Arbeitsschutz, BAuA

Arbeitsschutz: BAuA veröffentlicht neue Regeln für mechanische Gefährdungen

06.06.2026 - 08:31:33 | boerse-global.de

Neue BAuA-Leitfäden zielen auf die häufigsten Unfallursachen: Mechanik und Stürze. Auch Roboter-Sicherheit und Gerüstkontrollen sind Thema.

BAuA Handbuch: Neue Leitfäden gegen Sturz- und Maschinenunfälle
Arbeitsschutz - Eine Nahaufnahme der behandschuhten Hand eines Arbeiters, die mit einer komplexen Industriemaschine interagiert, mit sichtbaren Schutzvorrichtungen und Warnhinweisen. 06.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat deshalb am 5. Juni neue Teile ihres Handbuchs zur Gefährdungsbeurteilung vorgelegt.

Im Fokus stehen mechanische Einwirkungen und die Prävention von Sturz- und Stolperunfällen. Rund 75 Prozent aller Arbeitsunfälle gehen auf mechanische Gefährdungen zurück, wie Daten der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) zeigen.

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Sturzgefahr im Fokus

Den größten Anteil haben Unfälle durch bewegte Maschinenteile und gefährliche Oberflächen – jeweils 25 Prozent. Transportvorgänge machen 20 Prozent aus, Absturzereignisse sechs Prozent.

Ergänzend veröffentlichte die BAuA den Abschnitt 1.5, der sich speziell mit Stürzen, Ausrutschen und Stolpern befasst. Diese Kategorie macht rund ein Viertel aller Unfälle aus. Der Leitfaden konkretisiert die Anforderungen der Technischen Regel für Arbeitsstätten (ASR A1.5).

Zur Bewertung der Trittsicherheit kommen Rutschhemmungsklassen von R 9 bis R 13 sowie Verdrängungsräume von V 4 bis V 10 zum Einsatz. Für die Prüfung bestehender Böden empfiehlt die BAuA ein Tribometer nach DIN EN 16165. Ein Reibwert von mindestens 0,45 µ gilt als ausreichend.

Kontrollwoche für Baugerüste in Hessen

Die praktische Relevanz zeigt eine angekündigte Überprüfung im Baugewerbe. Vom 8. bis 12. Juni kontrollieren die hessischen Regierungspräsidien in Gießen, Darmstadt und Kassel verstärkt Baugerüste. Die Aktion ist Teil der Aktionswoche der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA).

Der Hintergrund: Zwischen 2009 und 2023 machten Absturzunfälle 31 Prozent der schweren oder tödlichen Arbeitsunfälle aus. Frühere Kontrollen zeigten zudem erhebliche Defizite: Nur 21 Prozent der Baustellen erfüllten die Arbeitsschutzanforderungen für Gerüste vollständig.

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Roboter und Sicherheitsnormen

Auch neue Technologien rücken in den Fokus. Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) stellte am 4. Juni einen Benchmark für humanoide Roboter vor. Tests mit Modellen wie dem Unitree G1 EDU-4 zeigen: Die Gangstabilität ist hoch, doch die Kollisionskräfte überschreiten oft die Schmerzschwellenwerte nach ISO TS 15066. Zudem fehlen häufig physische Not-Aus-Schalter. Eine spezifische Sicherheitsnorm (ISO 25785-1) wird für Mai 2028 erwartet.

Die Deutsche Bahn testet von Juni bis Dezember spezielle Schutzhelme für Sicherheitspersonal in Berlin – Reaktion auf steigende Angriffszahlen. Im Bereich vernetzter Systeme gewinnt die Normenreihe IEC 62443 an Bedeutung. Sie hilft Unternehmen bei der Umsetzung des Cyber Resilience Act (CRA), der ab Ende 2027 verbindliche Sicherheitsvorgaben für vernetzte Produkte vorsieht.

Ein im Frühjahr erschienener Praxisleitfaden zum Arbeitsstättenrecht analysiert aktuelle Gerichtsurteile und die Anwendung der Technischen Regeln. Ziel: Unternehmen mehr Rechtssicherheit bei der Gestaltung einer sicheren Arbeitsumgebung zu geben.

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