Arbeitnehmervertretung: Neue Gewerkschaft bei Starbucks Korea gegründet
Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 18:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Arbeitnehmervertretungen forcieren ihre Basis-Mobilisierung – mit strategischen Expansionsplänen in den USA, Neugründungen bei internationalen Ketten in Asien und dem Widerstand gegen Sparprogramme in Europa.
UAW drängt in den US-Süden
Die United Auto Workers (UAW) planen eine deutliche Ausweitung ihrer Aktivitäten bei ausländischen Automobilherstellern im Süden der USA. Im Fokus stehen Standorte wie das Scout-Motors-Werk in South Carolina sowie die Mercedes-Benz-Produktion in Tuscaloosa. Grundlage für diese Bestrebungen ist der Erfolg bei Volkswagen in Chattanooga: Dort stimmte die Belegschaft 2024 für eine Gewerkschaftsvertretung, Anfang 2026 folgte ein erster Tarifvertrag mit 20 Prozent mehr Lohn.
Um künftige Auseinandersetzungen abzusichern, stockte die UAW ihren Streikfonds auf über eine Milliarde US-Dollar auf. Parallel dazu ermittelt das US-Justizministerium wegen möglicher unzulässiger Vorteile für Angehörige – Vorwürfe, die die Verbandsspitze zurückweist.
Neue Chapters in Südkorea und Vietnam
In Südkorea gründeten Beschäftigte am 19. Juli 2026 ein Gewerkschaftschapter bei Starbucks Korea. Es ist die erste Vertretung innerhalb einer Franchise-Kaffeemarke des Landes. Die Initiatoren begründen den Schritt mit gestiegener Arbeitsbelastung, niedrigen Löhnen und unzureichender Kommunikation seitens der Unternehmensführung. Starbucks Korea beschäftigt landesweit rund 23.000 Mitarbeiter.
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Auch in Vietnam melden regionale Gewerkschaftsverbände Fortschritte. Im Bezirk Dong Ha traten im ersten Halbjahr 86 neue Mitglieder bei, drei Basisgewerkschaften wurden gegründet. In der Provinz Hung Yen steigerte ein Technologieunternehmen seine Mitgliederzahl seit Ende 2025 auf fast 370.
Der nationale Lohnrat empfiehlt zudem eine Anhebung des regionalen Mindestlohns um 7,8 Prozent ab dem 1. Januar 2027. Arbeitnehmervertreter begrüßen den Vorschlag als notwendigen Schritt zur Entlastung der Beschäftigten.
Europa: Transformation und Sicherheitsfragen
In Deutschland prägen tiefgreifende Umstrukturierungen die Agenda der Arbeitnehmervertreter. Bei Volkswagen bereiten sich Betriebsrat und IG Metall auf eine Auseinandersetzung über geplante Kostensenkungen vor. Die Konzernführung strebt eine deutliche Steigerung der Umsatzrendite an – Werksschließungen und ein Abbau von bis zu 100.000 Stellen stehen im Raum. Für Ende August sind Betriebsversammlungen in neun Werken geplant.
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Ein weiterer Konfliktpunkt: die fristlose Kündigung eines Betriebsratsvorsitzenden bei Playmobil nach der Werksschließung in Dietenhofen Ende Juni. Die Gewerkschaft IGBCE wertet den Vorgang als Tabubruch. Das Verfahren liegt beim Arbeitsgericht Nürnberg.
Der Chef der Lokführergewerkschaft GDL forderte am 19. Juli 2026 zudem Gesetzesänderungen für einen besseren Schutz von Bahnmitarbeitern. Hintergrund ist ein Vorfall auf der Strecke Offenburg-Karlsruhe: Ein Sicherheitsmitarbeiter stürzte nach einer Auseinandersetzung mit einem Fahrgast aus einem fahrenden Zug und wurde schwer verletzt.
Inklusion und Mitarbeiterbeteiligung
Anlässlich des Disability Pride Month forderte der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) eine Anhebung der Ausgleichstaxe für Unternehmen, die keine Menschen mit Behinderung beschäftigen. Aktuell zahlen über 76 Prozent der betroffenen Betriebe lieber eine Gebühr, statt einzustellen.
In der Bdette um Vermögensungleichheit regte Unternehmer Mark Cuban ein Modell an: Unternehmen könnten durch die Ausgabe von Aktien an alle Mitarbeiter steuerliche Vorteile erhalten. Das soll die Schere zwischen Management-Vergütungen und Belegschaftseinkommen schließen.
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