Arbeitsschutz, Drehsaison

Arbeitsschutz: Drehsaison bringt Schulungs- und Prüfpflichten

16.06.2026 - 05:09:12 | boerse-global.de

Produktionen müssen 2026 strengere Auflagen bei Arbeitszeitdokumentation, Geräteprüfung und Hitzeschutz umsetzen.

Neue Sicherheitsregeln für Dreharbeiten: Zeiterfassung und Hitzeschutz
Arbeitsschutz - Ein Filmset mit Crew-Mitgliedern, die Sicherheitsausrüstung tragen und technische Kontrollen durchführen, um Risiken vorzubeugen. 16.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Arbeitgeber müssen sich auf mehrere Neuerungen einstellen – von der Zeiterfassung bis zum Hitzeschutz.

Qualifizierung und technische Checks

Arbeitssicherheitsschulungen werden zur Pflicht. Sie umfassen Elektrotechnik am Set sowie Verantwortung und Haftung. Qualifizierte Sicherheitsbeauftragte sollen die Einhaltung des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) sicherstellen. Die Teilnahme an Lehrgängen dient als notwendiger Unterweisungsnachweis.

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Parallel dazu müssen Produktionen ihre technische Ausrüstung prüfen. Die nach DGUV V3 vorgeschriebene Sicherheitsprüfung für elektrische Betriebsmittel ist gesetzlich verpflichtend. Sie muss mindestens einmal jährlich erfolgen. Branchenexperten beziffern die Kosten auf 50 bis 200 Euro pro Gerät. Die Verantwortung liegt beim Arbeitgeber.

Arbeitszeit: Lückenlose Dokumentation gefordert

Seit Mitte Juni wird verstärkt auf die Pflicht zur Aufzeichnung der Arbeitszeit hingewiesen. Arbeitgeber müssen Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit präzise dokumentieren. Grundlage ist unter anderem die Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts zur systematischen Zeiterfassung.

Besonders relevant ist das für Branchen mit unregelmäßigen Arbeitszeiten – wie die Filmproduktion. Wochenend- und Abendarbeit sind hier Standard. Die Dokumentationspflicht nach dem Mindestlohngesetz betrifft daher viele Sets direkt.

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Flankiert wird die Entwicklung durch politische Debatten. Die Unionsfraktion fordert eine wöchentliche Höchstarbeitszeit von 48 Stunden statt der täglichen Acht-Stunden-Grenze. Das Arbeitsministerium plant einen Gesetzentwurf bis Ende des Monats. Gewerkschaften warnen vor einer Erosion von Schutzrechten. Umfragen zeigen: Eine Mehrheit der Arbeitnehmer will am Acht-Stunden-Tag festhalten.

Hitzewelle: Schutz vor extremen Temperaturen

Eine für Mitte Juni prognosticierte Hitzewelle bringt zusätzliche Dringlichkeit. Temperaturen von lokal bis zu 37 Grad sind angesagt. Experten raten zur Anpassung der Arbeitsorganisation – etwa durch Lüften in den Morgenstunden und ausreichende Getränke.

Die gesundheitlichen Folgen der Klimakrise werden auch auf europäischer Ebene diskutiert. Eine Expertenkommission mit Karl Lauterbach forderte bereits im Mai die Ausrufung einer gesundheitlichen Notlage durch die WHO. Der Bericht führt jährlich hunderttausende Todesfälle in Europa auf fossile Brennstoffe und extreme Hitze zurück.

Hinzu kommt ein weiteres Risiko: Die Asiatische Tigermücke breitet sich in Europa aus. Sie überträgt Krankheiten wie Dengue- oder Zika-Virus. Für Arbeiten im Freien empfehlen Behörden präventive Maßnahmen und wirksame Repellents.

Technologie und Vorsorge

Innovative Ansätze zur Sicherheit werden auch auf der Straße getestet. Die Asfinag setzt auf KI-basierte Kollisionswarnsysteme. Kameras und Vibrationen warnen Arbeiter vor herannahenden Fahrzeugen. Solche Technologien könnten künftig auch Dreharbeiten im öffentlichen Raum absichern.

Für Unternehmen spielt zudem die rechtliche Absicherung eine Rolle. Der Pensions-Sicherungs-Verein (PSV) sichert Betriebsrenten im Insolvenzfall ab. Auch steuerliche Risiken bei „Workation“ oder Geschäftsreisen sollten Arbeitgeber prüfen – sie können rechtliche Komplikationen im Ausland auslösen.

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