Amazon-Logistik, Löhne

Amazon-Logistik: Löhne steigen auf 16,66 Euro ab September

Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 05:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Amazon erhöht die Löhne für Logistikmitarbeiter in Deutschland, Verdi kritisiert fehlende Tarifbindung. Parallel dazu wurde in Italien ein historischer Tarifvertrag abgeschlossen.

Amazon erhöht Logistikgehälter: Einstiegslohn steigt auf 16,66 Euro
Ein modernes Logistikzentrum von Amazon mit Mitarbeitern in Sicherheitswesten an Förderbändern. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Amazon hebt die Gehälter für seine Logistikmitarbeiter in Deutschland an. Ab September 2026 steigen die Einstiegslöhne auf 16,66 Euro pro Stunde – ein Plus von 4,1 Prozent. Beschäftigte mit zwei Jahren Betriebszugehörigkeit verdienen dann 18,87 Euro, ein Anstieg um 3,1 Prozent.

Bei einer 40-Stunden-Woche inklusive Boni kommt das Unternehmen auf ein Jahresgehalt von rund 41.600 Euro.

Verdi fordert Tarifverträge

Die Gewerkschaft Verdi zeigt sich wenig beeindruckt. Sie kritisiert Amazon seit Jahren für seine Weigerung, rechtsverbindliche Tarifverträge abzuschließen. Solange der Konzern nicht an die Flächentarife des Einzel- und Versandhandels gebunden sei, reichten freiwillige Erhöhungen nicht aus.

Amazon beschäftigt bundesweit mehr als 40.000 Mitarbeiter. Der gesetzliche Mindestlohn liegt seit Januar 2026 bei 13,90 Euro.

Historischer Tarifvertrag in Italien

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Während in Deutschland die Fronten verhärtet sind, gibt es international Bewegung. Am 24. Juli 2026 unterzeichnete Amazon den ersten landesweiten Tarifvertrag seiner Geschichte – in Italien. Die Vereinbarung mit den Gewerkschaftsbünden Filt CGIL, Fit CISL und Uiltrasporti gilt für 57 Standorte.

Der Vertrag erweitert die Arbeitnehmerrechte und begrenzt die Videoüberwachung an Arbeitsplätzen. Die internationale Gewerkschaftsföderation UNI Global forderte, solche Regelungen auf die weltweite Belegschaft auszuweiten.

Branche unter Druck

Die Logistikbranche steht vor weiteren Herausforderungen. Die DHL-Führung verlangt eine gesetzliche Regelung: Pakete über 23 Kilogramm sollen nur noch von zwei Personen zugestellt werden dürfen. Hintergrund sind hohe Krankenstände durch Muskel- und Skeletterkrankungen. Wettbewerber lehnen das mit Verweis auf den Personalmangel ab.

Auch politisch wächst der Druck. Das Saarland und Niedersachsen haben einen Bundesratsantrag eingebracht, der ein Direktanstellungsgebot für Kuriere vorsieht. Ziel ist es, den Missbrauch von Subunternehmer-Strukturen zu unterbinden. Die EU-Richtlinie zur Plattformarbeit muss bis zum 2. Dezember 2026 in nationales Recht umgesetzt werden.

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Milliarden für KI

Am 30. Juli 2026 legt Amazon seine Quartalszahlen vor. Analysten erwarten einen Umsatz zwischen 194 und 199 Milliarden US-Dollar und ein operatives Ergebnis von bis zu 24 Milliarden US-Dollar.

Parallel investiert der Konzern massiv in Technologie: 200 Milliarden US-Dollar sind für künstliche Intelligenz eingeplant. Ein Teil fließt in „Project Lighthouse“, eine KI-gesteuerte Neugestaltung des Streamingdienstes Prime Video. Trotz der Automatisierung bleibt die Personalsituation in der Logistik angespannt – der Fachkräftemangel in Deutschland zeigt kaum Entspannung.

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