Arbeitsmarkt, Ausländische

Arbeitsmarkt: Ausländische Fachkräfte verdoppeln Anteil in Engpassberufen

Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 14:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Bundesagentur meldet für 2025 weniger Engpassberufe, doch Pflege, Bau und Handwerk bleiben betroffen. Ausländische Beschäftigte gewinnen an Bedeutung.

Fachkräftemangel bleibt hoch: BA nennt 157 Engpassberufe
Leere Arbeitsplätze in einer modernen deutschen Werkshalle bei Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat am 1. September 2026 ihre aktuelle Engpassanalyse für das Jahr 2025 vorgelegt. Demnach bleibt der Fachkräftemangel in Deutschland auf einem hohen Niveau bestehen, zeigt jedoch eine leichte Entspannung im Vergleich zum Vorjahr. Für insgesamt 157 Berufsgattungen wurde ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften festgestellt, was einem Rückgang um sechs Berufsgruppen gegenüber dem Jahr 2024 entspricht.

Pflege und Handwerk bleiben Schwerpunkt der Engpässe

Trotz des leichten Rückgangs der betroffenen Berufsgattungen identifiziert die Bundesagentur weiterhin erhebliche Lücken in zentralen Wirtschaftsbereichen. Der größte Mangel zeigt sich unverändert in den Pflege- und Gesundheitsberufen. Auch im Baugewerbe und im Handwerk sowie bei Köchen, Erziehern und Berufskraftfahrern bleibt die Suche nach qualifiziertem Personal für Unternehmen eine Herausforderung.

Die statistischen Daten der Behörde verdeutlichen die Dimension des Bedarfs: Im Jahr 2025 waren rund 402.000 Stellen bei der Bundesagentur für Arbeit als offen gemeldet. Etwa die Hälfte dieser Vakanzen entfiel auf die nun identifizierten Engpassberufe. Dies unterstreicht die strukturelle Bedeutung dieser Berufsfelder für den deutschen Arbeitsmarkt, da dort die Besetzungszeiten für offene Positionen besonders lang ausfallen.

Entspannung in der IT-Branche und industriellen Fertigung

Gleichzeitig verzeichnet die Analyse der Bundesagentur positive Entwicklungen in Sektoren, die in den vergangenen Jahren stark unter Personalmangel litten. So wurden für die Softwareentwicklung, den IT-Vertrieb sowie die spanende Metallbearbeitung keine Engpässe mehr festgestellt.

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Diese Bereiche fallen damit aus der Liste der 157 kritischen Berufsgattungen heraus. Experten führen solche Verschiebungen oft auf eine Kombination aus konjunkturellen Einflüssen und einer gestiegenen Zahl an Absolventen oder Quereinsteigern in diesen spezifischen Feldern zurück.

Wachsende Bedeutung ausländischer Beschäftigter

Ein wesentlicher Befund der Analyse betrifft den strukturellen Wandel der Belegschaften in den Mangelberufen. Laut der Bundesagentur hat sich der Anteil ausländischer Beschäftigter in diesen Berufsfeldern seit dem Jahr 2014 verdoppelt. Lag die Quote damals noch bei 7 Prozent, stieg sie bis zum aktuellen Berichtszeitraum auf 14 Prozent an.

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Besonders deutlich wird dieser Trend im Bereich der Pflege. In einem Vergleich der Daten von Juni 2024 und Juni 2025 zeigt sich eine gegenläufige Entwicklung zwischen deutschen und ausländischen Arbeitnehmern: Während die Zahl der deutschen Beschäftigten in der Pflege um 5.000 sank, verzeichnete die Branche einen Zuwachs von 46.000 ausländischen Fach- und Hilfskräften.

Diese Zahlen belegen die zunehmende Abhängigkeit kritischer Infrastrukturbereiche von internationaler Zuwanderung, um die bestehenden Lücken in der Versorgung und Produktion zu schließen. Die Bundesagentur für Arbeit sieht in dieser Entwicklung eine Bestätigung dafür, dass die Fachkräftesicherung ohne ausländische Arbeitnehmer in vielen Bereichen kaum noch möglich wäre.

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