Airbus, Kampfjet

Airbus fordert Anteil an neuem Kampfjet bis Jahresende

Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 12:25 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Airbus will beim europäischen Nachfolger des Eurofighters eine zentrale industrielle Rolle übernehmen. Spartenchef Michael Schöllhorn drängt auf eine Entscheidung bis zum Jahresende und nennt Schweden als möglichen Partner.

Airbus positioniert sich für Kampfjet-Nachfolge

  • Michael Schöllhorn leitet die Airbus-Sparte Defence and Space.
  • Airbus nennt Rumpfmittelteil, Flugsteuerung und Avionik als eigene Stärken.
  • Schöllhorn bringt Schweden neben Großbritannien als möglichen Partner ins Spiel.
  • Für das Milliardenprojekt fordert er eine Entscheidung bis zum Jahresende.
Airbus-Logo (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Airbus fordert zentrale Rolle beim neuen Kampfjet

Michael Schöllhorn, Chef der Airbus-Sparte Defence and Space, fordert für Airbus einen maßgeblichen Anteil an einem neuen europäischen Kampfjet. Deutschland werde für ein solches Projekt viel Geld einbringen und könne dafür einen entsprechenden Industrieanteil verlangen, sagte Schöllhorn dem Handelsblatt.

Airbus verweist auf eigene Kompetenzen

Airbus wolle nicht nur einzelne Bauteile wie eine Finne oder einen Flügel fertigen, sagte Schöllhorn. Das Unternehmen sehe seine Stärken unter anderem beim Rumpfmittelteil einschließlich Flugsteuerung und Avionik sowie bei Cockpit, Sensorik, Tarnkappenfähigkeit, Vernetzung und Triebwerk.

Neue Partner nach FCAS-Streit

Airbus braucht nach dem gescheiterten FCAS-Projekt mit Frankreich neue Partner für einen Kampfjet, der den Eurofighter ablösen soll. Großbritanniens Premier Andy Burnham hat Deutschland eine Zusammenarbeit angeboten; die britische BAE Systems entwickelt mit Italien und Japan einen eigenen Tarnkappenjet.

Ob eine Beteiligung an diesem Projekt für Deutschland passt, müsse die Luftwaffe entscheiden, sagte Schöllhorn. Zugleich verwies er auf Schweden: Mit Saab habe Airbus aus industrieller Sicht stets gut zusammengearbeitet.

Entscheidung bis Jahresende gefordert

Schöllhorn steht großen Partnerschaften skeptisch gegenüber. Wenn zwei oder drei nationale Systemhäuser zusammenarbeiteten, gehe es wahrscheinlich schneller als bei einer Kooperation von fünf oder sechs Beteiligten, sagte er.

Für das Milliardenprojekt müsse rasch eine Entscheidung fallen. Niemand könne es sich leisten, Zeit zu verlieren; bis zum Jahresende werde eine Entscheidung benötigt, sagte Schöllhorn.

Anzeige | trading-house Börsenakademie

Kostenlose Trading-Webinare für Privatanleger

Live lernen, live fragen. Erfahrene Trader zeigen Dir ihre Strategien beim Handel mit Aktien, Indizes und Rohstoffen in Echtzeit und beantworten Deine Fragen direkt - zum Beispiel, wie Du Nachrichten wie diese für Deine Entscheidungen an der Börse richtig einordnest. 100 % kostenlos, live und interaktiv, jeden Mittwoch um 15:15 Uhr, von der trading-house Börsenakademie, die Privatanleger seit 28 Jahren ausbildet.

Kostenlos zum nächsten Webinar anmelden

Die Forderung von Airbus fällt in eine Phase, in der Deutschland die Nachfolge des Eurofighters grundsätzlich neu ordnen muss. Das FCAS-Programm mit Frankreich sollte ursprünglich ein gemeinsames europäisches Luftkampfsystem hervorbringen, ist aber an politischen und industriellen Konflikten zwischen den beteiligten Unternehmen und Staaten ins Stocken geraten.

Für Airbus geht es dabei nicht nur um einen einzelnen Auftrag, sondern um langfristige industrielle Fähigkeiten. Ein hoher deutscher Anteil würde Entwicklungsarbeit, Fertigung, Arbeitsplätze und technologische Kompetenzen bei Airbus und seinen Zulieferern sichern. Besonders relevant sind jene Bereiche, die Schöllhorn nennt: Flugsteuerung, Avionik, Sensorik, Vernetzung und Tarnkappentechnik.

Entscheidung unter Zeitdruck

Die möglichen Partner verfolgen unterschiedliche Interessen. Großbritannien arbeitet mit Italien und Japan am Tarnkappenjet GCAP, während Schweden über Saab industrielle Erfahrung und eine vergleichsweise schlanke nationale Systemstruktur einbringen könnte. Eine Kooperation mit weniger Beteiligten könnte Entscheidungswege verkürzen, zugleich aber Europas politische und finanzielle Lastenteilung begrenzen.

Für die Bundeswehr ist der Zeitplan entscheidend, weil der Eurofighter langfristig ersetzt werden muss und moderne Kampfflugzeuge tief in ein vernetztes Luftverteidigungssystem eingebunden sind. Eine Entscheidung bis zum Jahresende würde daher nicht nur eine Industriepartnerschaft festlegen, sondern auch Anforderungen an Beschaffung, Ausbildung, Wartung und gemeinsame europäische Einsatzfähigkeit bestimmen.

Disclaimer...
de | wirtschaft | 70352939 |