Arbeitskosten: Hamburg erreicht 49,41 Euro, Mecklenburg-Vorpommern nur 36,40 Euro
Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 21:18 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Arbeitskosten in Deutschland weisen erhebliche regionale Unterschiede auf. Wie das Statistische Bundesamt in einem Bericht vom 5. November 2026 zu den Daten für das Jahr 2024 mitteilte, lagen die durchschnittlichen Arbeitskosten je geleistete Stunde bundesweit bei 44,32 Euro.
Den Spitzenwert verzeichnete die Freie und Hansestadt Hamburg mit 49,41 Euro, während Mecklenburg-Vorpommern mit 36,40 Euro das Schlusslicht bildete. Die Spanne zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Länderwert belief sich damit auf 13 Euro je Stunde.
Deutliches Gefälle zwischen drei Ländergruppen
Nach den Berechnungen des Statistischen Bundesamtes lassen sich die Bundesländer in drei Gruppen einteilen. Die niedrigsten Werte verzeichneten die ostdeutschen Flächenländer und Schleswig-Holstein mit einem Spektrum von 36,40 Euro bis 39,95 Euro.
Eine mittlere Gruppe reichte vom Saarland mit 42,53 Euro bis hin zu Rheinland-Pfalz mit 44,15 Euro. Die höchste Kostengruppe bildeten Bremen mit 45,03 Euro, Bayern, Baden-Württemberg, Hessen mit 47,83 Euro sowie Hamburg. In Hessen trage unter anderem der Frankfurter Flughafen zum zweithöchsten Länderwert bei.
Auch die statistischen Landesämter bezifferten die regionalen Besonderheiten für 2024. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg beliefen sich die Arbeitskosten je gearbeitete Stunde im Bundesland bei gut 6,4 Millionen Erwerbstätigen auf 47,15 Euro, was einen Anstieg von 19,5 Prozent gegenüber dem Zeitraum 2020 bis 2024 darstellt.
Das Landesamt für Statistik Niedersachsen ermittelte für das Land Nettoarbeitskosten von 42,71 Euro je Stunde, rund 4 Prozent unter dem Bundesschnitt. In Nordrhein-Westfalen bezifferte IT.NRW die Arbeitskosten je Stunde auf 43,42 Euro.
Für Berlin meldete das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg Arbeitskosten je Vollzeiteinheit von 75.219 Euro, in Brandenburg waren es 64.436 Euro. In Thüringen lagen die Nettoarbeitskosten im produzierenden Gewerbe laut dem Statistischen Landesamt Thüringen bei 37,46 Euro je Stunde.
Branchenmix und Betriebsgröße als Kostentreiber
Ausschlaggebend für die regionalen Abweichungen ist laut dem Statistischen Bundesamt vor allem die Branchenstruktur. So drückten hohe Anteile von Gastronomie und Beherbergung das Kostenniveau in Tourismusregionen wie Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein.
Bundesweit wiesen die Gastronomie mit 25,73 Euro, das Beherbergungsgewerbe mit 26,68 Euro sowie der Bereich Gebäudebetreuung und Garten- und Landschaftsbau mit 27,34 Euro je Stunde die niedrigsten Arbeitskosten auf.
Am oberen Ende lagen die Personenbeförderung in der Luftfahrt mit 83,78 Euro, die Tabakverarbeitung mit 75,82 Euro, Kokerei und Mineralölverarbeitung mit 74,40 Euro sowie der Kohlebergbau mit 73,75 Euro. Die Finanz- und Versicherungswirtschaft zählte mit 62,31 Euro je Stunde ebenfalls zu den teuersten Wirtschaftszweigen.
Wer sich mit der Optimierung betrieblicher Ausgaben befasst, sollte auch die Potenziale bei den Zusatzleistungen kennen. Dieser kostenlose Ratgeber enthüllt, welche Gehaltsextras steuer- und sozialversicherungsfrei sind und wie Sie Lohnnebenkosten legal senken. Steuerfreie Mitarbeitervorteile jetzt entdecken
Ebenso beeinflusst die Betriebsgröße das Kostenniveau. Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg feststellte, zahlten Betriebe mit mehr als 1.000 Beschäftigten in Berlin 50,53 Euro je Stunde, während kleinere Unternehmen auf 36,98 Euro kamen.
Das Statistische Landesamt Thüringen bezifferte die Kosten bei Betrieben mit 10 bis 49 Beschäftigten auf 31,92 Euro gegenüber 44,47 Euro bei Unternehmen ab 1.000 Beschäftigten.
Zusammensetzung der Kosten und Belastung durch Lohnnebenkosten
Auf Bundesebene entfielen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 75,9 Prozent der Arbeitskosten auf die Bruttoverdienste. Die Sozialbeiträge der Arbeitgeber machten einen Anteil von 22,6 Prozent aus, während auf Aus- und Weiterbildung 0,4 Prozent entfielen.
Spürbar zugenommen haben die Aufwendungen für die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall: Ihr Anteil an den Gesamtarbeitskosten kletterte zwischen 2008 und 2024 von 2,7 Prozent auf 3,6 Prozent. In absoluten Zahlen stiegen die Aufwendungen je Vollzeitarbeitnehmer in diesem Zeitraum von 1.262 Euro auf 2.677 Euro.
Angesichts steigender Personalaufwendungen und komplexer Abgabenregelungen ist eine präzise Kostenkontrolle für Unternehmen unerlässlich. Dieses kostenlose Handbuch unterstützt Arbeitgeber dabei, Sozialversicherungsbeiträge korrekt zu berechnen und unnötige Abgaben systematisch zu vermeiden. Kostenloses Lohnnebenkosten-Handbuch herunterladen
Auf Länderebene zeigte sich ein vergleichbares Bild. IT.NRW wies für Nordrhein-Westfalen Bruttoarbeitskosten je Vollzeitarbeitsplatz von 73.913 Euro aus, wovon 56.572 Euro auf Bruttoverdienste und 17.341 Euro auf Lohnnebenkosten entfielen.
Die gesetzlichen Lohnnebenkosten machten 14.859 Euro aus. Für Baden-Württemberg meldete das dortige Statistische Landesamt einen Bruttoverdienstanteil von 77,2 Prozent, während die Lohnnebenkosten knapp ein Viertel ausmachten.
