Altersvorsorge, DGB

Altersvorsorge: DGB fordert Pflicht für 20 Millionen Beschäftigte

09.06.2026 - 04:39:26 | boerse-global.de

Der DGB drängt auf eine gesetzliche Betriebsrenten-Pflicht für Arbeitgeber, während Betriebsräte weiter schwinden und Stellenabbau droht.

DGB fordert Pflicht zur betrieblichen Altersvorsorge für Millionen
Altersvorsorge - Hände von Arbeitnehmer und Management, die symbolisch um ein Dokument mit Arbeitgeber-Benefits ringen, im Hintergrund ein unscharfes Büro. 09.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Hintergrund: Rund 20 Millionen Beschäftigte in Deutschland haben aktuell keine Betriebsrente.

DGB-Chefin Yasmin Fahimi forderte Anfang Juni eine verpflichtende Mitfinanzierung durch die Arbeitgeber. Unterstützung kommt vom CDA-Vorsitzenden Dennis Radtke. Konkrete Eckpunkte will die Gewerkschaft bis Ende Juni 2026 vorlegen.

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Betriebsräte verschwinden – nur noch 7 Prozent der Betriebe haben eines

Die Forderung fällt in eine Zeit des Umbruchs. Eine DGB-Studie vom Mai 2026 zeigt: Nur noch 7 Prozent der betriebsratsfähigen Betriebe in Deutschland haben ein solches Gremium. In den 1990er-Jahren waren es fast 50 Prozent.

Etwa 20 Prozent der Unternehmen blockieren aktiv die Neugründung von Betriebsräten. 84 Prozent der 122 großen Aktiengesellschaften in der Rechtsform einer SE umgehen die paritätische Mitbestimmung. Parallel dazu bauen Unternehmen Stellen ab: 60 Prozent der Befragten gaben an, bereits Jobs wegen KI-Automatisierung gestrichen zu haben.

Digitale Überwachung: Microsoft Teams erkennt den Arbeitsort

Auch bei Mitarbeiter-Benefits entstehen neue Konflikte. Das Sächsische Finanzgericht entschied im Dezember 2025: Ein monatliches Guthaben für Gutscheine gilt als steuerpflichtiger Arbeitslohn – nicht als steuerfreier Sachbezug. Der Bundesfinanzhof prüft das Urteil nun.

Bis Ende Juni 2026 schließt Microsoft den Rollout einer Teams-Funktion ab, die den Arbeitsort per WLAN erkennt. In Österreich gilt das als mitbestimmungspflichtig, weil es eine Kontrolle der Beschäftigten ermöglicht. Datenschützer sehen die Freiwilligkeit einer Einwilligung im Arbeitsverhältnis kritisch.

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Chemie und Hafen: Tausende Stellen vor dem Aus

Der wirtschaftliche Druck trifft ganze Branchen. Dow kündigte Anfang Juni den Abbau von 110 Stellen am Standort Stade an – rund 10 Prozent der Belegschaft. Das ist Teil eines globalen Sparprogramms, das weltweit 4.500 Jobs kostet.

Noch härter trifft es das Containerterminal NTB in Bremerhaven. Dort sollen 500 von 1.000 Stellen durch Automatisierung wegfallen. Das Unternehmen investiert eine Milliarde Euro in die Modernisierung und will die Kapazität von drei auf vier Millionen Standardcontainer erhöhen.

Rechtsexperten warnen: Bei solchen Betriebsänderungen ist zwingend eine Massenentlassungsanzeige nötig. Das Bundesarbeitsgericht urteilte im April 2026: Kündigungen ohne diese Anzeige sind unwirksam. Und: Automatisierung allein rechtfertigt betriebsbedingte Kündigungen nicht automatisch.

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