EU, Energie

Gaspreise: Wirtschaftsweiser will europäisches Einkaufskartell

10.04.2026 - 01:00:00 | dts-nachrichtenagentur.de

Angesichts stark gestiegener Beschaffungspreise für Erdgas fordert der neue Wirtschaftsweise Gabriel Felbermayr eine Bündelung der Marktmacht europäischer und asiatischer Staaten rechtzeitig vor dem Sommer, um die Gasspeicher zu akzeptablen Preisen wieder auffüllen zu können."Wir brauchen eine europäische Lösung, eine Art Einkaufskartell der EU-Staaten, am besten ergänzt durch asiatische Länder", sagte der Ökonom den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagausgabe).

Gasspeicher (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Gasspeicher (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Ansonsten laufe man Gefahr, sich bei der Gasbeschaffung gegenseitig zu überbieten.

"Spätestens im August beginnt das große Rennen aller Unternehmen und Länder um die verfügbaren Gasmengen", sagte Felbermayr. "Das könnte die Preise weiter treiben und sich auch auf den Rechnungen der Verbraucher bemerkbar machen."

Im Zuge des Iran-Krieges waren neben den Rohölpreisen auch die Gaspreise an den Weltmärkten in die Höhe geschossen. So wie beim Öl wird auch ein erheblicher Teil des weltweiten Handels mit Flüssig-Erdgas über die Schifffahrts-Straße von Hormus abgewickelt, die das Teheraner Mullah-Regime im Zuge der Kampfhandlungen weitgehend abgeriegelt hatte.

Der Österreicher Felbermayr gehört seit März dem deutschen Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ("Wirtschaftsweise") an. Er leitet das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) in Wien.

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - trading-notes lesen ist besser!

Wirtschaftsnachrichten lesen ist gut - <b>trading-notes</b> lesen ist besser!
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wirtschaft | 69115083 |

Weitere Meldungen

Reiche will CO2-Emissionshandel weiter abschwächen Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) will mit der geplanten Reform des Europäischen Emissionshandels für die Sektoren Energie und Industrie (ETS 1) deutlich länger CO2-Ausstoß zulassen als bisher geplant. (Politik, 04.06.2026 - 00:00) weiterlesen...

EU-Kommission: Unabhängigkeit bei Chips und Clouds retten. Brüssel schlägt vor, wie eine digitale Entflechtung funktionieren könnte. Gefährliche Abhängigkeit? Wichtige Daten liegen bei US-Cloud-Anbietern, Europas Autoindustrie zählt auf Chips aus China. (Wirtschaft, 03.06.2026 - 15:39) weiterlesen...

EU-Kommission will Unabhängigkeit bei Chips, Cloud und KI. Brüssel schlägt vor, wie die EU bei Technikfragen eigenständiger werden soll. Gefährliche Abhängigkeit? Wichtige Daten liegen bei US-Cloud-Anbietern, Europas Autoindustrie zählt auf Chips aus China. (Wirtschaft, 03.06.2026 - 14:11) weiterlesen...

EU-Kommission will mehr Schulden für Energiewende erlauben Wegen der aktuellen Energiekrise plant die Europäische Kommission eine weitere Lockerung der Schuldenregeln der EU.Künftig können Mitgliedstaaten, die Maßnahmen ergreifen, um die Energieversorgungssicherheit Europas zu stärken und den Übergang von fossilen Brennstoffen zu beschleunigen, eine "begrenzte haushaltspolitische Flexibilität" im Rahmen der derzeitigen nationalen Ausweichklausel für Verteidigungsausgaben beantragen, teilte die Brüsseler Behörde am Mittwoch mit. (Politik, 03.06.2026 - 13:20) weiterlesen...

EU-Kommission will mehr Schulden für Energiewende erlauben (Politik, 03.06.2026 - 13:07) weiterlesen...

Magyar kündigt Widerstand gegen EU-Asylregeln an Der neue ungarische Ministerpräsident Péter Magyar kündigt Widerstand gegen die Migrationspolitik der Europäischen Union an.Die EU verlangt von ihren Mitgliedsländern, an den Außengrenzen Asylverfahren für Migranten durchzuführen - auf die Frage, ob er diese Vorschrift des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems GEAS, die ab Mitte Juni gelten soll, auch anwenden wolle, kündigte Magyar in der FAZ an, "dass Ungarn keine illegalen Migranten übernehmen wird". (Politik, 03.06.2026 - 09:21) weiterlesen...