Arbeitsmarkt, Beschäftigten

Arbeitsmarkt: 17 Prozent der Beschäftigten haben ausländischen Pass

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 12:39 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Seit 2024 stammt das gesamte Beschäftigungswachstum in Deutschland von ausländischen Arbeitnehmern, während die Zahl deutscher Erwerbstätiger sinkt.

Ausländische Arbeitnehmer treiben deutsches Beschäftigungswachstum an
Eine vielfältige Gruppe von Fachkräften aus verschiedenen Ländern arbeitet in einem modernen Büro zusammen, symbolisiert globales Wachstum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Bundesagentur für Arbeit legte neue Daten vor: Seit 2024 stammt das gesamte Beschäftigungswachstum von ausländischen Arbeitnehmern. Ohne sie wäre die Zahl der Erwerbstätigen längst gesunken.

Zwischen 2014 und 2024 ging die Zahl der erwerbsfähigen Deutschen um 3,9 Millionen zurück. Im gleichen Zeitraum wuchs die Gruppe der ausländischen Erwerbspersonen um 3,4 Millionen. Die demografische Entwicklung verschiebt die Belegschaftsstrukturen massiv.

17 Prozent der Beschäftigten haben ausländischen Pass

Die Bertelsmann Stiftung veröffentlichte Mitte Juli eine Analyse: Mittlerweile haben 17 Prozent der Beschäftigten in Deutschland eine ausländische Staatsangehörigkeit. Binnen eines Jahres sank die Zahl der deutschen Beschäftigten um 269.000 auf rund 29 Millionen. Die ausländischen Erwerbstätigen stiegen um 194.000 auf 5,9 Millionen.

Unterm Strich ergab sich ein Netto-Rückgang von 75.000 Beschäftigten. Ein wesentlicher Treiber: die Überalterung der einheimischen Belegschaft. Aktuell sind 25 Prozent der deutschen Beschäftigten über 55 Jahre alt. Sie werden in den kommenden Jahren aus dem Erwerbsleben ausscheiden.

Die BA berechnete für den Zeitraum Juni 2014 bis Juni 2025: 43 Prozent des Beschäftigungswachstums entfielen auf Personen aus Drittstaaten. 26 Prozent kamen aus dem EWR-Raum oder der Schweiz. Lediglich 31 Prozent stammten von deutschen Staatsangehörigen.

Ausländer stützen Schlüsselbranchen

Besonders deutlich wird die Abhängigkeit in Engpassberufen. Der Anteil ausländischer Beschäftigter verdoppelte sich von 7 Prozent (2014) auf 14 Prozent (2025). In Sachsen arbeiteten Ende 2025 knapp 28.000 der 154.000 ausländischen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Mangelberufen – vor allem in der Gastronomie, Krankenpflege und Elektrotechnik.

Bundesweit stützen ausländische Kräfte tragende Säulen der Infrastruktur:

  • Reinigungsbranche: 47,5 Prozent
  • Lebensmittelherstellung: 44 Prozent
  • Tourismus und Gastronomie: über 33 Prozent
  • Pflege: über 20 Prozent
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Auffallend ist das Qualifikationsprofil: Während nur 12 Prozent der deutschen Beschäftigten als Helfer arbeiten, liegt dieser Anteil bei ausländischen Arbeitnehmern bei 36 Prozent.

Ausbildung als Schlüssel zur Integration

Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, gewinnt die Ausbildung von Zuwanderern an Bedeutung. In Sachsen-Anhalt wurden 2025 über 1.000 neue Ausbildungsverträge mit ausländischen Staatsangehörigen geschlossen – ein Plus von 12 Prozent. Besonders gefragt: Verkäufer, Kaufleute für Büromanagement und Kfz-Mechatroniker.

Die langfristige Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten zeigt messbare Ergebnisse. Nach acht Jahren Aufenthaltsdauer sind 73 Prozent der geflüchteten Männer erwerbstätig. Bei geflüchteten Frauen liegt die Quote mit 31 Prozent noch deutlich niedriger.

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Der Druck auf Unternehmen und Politik wächst. Experten rechnen bis 2029 mit rund 4,81 Millionen neu zu besetzenden Arbeitsplätzen. Die Zahl der verfügbaren Arbeitskräfte aus dem Inland und der aktuellen Zuwanderung könnte um 440.000 hinter diesem Bedarf zurückbleiben.

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