Altersvorsorge: DGB fordert verpflichtende Betriebsrente für 20 Millionen
07.06.2026 - 20:20:22 | boerse-global.de
Zeitgleich legten Zehntausende im Handel die Arbeit nieder.
DGB-Chefin Yasmin Fahimi will, dass künftig jeder Arbeitnehmer eine betriebliche Altersversorgung erhält – finanziert auch durch die Arbeitgeber. Rund 20 Millionen Beschäftigte haben derzeit keine solche Absicherung. Bis Ende Juni will der DGB konkrete Eckpunkte vorlegen.
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Unterstützung und Widerstand
Die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) signalisierte Unterstützung für den Vorstoß. Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion lehnt die Pläne dagegen ab. Eine Rentenkommission soll am 29. Juni ihren Bericht zu künftigen Sicherungsmodellen präsentieren.
Verdi legt Handel lahm
Parallel zu den rentenpolitischen Forderungen erhöht Verdi den Druck in den Tarifverhandlungen. Am 6. Juni beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben über 10.000 Beschäftigte an Warnstreiks im Einzel- und Großhandel. Schwerpunkte waren Erfurt, Bochum und Saarbrücken. Bestreikt wurden Filialen von Ikea, H&M, Metro und Rewe.
Verdi fordert 7 Prozent mehr Entgelt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber boten zuletzt 3,4 bis 3,5 Prozent über zwei Jahre. In Hessen verlangt die Gewerkschaft zudem pauschale Erhöhungen von 250 Euro monatlich für Beschäftigte und 150 Euro für Azubis. Die nächste Verhandlungsrunde ist in rund zwei Wochen.
Stellenabbau bei Dow, neue Regeln bei VW
Auch in der Industrie tut sich etwas. Der Chemiekonzern Dow Chemical streicht am Standort Stade 110 Stellen – rund 10 Prozent der Belegschaft. Die Maßnahme ist Teil des globalen Programms „Transform to Outperform“, bei dem weltweit 4.500 Jobs wegfallen. Die Umsetzung soll sozialverträglich unter Beteiligung des Betriebsrats erfolgen.
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Bei Volkswagen im Stammwerk Wolfsburg gelten seit Pfingsten angepasste Hitzebestimmungen. Der Gleitzeitbeginn wurde auf 6 Uhr vorgezogen, befristet bis September. Zudem gibt es zusätzliche Trinkpausen in der Produktion und Lockerungen bei der Arbeitskleidung in Bereichen ohne Publikumsverkehr.
Streit vor dem Sozialgipfel
Für kommenden Mittwoch plant die Bundesregierung ein Spitzengespräch mit Gewerkschaften und Wirtschaftsverbänden. Kanzler Merz zeigte sich zuversichtlich. Die Koalition will bis Juli Beschlüsse zu Rente, Steuern, Gesundheit und Pflege fassen.
IG-BCE-Chef Michael Vassiliadis fordert einen Stopp der Gesundheitsreform. Er verlangt eine Neuplanung: Die Krankenkassenbeiträge für Bürgergeld-Empfänger sollen künftig aus dem Bundeshaushalt kommen. Sozialverbände wie VdK und SoVD warnen vor einer Aufweichung des Acht-Stunden-Tages. Flexiblere Arbeitszeiten, wie im Koalitionsvertrag vorgesehen, dürften den Gesundheitsschutz nicht gefährden. Handwerkspräsident Jörg Dittrich mahnte zur Sachlichkeit und kritisierte Protestaufrufe – wirtschaftspolitische Entscheidungen gehörten nicht auf die Straße.
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