Arbeitsschutz: Großrazzia deckt 37 Verstöße im Bielefelder Baugewerbe auf
Veröffentlicht: 12.07.2026 um 23:30 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat ihr Einfaches Maßnahmenkonzept Gefahrstoffe (EMKG) in der 6. Auflage veröffentlicht.
Das praxisorientierte Instrument hilft Betrieben, gesundheitliche Risiken durch Einatmen, Hautkontakt sowie Brand- und Explosionsgefahren zu bewerten – und das ohne aufwendige Messungen. Besonders kleine und mittlere Unternehmen sollen von den detaillierten Handlungshilfen profitieren.
Rechtliche Pflichten und aktuelle Kontrollen
Die Verpflichtung zur Gefährdungsbeurteilung gilt für alle Betriebe, die mit Gefahrstoffen arbeiten. Fachleute empfehlen eine jährliche Überprüfung der Dokumente, um veränderte Arbeitsabläufe oder neue Stoffzusammensetzungen zu berücksichtigen. Die Kosten für eine professionelle Erstellung liegen ab etwa 490 Euro netto.
Dass die Kontrollen streng sind, zeigt eine Großrazzia heute im Bielefelder Baugewerbe. Zoll und Arbeitsschutzbehörden stellten zahlreiche Mängel fest – von fehlenden Absturzsicherungen bis zu unzureichender Schutzausrüstung. In 37 Verdachtsfällen wurden Ermittlungen eingeleitet.
Fristen und neue Regelungen
Für den Eintrag von Pflanzenschutzmitteln ins Register der Fachbewilligungen wurde die Frist bis zum 31. Juli verlängert. Ab dem 1. Januar 2027 ist der Verkauf nur noch gegen Vorlage einer digitalen Fachbewilligung zulässig.
Seit dem 1. Juli gilt zudem eine neue Rücknahmepflicht für E-Zigaretten: Kioske und Tankstellen müssen gebrauchte Vapes auch ohne Neukauf kostenlos zurücknehmen.
Die BAuA hat das EMKG in der 6. Auflage veröffentlicht – für KMU die Chance, Gefährdungsbeurteilungen ohne aufwendige Messungen rechtsicher umzusetzen. Mit der kostenlosen Checkliste vermeiden Sie Bußgeldrisiken und sind für Kontrollen gewappnet. Jetzt kostenlose EMGK-Checkliste anfordern
Die BAuA weist außerdem auf Risiken durch optische Strahlung hin. UV- und Infrarotstrahlung können photochemische oder thermische Schäden an Augen und Haut verursachen.
Qualifizierung und Dokumentation
Für die rechtssichere Umsetzung der Vorgaben ist oft ein Gefahrstoffbeauftragter sinnvoll. Entsprechende Fachkunde-Seminare werden fortlaufend angeboten, etwa Ende August in Kiel. Die Schulungen decken die Gefährdungsbeurteilung, Lagerung und Entsorgung ab.
Ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts vom 7. Mai unterstrich die Bedeutung korrekter Dokumentation: Ein Einwurf-Einschreiben reicht nicht aus, um den Zugang einer Einladung zum betrieblichen Eingliederungsmanagement (bEM) nachzuweisen, wenn der Zustellprozess formale Lücken aufweist.
Ergonomie und Digitalisierung im Fokus
Wer Gefahrstoffe im Betrieb einsetzt, muss die Gefährdungsbeurteilung jährlich aktualisieren. Die neue EMKG-Auflage der BAuA liefert konkrete Handlungshilfen – ohne Messungen. So dokumentieren Sie Schritt für Schritt rechtsicher. EMGK-Leitfaden für KMU jetzt sichern
Über chemische Gefährdungen hinaus rücken ergonomische und digitale Aspekte stärker in den Fokus. Eine Untersuchung zur digitalen Pflegedokumentation aus dem Jahr 2025 zeigt den Gestaltungsbedarf bei neuen Technologien im Gesundheitswesen.
Präventive Angebote wie das Programm „RV Fit“ verzeichnen wachsendes Interesse: Die Antragszahlen stiegen zwischen 2020 und 2024 von rund 12.000 auf 65.000 an.
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