Arbeitsschutz, Handwerk

Arbeitsschutz im Handwerk: 150 Azubis lernen Gefahren an Maschinen kennen

Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 01:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Seminar vermittelt Nachwuchskräften aus acht Gewerken Schutzregeln für Leitern, Holzbearbeitungsmaschinen und Metallarbeiten.
Eine saubere, gut beleuchtete Werkstatt mit einer stationären Holzbearbeitungsmaschine und einer geordneten Arbeitsumgebung. Illustration mit AI erstellt.

Die Kreishandwerkerschaft Ingolstadt-Pfaffenhofen bereitet den handwerklichen Nachwuchs gezielt auf Gefahren im Arbeitsalltag vor. Wie der Donaukurier am 15. Oktober 2026 berichtete, schult die Organisation im Rahmen eines Seminars zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres rund 150 Auszubildende in Fragen des Arbeitsschutzes und des richtigen Verhaltens.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer stammen aus einem breiten Spektrum an Gewerken: Vertreten sind die Bauinnung, die Maler- und Lackiererinnung, die Elektroinnung, die Metzgerinnung, die Metallbauerinnung, die Schreinerinnung, die SHK-Innung sowie die Zimmererinnung.

Unfallrisiken auf Baustellen und in Werkstätten

Trotz technischer Weiterentwicklungen bleiben Unfälle an Arbeitsplätzen im Handwerk eine ständige Herausforderung. Laut der Handlungsanleitung BGI 694 sind die Unfallzahlen bei Leitern und Tritten zwar auf jährlich etwa 26.000 meldepflichtige und rund 20 tödlich verlaufende Vorfälle gesunken, dennoch werde das Gefährdungspotenzial von Leitern nach wie vor unterschätzt. Diese Risiken betreffen Auszubildende fast aller Gewerke, insbesondere im Bau-, Montage- und Ausbaubereich.

Anzeige

Wer sich mit der Sicherheit auf Baustellen befasst, sollte die rechtssichere Dokumentation nicht vernachlässigen. Diese Gratis-Vorlage unterstützt Sie dabei, Betriebsanweisungen für Leitern und Tritte schnell und rechtssicher zu erstellen. Gratis-Vorlage und Anleitung jetzt kostenlos herunterladen

Sicherheitsregeln bei Holzbearbeitungsmaschinen

Ein Schwerpunkt der sicherheitsrelevanten Unterweisungen liegt auf dem sachgerechten Umgang mit Werkzeugen und Maschinen. In der Holzbearbeitung, etwa für angehende Schreiner und Zimmerer, gelten strenge Vorsichtsmaßnahmen beim Betrieb von Kreissägen: Sägeblätter müssen vor jedem Gebrauch auf Beschädigungen überprüft werden.

Schutzvorrichtungen wie der Sägeblattschutz dürfen niemals entfernt werden, und vor Wartungsarbeiten ist die Maschine zwingend vom Stromnetz zu trennen. Das Werkstück ist stabil zu fixieren, während Schnitttiefe und Neigung angepasst werden müssen, ohne Druck auf das Material auszuüben. Das Gerät ist mit beiden Händen ruhig und gleichmäßig zu führen.

Nach dem Schnitt muss abgewartet werden, bis das Sägeblatt vollständig zum Stillstand gekommen ist, bevor das Werkstück entnommen wird. Für großformatige Platten wird die Nutzung einer Führungsschiene empfohlen, bei sperrigen Teilen der Einsatz von zwei Personen. Auch bei Kappsägen sind Mindestabstände sowie eine ausreichende Belüftung erforderlich, um Überhitzungen und Lagerschäden vorzubeugen.

Schutzvorkehrungen in der Metallbearbeitung und Betriebspraxis

Auch in metallverarbeitenden Berufen sind genaue Kenntnisse der Schutzmaßnahmen unerlässlich. Bei Arbeiten mit dem Winkelschleifer muss strikt zwischen dem Materialabtrag beim Schleifen und dem riskanteren Trennen unterschieden werden.

Anzeige

Der sachgerechte Umgang mit Maschinen erfordert klare Anweisungen, um Unfälle und hohe Bußgelder im Betrieb zu vermeiden. Erstellen Sie mit dieser kostenlosen Word-Vorlage rechtssichere Betriebsanweisungen für Bohr-, Fräs- und Schleifmaschinen in wenigen Minuten. Rechtssichere Betriebsanweisung für Maschinen in wenigen Minuten erstellen

Trennscheiben dürfen unter keinen Umständen für Holzwerkstoffe eingesetzt werden. Als persönliche Schutzausrüstung sind Schutzbrille, Gesichtsschutz, Gehörschutz, eine FFP2-Atemmaske sowie schnittfeste Handschuhe vorgesehen. Zudem ist das Werkstück stets einzuspannen und Schleifstaub regelmäßig abzusaugen.

Neben grundlegenden Lehrgängen wie dem Seminar der Kreishandwerkerschaft spielen im betrieblichen Alltag kurze, aufgabenbezogene Sicherheitsbesprechungen vor Ort – sogenannte Toolbox-Talks – eine wichtige Rolle. Sie dienen dazu, spezifische Risiken vor Arbeitsbeginn interaktiv zu besprechen und Schutzmaßnahmen festzulegen.

Solche Einheiten stellen zwar keinen Ersatz für formale Unterweisungen oder vorgeschriebene Prüfungen dar, unterstützen jedoch die kontinuierliche Verankerung von Sicherheitsroutinen im Betriebsablauf.

Disclaimer...
de | wirtschaft | 70345271 |