Arbeitsschutz-Reform, Schwellenwert

Arbeitsschutz-Reform: Schwellenwert für Betreuung verdoppelt sich

17.06.2026 - 15:12:14 | boerse-global.de

Neue Bürostühle für schwere Nutzer, Roboterakzeptanz in der Pflege gering und verschärfte Arbeitsschutzregeln prägen den Wandel.

Arbeitsplatz der Zukunft: Roboter, neue Stühle und KI-Regeln
Arbeitsschutz-Reform - Ein moderner, ergonomischer Bürostuhl für größere Personen in einem Büro, mit angedeuteter Landwirtschaftstechnologie im Hintergrund. 17.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Neue Hardware, Assistenzsysteme und rechtliche Änderungen treiben den Wandel voran.

Spezial-Hardware für große und schwere Nutzer

Mitte Juni startete der Vertrieb einer neuen Bürostuhl-Serie. Die Maxis-Reihe von LiberNovo ist für Menschen mit einem Gewicht von bis zu 181 Kilogramm ausgelegt. Der Hersteller zertifizierte die Stühle nach BIFMA-Standards.

Die Stühle bieten eine Sitztiefe von 52 Zentimetern. Die Rückenlehne misst im Taillenbereich 520 Millimeter. Damit schließt das Produkt eine Marktlücke bei ergonomischen Sitzmöbeln.

Die Serie gibt es in drei Versionen: manuell, mit elektrischer Verstellung oder mit integrierter Sitzbelüftung. Die Preise liegen zwischen 829 und 1.269 Euro. Bis Ende Juli gewährt der Hersteller zeitlich begrenzte Rabatte. Die Auslieferung beginnt im August 2026. Zeitgleich erhielten bestehende Produktlinien wie die Omni-Serie Updates.

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Roboter: Beliebt bei schwerer Arbeit, unerwünscht in der Pflege

Roboter sollen vor allem bei körperlich anstrengenden Tätigkeiten helfen. Eine Studie von Hexagon zeigt: 68 Prozent der Erwachsenen befürworten den Einsatz von Robotern für schwere Hebearbeiten.

Ganz anders sieht es in sensiblen Bereichen aus. Nur 12 Prozent akzeptieren Roboter in der Pflege, 39 Prozent in Schulen. Kinder zeigten in der Befragung eine deutlich höhere Offenheit gegenüber Robotern als vollwertigen Kollegen.

In der Landwirtschaft ist die Automatisierung bereits Realität. Der autonome Sä- und Hackroboter FarmDroid FD20 arbeitet mit einer GPS-Genauigkeit von acht Millimetern. Laut Hersteller reduziert das System den Chemikalieneinsatz um bis zu 94 Prozent. Für September 2026 ist eine neue, leistungsfähigere Generation angekündigt. Die Auslieferung soll im Frühjahr 2027 starten.

Neue Regeln für den Arbeitsschutz

Seit dem 1. Januar 2026 gelten wesentliche Änderungen in der DGUV Vorschrift 2. Der Schwellenwert für die vereinfachte Betreuung stieg von 10 auf 20 Beschäftigte. Unternehmen dürfen nun bis zu einem Drittel der Betreuungsstunden digital abwickeln – per Telefon oder Online-Konferenz.

Auch die Anforderungen an Fachkräfte für Arbeitssicherheit haben sich geändert. Künftig sind auch Abschlüsse in Ergonomie, Psychologie oder Medizin anerkannt.

Der fachliche Austausch zu diesen Themen fand unter anderem auf dem Ergotherapie-Kongress am 16. Juni in Bielefeld statt. Über 2.200 Teilnehmende diskutierten unter dem Motto „Betätigung zählt“ über Direktzugang zu Therapieleistungen und die Ausbildungssituation. Ein Innovationspreis für digitale Lehrmaterialien wurde ebenfalls vergeben.

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Büroarbeit im Wandel: Hybrid, flexibel, digital

Die Organisation der Büroarbeit verändert sich massiv. Ein neuer Leitfaden von RealFM e.V. beleuchtet auf 147 Seiten die Integration von Workplace Services. Experten plädieren für sogenannte „Third Places“ wie Work Cafés, um Büros attraktiver zu machen.

Gleichzeitig zeigen Studien neue Phänomene. Das „Coffee Badging“ – der nur kurzzeitige Aufenthalt im Büro zur Präsenzmarkierung – nimmt zu. Rund 41 Prozent der Hybrid-Arbeitnehmer gaben an, diese Praxis anzuwenden. Der Druck der Arbeitgeber auf Rückkehr ins Büro steigt dennoch.

Eine Umfrage unter 56 großen Unternehmen belegt den wachsenden Präsenzdruck. 42 Prozent der Angestellten würden bei einem Verlust flexibler Modelle einen Jobwechsel in Erwägung ziehen.

Am 17. Juni 2026 gab Microsoft die allgemeine Verfügbarkeit von Copilot Cowork bekannt. Das System soll komplexe Aufgaben autonom über verschiedene Anwendungen hinweg bearbeiten. In einem Report von IWG nannten 36 Prozent der CEOs Künstliche Intelligenz als die einflussreichste Büroinnovation der letzten Zeit – noch vor Laptops oder Videokonferenzsystemen.

Die Kehrseite: Eine Analyse von Angestellte Schweiz ergab, dass rund 28 Prozent der untersuchten Arbeitsplätze in der Schweiz stark von der KI-Entwicklung betroffen sind. Die Forderung nach umfassenden Qualifizierungsoffensiven wird damit lauter.

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