Amadeus Fire: Aufsichtsrat weicht in mehreren Punkten vom Kodex ab
28.05.2026 - 08:30:16 | boerse-global.deDer Personaldienstleister Amadeus Fire hält an den meisten Standards des Deutschen Corporate Governance Kodex fest – weicht aber in mehreren Punkten weiterhin ab.
Abweichungen von Kodex-Empfehlungen
Vorstand und Aufsichtsrat gaben ihre formelle Entsprechenserklärung am 11. November 2025 ab. Sie bezog sich auf die Fassung des DCGK vom 28. April 2022. Während das Unternehmen den meisten Empfehlungen folgt, meldete es mehrere anhaltende Ausnahmen.
So tagt der Aufsichtsrat nicht regelmäßig ohne Anwesenheit des Vorstands – eine Abweichung von Empfehlung D.6. Auch beim Vergütungssystem für Führungskräfte gibt es Unterschiede: Die Laufzeit des langfristigen Incentive-Plans orientiert sich an den individuellen Vertragslaufzeiten statt an den konkreten Vorgaben des Kodex (Empfehlung G.10). Zudem fehlen Regelungen zu Wettbewerbsabschlägen und bestimmten Zahlungen nach dem Ausscheiden – Abweichungen von den Empfehlungen G.12 und G.13.
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Aufsichtsrat tagte sechsmal im Jahr 2025
Der Bericht gibt Einblick in die Kontrolltätigkeit des vergangenen Geschäftsjahres. Der Aufsichtsrat kam zu sechs Sitzungen zusammen – fünf in Präsenz, eine per Videokonferenz.
Die Ausschüsse berichteten ebenfalls über ihre Aktivitäten. Der Prüfungsausschuss tagte viermal, der Personalausschuss einmal. Im Fokus standen die Steuerung der Konzernaktivitäten und die Finanzberichterstattung.
COO Dennis Gerlitzki vorzeitig bis 2031 bestellt
Nur einen Tag nach dem Governance-Bericht gab der Aufsichtsrat am 26. Mai 2026 die vorzeitige Wiederbestellung von Dennis Gerlitzki bekannt. Der Chief Operating Officer für Personal Services erhält eine fünfjährige Vertragsverlängerung.
Der neue Vertrag läuft vom 1. Januar 2027 bis zum 31. Dezember 2031. Gerlitzki gehört dem Vorstand seit 2019 an, seine Karriere bei Amadeus Fire begann bereits im November 2003. Aufsichtsratschef Michael Grimm lobte Gerlitzkis langjährige Erfahrung als „entscheidenden Vorteil“ für den Konzern in der aktuellen wirtschaftlichen Lage.
Die Veröffentlichung der Governance-Updates fiel in die Zeit vor der Hauptversammlung, die für den 28. Mai 2026 angesetzt war. Aktionäre erhalten damit einen umfassenden Einblick in die Führungsstruktur und die Compliance-Praxis des Unternehmens.
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