ADAC, Touchscreens

ADAC warnt vor Touchscreens: 53 Prozent fühlen sich am Steuer abgelenkt

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 23:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Schlechtere Bedienungsnoten und Ablenkungsgefühle stützen den ADAC-Appell für haptische Schalter und strengere Vorgaben.
Dunkles, minimalistisches Armaturenbrett eines Autos mit Fokus auf Oberflächen und Materialien ohne sichtbare Bildschirme. Illustration mit AI erstellt.

Der ADAC warnt vor zunehmenden Sicherheitsrisiken durch die Bedienung moderner Fahrzeuge über Touchscreens und verschachtelte Digitalmenüs. Weil zentrale Funktionen während der Fahrt den Blick von der Straße abwenden, rät der Verkehrsclub zu mehr Vorsicht und fordert von den Automobilherstellern sowie dem Gesetzgeber ein klares Umdenken bei der Cockpit-Gestaltung.

Verschlechterte Bedienbarkeit im Fahrzeugtest

Die Kritik des Automobilclubs stützt sich unter anderem auf die Ergebnisse der eigenen Fahrzeugprüfungen. Im Rahmen des ADAC-Autotests hat sich die durchschnittliche Benotung der Bedienbarkeit über die vergangenen Jahre spürbar verschlechtert. Während die Tester im Jahr 2019 noch eine Durchschnittsnote von 2,3 vergaben, sank dieser Wert für das Jahr 2025 auf 2,7 ab. Mehrere Modelle schnitten bei der Handhabung sogar lediglich mit der Note 4,0 ab.

Die Skepsis gegenüber der Digitalisierung am Steuer teilen offenbar auch viele Fahrer. Nach einer Umfrage des TÜV Thüringen gaben 53 Prozent der Befragten an, sich während der Fahrt durch digitale Funktionen im Auto abgelenkt zu fühlen.

Forderung nach haptischen Schaltern und klaren Vorgaben

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, verlangt der ADAC die Rückkehr zu physischen Tasten mit spürbaren Druckpunkten. Insbesondere sicherheitsrelevante Basisfunktionen wie Beleuchtung, Scheibenwischer, Warnblinkanlage und Außenspiegel müssten weiterhin über haptische Bedienelemente erreichbar sein, damit Fahrer sie ohne Blickkontakt blind steuern können.

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Wer Klimaanlage, Navigation oder Radio erst während der Fahrt sucht, scrollt durch Menüs statt auf die Straße zu schauen. Der ADAC rät deshalb, alles Wichtige vor dem Losfahren einzustellen und unterwegs konsequent die Sprachbedienung zu nutzen. Wie Sie das in drei Schritten umsetzen, zeigt unser kostenloser Leitfaden. Kostenlosen Leitfaden jetzt anfordern

Zudem spricht sich der Club dafür aus, überfrachtete Lenkräder wieder zu vereinfachen, die Sprachsteuerung der Systeme weiter zu verbessern und die gesetzlichen Vorgaben für sicherheitsrelevante Bedienschritte zu verschärfen.

Die Automobilindustrie verweist bei der Diskussion über berührungsempfindliche Bildschirme auf bestehende Alternativen. So betonte der Verband der Automobilindustrie (VDA) mit Blick auf die geäußerte Kritik an reinen Touchscreen-Konzepten die Möglichkeiten moderner Sprachsteuerungen.

Verhaltensempfehlungen für Autofahrer

Neben den Forderungen an Politik und Hersteller gibt der ADAC praktische Ratschläge, um die Ablenkungsgefahr im Fahralltag zu senken. Wichtige Einstellungen an Klimaanlage, Navigation oder Radio sollten Verkehrsteilnehmer idealerweise bereits vor dem Fahrtantritt vornehmen.

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Während der Fahrt empfiehlt der Club die konsequente Nutzung der Sprachbedienung oder das Einbeziehen von Beifahrern für Anpassungen am System. Sollte die Suche nach einer bestimmten Funktion durch längere Menüs führen, rät der Verkehrsclub dazu, das Fahrzeug für die Bedienung an einem sicheren Ort anzuhalten.

Mehr zum Thema bei Augsburger Allgemeine: „Video: Gefahr durch Touchscreens? ADAC warnt vor Sicherheitsrisiko“

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