Research eine Methode namens „Federated Unlearning“ entwickelt. Diese Technologie erlaubt es Unternehmen, bestimmte Daten aus dezentralen KI-Modellen zu entfernen – ohne das gesamte System neu trainieren zu müssen. Ein wichtiger Schritt für die Einhaltung von Datenschutzstandards in kollaborativen Industrieumgebungen.
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