Altersvorsorge als Frau: Früh anfangen und eigenes Vermögen ansammeln
06.01.2026 - 10:08:46Die jüngste Rentenerhöhung reicht für viele Empfänger der Altersbezüge nicht aus, um über die Runden zu kommen. Frauen sind überproportional von Altersarmut betroffen. Umso wichtiger ist es, rechtzeitig vorzusorgen.
Rentenerhöhung hilft nur bedingt gegen Altersarmut
Wer in Deutschland Rente erhält, bekommt seit Juli 2025 mehr Geld: Die gesetzliche Rente wurde um 3,74 Prozent erhöht. Diese Anpassung soll dazu beitragen, die Kaufkraft im Ruhestand zu erhalten. Bei einem aktuellen Rentenbezug von 1.500 Euro monatlich bedeutet das immerhin ein Plus von rund 56,10 Euro.
Für manche Senioren ist diese Anhebung der Bezüge dennoch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, denn viele Dinge des täglichen Lebens sind in den vergangenen Jahren deutlich teurer geworden und können durch diese Rentenerhöhung nicht aufgefangen werden.
Mittlerweile sind rund 755.300 Menschen in Deutschland auf die sogenannte Grundsicherung im Alter angewiesen – das ist im Vergleich zum Jahr 2021 ein Anstieg um etwa 30 Prozent, berichtet br.de.
Vor allem Frauen von Altersarmut betroffen
Vor allem Frauen bleiben weiterhin von Altersarmut bedroht, sie sind mit 57 Prozent überdurchschnittlich oft betroffen. Zahlen des niedersächsischen Sozialverbandes VdK aus dem Januar 2025 bestätigen dieses Problem: Danach liegt das Armutsrisiko bei Frauen im Seniorenalter im Bundesland Niedersachsen bei 20,4 Prozent.
Die Gründe dafür sind vielfältig: So verdienen Frauen während ihres Berufslebens oft weniger als ihre männlichen Kollegen. Zudem ist Teilzeitarbeit unter Müttern weitverbreitet, da sie sich in vielen Fällen mehr um die Kindererziehung kümmern als die Väter. Auch aus anderen Gründen haben vielen von Altersarmut betroffene Frauen unregelmäßige Erwerbsbiografien, etwa weil sie Familienmitglieder gepflegt haben und deshalb dem Arbeitsmarkt nicht durchgehend zur Verfügung standen.
Tipps zur Vorsorge: Möglichst früh mit dem eigenen Vermögensaufbau beginnen
Um auch im Alter finanziell noch gut dazustehen, ist es wichtig, so früh wie möglich mit privaten Vorsorgemaßnahmen zu beginnen. Das gilt insbesondere für Frauen – nicht nur aufgrund des sogenannten Gender Pension Gaps, also der Rentenlücke im Vergleich zu Männern, sondern auch aufgrund der statistisch gesehen längeren Lebenszeit.
Experten des Finanzdienstleistungsunternehmens tecis geben in einem Beitrag auf ihrer Instagram-Seite wertvolle Anregungen, wie Frauen ihre finanzielle Zukunft absichern können: Einerseits sei es wichtig, sich in Gehaltsverhandlungen nicht unter Wert zu verkaufen. Der Gender Pay Gap, also der Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen, betrug nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2024 immer noch 16 Prozent. Mit einem höheren Gehalt aber geht eine höhere Rente einher, und obendrein ist es einfacher, höhere Rücklagen für die Altersvorsorge zu bilden.
Andererseits sollten Frauen laut den tecis-Autoren darauf achten, dass sie ihren eigenen Vermögensaufbau betreiben, um im Fall einer Trennung vom Lebenspartner finanziell unabhängig zu sein. Schon kleine Beträge, etwa 25 Euro im Monat, können über Jahrzehnte gesehen eine große Wirkung haben. Zudem sollten Frauen prüfen, ob sie alle Rentenpunkte für Erziehungszeiten beantragt und gegebenenfalls Anspruch auf staatliche Förderungen wie Zulagen und Steuervergünstigungen haben.


