Arbeitsmarkt-Reform, Telefonische

Arbeitsmarkt-Reform: Telefonische Krankschreibung fällt weg

03.07.2026 - 05:33:16 | boerse-global.de

SAP stoppt Reisen ohne KI-Bezug, während die Bundesregierung Krankschreibungen, Befristungen und Reisekosten neu regelt.

SAP Sparkurs & Reformen: Neue Regeln für Arbeitnehmer 2026
Arbeitsmarkt-Reform - Innenansicht eines modernen Zuges mit Blick aus dem Fenster auf eine verschwommene Stadtlandschaft, die Geschäftsreisen symbolisiert. 03.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Es verändert die Regeln für Krankschreibungen, Befristungen und Dienstreisen. Parallel dazu verschärfen Konzerne wie SAP ihre internen Richtlinien.

SAP setzt auf Sparkurs für KI-Investitionen

Der Softwarekonzern SAP hat Anfang Juli seine Reiserichtlinien verschärft. Interne Veranstaltungen und Reisen ohne direkten KI-Bezug sind ausgesetzt, bestätigte ein Sprecher am 2. Juli. Neueinstellungen sollen sich künftig auf KI-spezifische Rollen konzentrieren.

Das Unternehmen will so Mittel für Investitionen in Künstliche Intelligenz freisetzen. Der Schritt folgt auf ein bereits 2024 gestartetes Restrukturierungsprogramm. Ziel ist es, Entlassungen zu vermeiden und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Die SAP-Aktie hatte seit Jahresbeginn deutliche Kursverluste hinnehmen müssen.

Steuerliche Änderungen bei Fahrtkosten

Seit dem 1. Januar 2026 gelten neue Regeln für die Reisekostenabrechnung. Die pauschale Erstattung für öffentliche Verkehrsmittel wurde gestrichen. Dafür gilt nun eine einheitliche Entfernungspauschale von 38 Cent pro Kilometer – und zwar ab dem ersten Kilometer.

Der Entwurf zum Jahressteuergesetz 2026 bringt weitere Änderungen. Ab Januar 2027 verkürzt sich die Frist für die Definition der ersten Tätigkeitsstätte von 48 auf 24 Monate. Das betrifft die steuerliche Behandlung von Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsort.

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Strengere Nachweise für Homeoffice gefordert

Die Finanzämter verlangen für 2025 detaillierte Belege zur Homeoffice-Pauschale. Die 6 Euro pro Tag (maximal 1.260 Euro jährlich) gibt es nur noch mit Zeitaufzeichnungen oder Arbeitgeberbescheinigung.

Bei Bundesbehörden zeigen sich unterschiedliche Ansätze zur Workation. Während KBA und BSI ortsunabhängiges Arbeiten ermöglichen – teils bis zu 60 Tage im Jahr –, hat das Gesundheitsministerium Auslandsarbeit gestrichen. Experten warnen vor Kündigungsrisiken bei eigenmächtiger Auslandsarbeit.

Digitale A1-Bescheinigung ausgeweitet

Seit dem 1. März 2026 gibt es die digitale A1-Bescheinigung für bilaterale Abkommen, etwa mit Brasilien. Auf EU-Ebene zeichnet sich eine erleichterte Regelung ab: Kurze Geschäftsreisen bis zu drei Tagen innerhalb von 30 Tagen sollen von der A1-Pflicht befreit werden. Die Regelung wird aber voraussichtlich erst 2028 wirksam.

Telefonische Krankschreibung abgeschafft

Der Koalitionsausschuss hat am 2. Juli ein Paket mit 34 Maßnahmen verabschiedet. Die telefonische Krankschreibung ist Geschichte – eine ärztliche Bescheinigung ist ab dem ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit nötig.

Das Paket erweitert zudem die sachgrundlose Befristung auf bis zu 48 Monate mit bis zu sechs Verlängerungen. Diese Regelung gilt bis Ende 2030. Zur Gegenfinanzierung geplanter Steuerentlastungen ab 2027 steigt die Pauschalsteuer für Mini-Jobs von 2 auf 5 Prozent.

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