Arbeitsschutz, Schwellenwert

Arbeitsschutz: Schwellenwert für Sicherheitsbetreuung auf 20 erhöht

17.06.2026 - 21:03:35 | boerse-global.de

Kliniken setzen auf ergonomische Anpassungen und Robotertechnik, um Personal zu entlasten. Psychische Belastung und neue Arbeitsschutzregeln rücken in den Vordergrund.

OP-Arbeitsbedingungen: Ergonomie und Robotik im Fokus
Arbeitsschutz - Ein Chirurg in OP-Kleidung führt eine Operation mit fortschrittlichen Roboterarmen in einem modernen Operationssaal durch. 17.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Kliniken müssen umdenken – denn Belastungen gefährden nicht nur das Personal, sondern auch die Patienten.

Im OP entscheidet das Setup über die Gesundheit der Chirurgen. Hersteller wie BRUMABA setzen daher auf den Ansatz „Fit-to-Surgeon“: OP-Tische und Mikrochirurgiestühle werden individuell an die Operateure angepasst. Das soll die körperliche Belastung auch bei stundenlangen Eingriffen reduzieren.

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Technik hilft ebenfalls. Das Universitätsklinikum Leipzig hat fast 150 Speiseröhrenkrebs-Operationen mit dem „da Vinci“-Roboter durchgeführt. Die Vorteile sind deutlich: Patienten werden im Schnitt nach neun Tagen entlassen, bei konventionellen Methoden sind es über 14 Tage.

International ist der Trend noch stärker. In den USA laufen 65 Prozent aller Kniegelenksimplantationen robotisch. Weltweit sind es monatlich rund 45.000 solcher Eingriffe. Das Krupp Robotic Symposium am 19. Juni in Essen widmet sich der nächsten Generation von Systemen für Blasenkrebs-Operationen.

Psychische Belastung: Ein oft unterschätztes Problem

Die psychische Gesundheit des OP-Personals steht ebenfalls im Fokus. Eine Studie des Vereins „Second Victim“ zeigt: 70 Prozent der Befragten kannten den Begriff nicht – aber über 80 Prozent fühlten sich von der Problematik betroffen. Gemeint sind medizinische Fachkräfte, die durch traumatische Erlebnisse im Job selbst zum Opfer werden.

Die WHO warnte bereits Anfang 2026 vor den Folgen der Unterbesetzung. Mit jedem zusätzlichen Patienten, den eine Pflegekraft betreut, steigt das Sterberisiko chirurgischer Patienten um etwa sieben Prozent.

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Betriebliches Gesundheitsmanagement spart Milliarden

Eine Studie des BSI vom 17. Juni 2026 zeigt die wirtschaftliche Dimension: Ein vertrauensbasiertes Gesundheitsmanagement könnte der deutschen Wirtschaft bis zu 30,5 Milliarden Euro einsparen. Der Grund: Offene Gespräche über Gesundheit reduzieren Fehlzeiten und Kündigungen.

Neue Regeln für den Arbeitsschutz

Seit dem 1. Januar 2026 gilt die novellierte DGUV Vorschrift 2. Die Beschäftigtengrenze für eine vereinfachte sicherheitstechnische Betreuung wurde von zehn auf 20 Mitarbeiter angehoben.

Auch die Anforderungen an Fachkräfte für Arbeitssicherheit ändern sich. Künftig können nicht nur Ingenieure, sondern auch Experten mit Abschlüssen in Ergonomie, Biologie oder Physik diese Rolle übernehmen. Bis zu einem Drittel der Betreuungsstunden darf digital abgewickelt werden. Regelmäßige Fortbildungsnachweise sind jetzt Pflicht.

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