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Arbeiterkammer lehnt 41-Stunden-Woche ab: 2,5 Mrd. Euro unbezahlte Arbeit

Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 22:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die AK Oberösterreich lehnt 41 Wochenstunden und Feiertagsstreichungen ab und verweist auf 170,1 Millionen Mehrarbeitsstunden im Jahr 2025.

AK Oberösterreich weist Pläne für längere Arbeitswoche zurück
Eine weitläufige, menschenleere Industriehalle mit modernen Maschinen und einfallendem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Andreas Stangl, Präsident der Arbeiterkammer Oberösterreich (AK OÖ), hat den jüngsten Forderungen aus der Industrie nach einer Ausweitung der wöchentlichen Arbeitszeit eine deutliche Absage erteilt. Damit reagiert die Arbeitnehmervertretung auf Vorschläge, die eine Anhebung der Normalarbeitszeit auf 41 Stunden sowie die Streichung von gesetzlichen Feiertagen vorsehen. Stangl wies diese Ansinnen zurück und verwies stattdessen auf die bereits bestehende hohe Belastung der Beschäftigten durch Mehrarbeit.

Industrievorstoß zur Arbeitszeitflexibilisierung

Hintergrund der Debatte ist ein Vorstoß von Kari Ochsner, dem Präsidenten der Industriellenvereinigung Niederösterreich (IV NÖ). Dieser hatte Mitte August 2026 gefordert, entweder eine 41-Stunden-Woche einzuführen oder als Alternative Feiertage zu streichen.

Ziel solcher Maßnahmen ist aus Sicht der Industrievertreter meist eine Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und des Produktionsvolumens. Die Arbeitnehmerseite sieht in diesen Plänen jedoch eine zusätzliche Belastung für die Belegschaften, die bereits jetzt ein erhebliches maß an Mehrarbeit leisten.

Massive Belastung durch unbezahlte Überstunden

Die Ablehnung der AK OÖ stützt sich auf aktuelle Daten zur Arbeitszeitrealität in Österreich. Den vorliegenden Zahlen für das Jahr 2025 zufolge leisteten die Beschäftigten insgesamt 170,1 Millionen Mehr- und Überstunden. Ein signifikanter Teil dieser Arbeit wurde dabei nicht vergütet. Von der Gesamtzahl der Überstunden entfielen 45,9 Millionen Stunden auf unbezahlte Mehrarbeit.

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Diese unentgeltlich geleisteten Stunden stellen einen erheblichen wirtschaftlichen Faktor dar. Das Volumen der unbezahlten Überstunden im Jahr 2025 entsprach laut den Erhebungen einem Gegenwert von 2,5 Milliarden Euro.

Angesichts dieser Zahlen argumentiert die Arbeiterkammer, dass die Arbeitnehmer bereits einen massiven Beitrag leisten, der oft nicht angemessen honoriert wird. Eine weitere Ausweitung der regulären Arbeitszeit sei daher nicht vertretbar.

Forderungskatalog der Arbeitnehmervertreter

Anstatt einer Verlängerung der Wochenarbeitszeit fordert die Arbeiterkammer Oberösterreich strukturelle Verbesserungen und eine stärkere finanzielle Absicherung der Beschäftigten. Ein zentraler Punkt ist die Forderung nach einer Erhöhung des Überstundenzuschlags bei Teilzeitbeschäftigten. Dieser solle von derzeit 25 Prozent auf 50 Prozent angehoben werden, um die Flexibilität der Arbeitnehmer besser zu entlohnen.

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Zusätzlich setzt sich die AK OÖ für eine Ausweitung der Verjährungsfristen ein. Konkret wird eine dreijährige Verjährungsfrist für Überstundenansprüche gefordert, um sicherzustellen, dass geleistete Arbeit auch nachträglich noch geltend gemacht werden kann.

Um die Erholung der Beschäftigten nachhaltig zu verbessern, drängt die Kammer zudem auf die Einführung einer sechsten Urlaubswoche, die bereits ab dem Beginn eines neuen Dienstverhältnisses gewährt werden soll. Damit positioniert sich die Arbeitnehmervertretung klar gegen eine weitere Verdichtung der Arbeitszeit und fordert stattdessen eine Entlastung der Belegschaften.

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