5G-Sicherheit: BSI zertifiziert erste Kernnetzkomponente von Mavenir
16.06.2026 - 12:24:30 | boerse-global.de
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat erstmals eine 5G-Kernnetzkomponente nach dem nationalen NESAS-Programm zertifiziert. Der Netzwerkausrüster Mavenir durchlief als erster großer Anbieter von Softwarelösungen für Mobilfunknetze die Sicherheitsprüfung für eine kritische Komponente in öffentlichen Telekommunikationsnetzen.
Strenger Sicherheitscheck für kritische Infrastruktur
Konkret betrifft die Zertifizierung die Mavenir Network Repository Function (NRF) in der Version CC 24.4.2 p4. Das Zertifikat mit der Nummer BSI-DSZ-NESAS-0007-2026 übergab das BSI am 10. Juni 2026 offiziell. An der Übergabe nahmen Fabian Hodouschek, Leiter der BSI-Zertifizierungsstelle, und Omar Shahdad, Senior Vice President bei Mavenir, teil.
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Die Prüfung bestätigt: Die Kernnetzfunktion erfüllt die strengen Sicherheitsanforderungen für den Betrieb in der deutschen 5G-Infrastruktur. Das BSI betonte die Bedeutung der NESAS-Zertifizierung für ein einheitliches Sicherheitsniveau bei Herstellern von Telekommunikationstechnik.
Neue gesetzliche Hürden seit Jahresbeginn
Die Zertifizierung erfolgt vor dem Hintergrund verschärfter gesetzlicher Vorgaben. Seit dem 1. Januar 2026 verpflichten das Telekommunikationsgesetz (TKG) und das BSI-Gesetz (BSIG) Betreiber öffentlicher Netze dazu, nur sicherheitsgeprüfte Komponenten einzusetzen.
Das NESAS-Programm (Network Equipment Security Assurance Scheme) entwickelten die Branchenverbände GSMA und 3GPP international. Es definiert Sicherheitsstandards für das Lebenszyklusmanagement und die Entwicklung von Netzwerksoftware. Durch die nationale Umsetzung in Deutschland stellt das BSI sicher, dass unabhängige Prüfungen die Cybersicherheit in den zunehmend softwarebasierten 5G-Netzen kontrollieren.
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Nächste Zertifizierungswelle geplant
Die zertifizierte Funktion übernimmt im Kernnetz eine zentrale Rolle bei der Verwaltung und Entdeckung von Netzwerkfunktionen. Für Mavenir ist das erste Zertifikat aber nur der Anfang einer umfassenden Validierungsstrategie für den deutschen Markt.
Das Unternehmen kündigte an, die Zertifizierung seines gesamten Portfolios im Bereich Packet Core und IMS (IP Multimedia Subsystem) vorantreiben zu wollen. Ziel: den Zertifizierungsprozess für diese Produktgruppen bis zum dritten Quartal 2026 abzuschließen. Damit reagiert der Anbieter auf den steigenden Bedarf der deutschen Mobilfunknetzbetreiber nach rechtskonformen und sicherheitsgeprüften Infrastrukturlösungen.
