Arbeitsschutz: Neuer Helm mit Gehirnschutzsystem und Sensoren
Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 07:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der modernen Arbeitswelt steigen die Anforderungen an die Berufsbekleidung im Außenbereich stetig an. Neben dem grundlegenden Schutz vor Witterungseinflüssen gewinnen Faktoren wie Chemikalienbeständigkeit, Feuerfestigkeit und ergonomischer Komfort an Bedeutung.
Aktuelle Leitfäden für die Branche betonen, dass die Haltbarkeit durch hochwertige Stoffe und die Funktionalität durch atmungsaktive Materialien die wesentlichen Säulen einer professionellen Ausstattung bilden.
Spezifische Anforderungen im Handwerk und bei Extrembedingungen
Für Handwerksberufe wie Schreiner, Elektriker, Maler oder Fachkräfte im Sanitär- und Heizungsbau ist strapazierfähige und reißfeste Kleidung unerlässlich. Dabei stehen Bewegungsfreiheit und praktische Details wie Taschen und Knietaschen im Vordergrund.
Arbeitshosen und Latzhosen gelten hierbei als zentrale Elemente der Ausrüstung. Über den mechanischen Schutz hinaus ist für bestimmte Einsatzgebiete säure- und alkalibeständige Kleidung mit versiegelten Nähten sowie reflektierende, feuerfeste Arbeitskleidung erforderlich.
Besondere Herausforderungen ergeben sich bei Arbeiten unter hoher Sonneneinstrahlung und hohen Temperaturen. In solchen Fällen wird empfohlen, auf leichte, atmungsaktive Stoffe und helle Farben zu setzen.
Langärmelige Kleidung, Hüte und UV-Schutzbrillen ergänzen den Schutz vor Strahlung, während organisatorische Maßnahmen wie regelmäßige Hydration und Pausen im Schatten die Sicherheit der Beschäftigten unterstützen sollen. Als wesentliches Schuhwerk werden Sicherheitsschuhe mit Zehenschutz und rutschfesten Sohlen genannt, ergänzt durch technische Socken zur Vermeidung von Druckstellen.
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Arbeitsschutz und technologische Innovationen bei der PSA
Im Bereich der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) zeigt sich ein trend zu technologisch unterstützten Lösungen. Das Unternehmen AST Arbeitssicherheit hat einen neuen Industrieschutzhelm in sein Angebot aufgenommen, der über ein spezielles Gehirnschutzsystem sowie sensoren zur Überwachung von Erschütterungen und der Innentemperatur verfügt.
Das Modell „Guardio Armet Pro Connected“ übermittelt bei Bedarf Warnungen an Notfallkontakte und verfügt über einen integrierten NFC-Chip. Im Rahmen der geltenden Norm EN 397:2025 wird zwischen verschiedenen Helmtypen für die Produktion, Wartung oder den schweren Bau (Stahl- und Tunnelbau) unterschieden. Fachbesucher können sich hierzu auf einer Fachmesse informieren, die vom 20. bis zum 22. Oktober in Stuttgart stattfindet.
Besondere Sicherheitsvorgaben gelten zudem für den Offshore-Bereich, etwa bei Windkraftanlagen. Die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) weist darauf hin, dass vor jedem Einsatz eine detaillierte Prüfung von Wetterbedingungen, Ausrüstung und PSA erfolgen muss.
In einem Podcast erläuterte Andreas Wessels von Siemens Gamesa in diesem Zusammenhang die Bedeutung von Rettungskonzepten und regelmäßigen Übungen. Die BG ETEM stützt sich dabei auf Prinzipien wie eine gründliche Vorbereitung und die Etablierung einer Fehlerkultur.
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Materialentwicklung und Konzepte zur Kreislaufwirtschaft
Auch bei der Materialzusammensetzung gibt es Neuerungen. Im Bereich der Outdoor-Bekleidung für den mobilen Einsatz werden verstärkt elastische Gewebe aus Elasthan, Polyamid oder Polyester eingesetzt.
Solche Stretch-Hosen, die beispielsweise für 59,90 EUR angeboten werden, legen den Fokus eher auf Atmungsaktivität als auf vollständige Wasserdichtigkeit, wobei für starke Niederschläge separate Überhosen empfohlen werden. Marken wie DASSY, HAKRO, Carhartt, FHB und HAIX prägen hier das Marktsegment.
Die technologische Weiterentwicklung von Fasern wird zudem auf internationalen Fachveranstaltungen thematisiert. So präsentiert The LYCRA Company vom 14. bis 16. September in Indianapolis spezielle Fasern, die bis zu 100 industriellen Waschgängen standhalten oder über antistatische Eigenschaften verfügen.
Parallel dazu rückt die Nachhaltigkeit in den Fokus der Hersteller. Das dänische Unternehmen Engel bietet seit Ende Juni 2026 in Deutschland ein markenübergreifendes Recyclingkonzept an.
Über Sammelbehälter können Textilien zurückgegeben werden, von denen laut Unternehmensangaben etwa zwei Drittel recycelbar sind. Ein Beispiel für die Umsetzung ist eine Kollektion bestehend aus Arbeitsjacke und -hose, die zu 27 Prozent aus recycelten Fasern gefertigt wird.
