Alkohol, Verkehr

Alkohol im Verkehr: 34.300 Unfälle 2025, DVR fordert Totalverbot

13.06.2026 - 01:22:00 | boerse-global.de

Die Aktionswoche gegen Alkohol im Verkehr startet mit Forderungen nach einem Fahrverbot ab 0,0 Promille und verstärkten Kontrollen.

Alkoholunfälle 2025: DVR fordert Totalverbot für Autofahrer
Alkohol - Ein Polizist führt nachts einen Alkoholtest am Straßenrand durch, beleuchtet von den Blaulichtern eines Polizeiwagens. 13.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Ab dem 13. Juni machen Experten und Polizei Jagd auf Alkohol im Straßenverkehr. Die Aktionswoche „Entdecke, wie viel mehr in dir steckt“ läuft bis zum 21. Juni. Organisationen wie die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) warnen vor den Gefahren. Parallel dazu kündigten die Behörden für den 15. bis 21. Juni verstärkte europaweite Kontrollen im Rahmen der ROADPOL-Operation „Alcohol & Drugs“ an.

DVR fordert Alkoholverbot für alle Autofahrer

Die Bilanz des DVR für 2025 ist alarmierend: 34.300 Alkoholunfälle in Deutschland, 166 Tote, 3.700 Schwerverletzte und 13.800 Leichtverletzte. Zwar sank die Zahl der Todesopfer im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent. Doch rein rechnerisch passiert alle 15 Minuten ein Unfall unter Alkoholeinfluss, alle zwei Tage stirbt ein Mensch.

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DVR-Präsident Manfred Wirsch fordert deshalb ein absolutes Alkoholverbot für alle Pkw-Fahrer. Das müsse im Straßenverkehrsgesetz verankert werden. Zudem verlangt er eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) bereits ab 1,1 Promille.

Ein besonderes Problem sieht der Rat bei E-Scootern und Fahrrädern. 2024 waren 12 Prozent der 11.900 Unfälle mit E-Scootern auf Alkohol zurückzuführen. Bei den Radfahrern verursachten alkoholisierte Beteiligte rund 43 Prozent aller Alkoholunfälle. Der DVR plädiert dafür, das Fahren unter Alkoholeinfluss für Radfahrer bereits ab 1,1 Promille als Ordnungswidrigkeit einzustufen.

Schwerpunktkontrollen in mehreren Bundesländern

Die Polizei in Sachsen-Anhalt kündigte tägliche Kontrollen von Auto-, Lkw-, Motorrad- und Fahrradfahrern an. In Thüringen sollen knapp 700 Beamte an über 100 Kontrollstellen präsent sein. 2025 registrierte die Thüringer Polizei vier Todesopfer und über 560 Verletzte bei Unfällen mit Alkohol oder Drogen.

Neben der Verkehrsüberwachung setzen lokale Netzwerke auf Aufklärung. Das HaLT-Netzwerk in Göttingen bereitet Schulungen für Verkaufspersonal in der Gastronomie vor – am 16. Juni. Ziel: den Jugendschutz während der parallel stattfindenden Fußball-Weltmeisterschaft zu stärken. In Regionen wie Biberach oder Vorpommern-Rügen bieten Selbsthilfegruppen Vorträge an – über Suchtfolgen für Familien und neue Technologien in der Beratung.

Psychotherapeuten fordern strukturelle Maßnahmen

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Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) unterstützt die Aktionswoche. 2024 wiesen rund 3,9 Millionen Erwachsene zwischen 18 und 64 Jahren eine alkoholbezogene Störung auf. BPtK-Präsidentin Dr. Andrea Benecke warnt: Gesundheitsrisiken steigen bereits ab dem ersten Glas.

Die Kammer fordert mehr als nur Aufklärung. Sie verlangt Einschränkungen der Verfügbarkeit von Alkohol, Beschränkungen im Marketing und eine Anpassung der Preis- und Steuerpolitik.

Im März 2026 unterzeichnete die BPtK ein Positionspapier der Allianz Alkoholprävention. Es fordert bessere Früherkennung und leichteren Zugang zu Behandlungen. Nach Schätzungen der DHS sterben in Deutschland jährlich etwa 44.000 Menschen an den Folgen von Alkoholkonsum. Der Bundesdrogenbeauftragte Hendrik Streeck warnte zum Start der Aktionswoche vor Langzeitfolgen wie Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Sein Appell: Schon ein reduzierter Konsum könne die Lebensqualität verbessern.

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