Aktivrente, Rentner

Aktivrente: Rentner verdienen bis 2.000 Euro steuerfrei hinzu

Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 19:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Aktivrente ermöglicht Rentnern bis zu 2.000 Euro steuerfreien Monatsverdienst. Immer mehr Senioren nutzen die neue Regelung, während die Debatte um die Rentenreform an Fahrt aufnimmt.

Aktivrente 2026: Steuerfreier Zuverdienst lockt Senioren zurück in den Job
Ein älterer Mensch arbeitet konzentriert und zufrieden an einem Laptop in einem modernen Büro. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Seit Januar 2026 gilt die Aktivrente: Rentner dürfen bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei hinzuverdienen. Die Reform lockt immer mehr Senioren zurück in den Arbeitsmarkt – und heizt die Debatte um die Zukunft der Rente an.

Was die Aktivrente bringt

Rentner, die nach Erreichen der Regelaltersgrenze weiterarbeiten, können nun bis zu 2.000 Euro pro Monat steuerfrei verdienen. Das macht 24.000 Euro im Jahr. Zusammen mit dem Grundfreibetrag von 12.348 Euro ergibt sich ein steuerfreies Gesamteinkommen von 36.348 Euro pro Jahr.

Allerdings gilt die Regelung nur für sozialversicherungspflichtige Jobs. Selbstständige, Beamte und Minijobber profitieren nicht von der Steuerbefreiung. Der Arbeitgeber meldet den Zuverdienst über die Lohnsteuerbescheinigung – eine gesonderte Angabe in der Steuererklärung entfällt meist. Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung bleiben aber fällig.

Immer mehr Rentner arbeiten weiter

Der Trend ist ungebrochen: 14 Prozent der 65- bis 74-Jährigen waren 2025 erwerbstätig – ein Prozentpunkt mehr als im Vorjahr. Männer liegen mit 16 Prozent deutlich vor Frauen mit 11 Prozent.

73 Prozent der arbeitenden Rentner sind abhängig beschäftigt, davon 65 Prozent in Minijobs. Die Arbeitszeiten klaffen weit auseinander: 40 Prozent arbeiten weniger als zehn Stunden pro Woche, 13 Prozent sogar mehr als 40. Finanzielle Gründe nennen 43 Prozent als Hauptmotivation.

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Bis 2040 erreichen schätzungsweise 13,3 Millionen Erwerbspersonen das Rentenalter. Die Mobilisierung dieser Gruppe wird damit zum arbeitsmarktpolitischen Schlüsselfaktor.

Streit um die Rente nach 45 Jahren

Die geplante Abschaffung der Rente nach 45 Beitragsjahren sorgt für Zündstoff in der Union. Die Ministerpräsidenten von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen fordern lange Übergangsfristen und Härtefallregelungen, um das Vertrauen der Versicherten nicht zu verspielen.

Die Rentenkommission geht weiter: Sie empfiehlt, den Sonderstatus von Minijobs ab Anfang 2027 abzuschaffen – nur Schüler sollen ausgenommen bleiben. Der Hintergrund ist brisant: Im ersten Quartal 2026 zahlten rund 79 Prozent der 6,8 Millionen geringfügig Beschäftigten keine eigenen Rentenbeiträge.

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Auch die „Rente mit 63" steht auf dem Prüfstand. Wirtschaftsvertreter fordern ihr Ende und wollen die Mittel in eine Kapitalrente umleiten. Das Rentenniveau soll bis 2031 bei 48 Prozent gesichert bleiben.

Neues Vorsorgemodell ab 2027

Die Aktivrente ist nur der Anfang: Zum 1. Januar 2027 soll ein Altersvorsorgedepot die Riester-Rente bei Neuverträgen ablösen. Bei einer Eigenleistung von 1.800 Euro jährlich winken staatliche Zulagen von bis zu 540 Euro. Bestehende Riester-Verträge laufen weiter.

Österreich zieht mit: Ab 2027 plant das Nachbarland eine „Aktivpension" mit einem Freibetrag von 15.000 Euro pro Jahr für alle, die über das Regelpensionsalter hinaus arbeiten.

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