Deutschland, Bayern

Stagnation und Jobabbau im Handwerk

26.02.2026 - 11:45:04 | dpa.de

2025 war für das deutsche Handwerk ein schwieriges Jahr - 2026 erwartet der ZDH zwar minimales Wachstum, aber den Verlust Zehntausender Jobs.

Das deutsche Handwerk kommt nur zäh aus der Krise. Hatte der Branchenverband ZDH für 2025 ursprünglich noch ein leichtes Wachstum um 1 Prozent erwartet, geht er inzwischen nur noch von Stagnation oder allenfalls einem geringfügigen nominalen Plus aus, wie er mitteilte. 2026 dürfte kaum besser werden - zwar erwartet der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) 1 Prozent Umsatzwachstum, die Beschäftigung werde aber in einer Größenordnung von rund 60.000 Personen sinken - vor allem, weil Menschen altersbedingt aufhören.

Im Vorfeld der Internationalen Handwerksmesse (IHM) und der Zukunft Handwerk, die kommende Woche in München beginnen, zeichnet ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke laut Redetext ein differenziertes Bild der Lage. Einige Bereiche wie Gebäudetechnik, Energieeffizienz und Klimaanpassung entwickelten sich zwar stabil, andere, vor allem energieintensive Betriebe, Bauhauptgewerbe und Lebensmittelhandwerke, stünden dagegen wegen hoher Kosten und langer Genehmigungsverfahren unter Druck.

Handwerk zieht gemischte Bilanz für die Regierung

Die Bilanz nach fast 300 Tagen der neuen Bundesregierung sei gemischt, so Schwannecke. Positiv sei, dass wichtige Maßnahmen wie verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten für Investitionen, das Entlastungskabinett oder die Modernisierungsagenda angestoßen worden seien. 

Dennoch herrsche in sehr vielen Handwerksbetrieben Ernüchterung, teils auch Frust, weil von diesen Maßnahmen zu wenig in ihrem Betriebsalltag ankomme. Dort überwiege der enorme Belastungsdruck durch Bürokratie, Steuern, Sozialabgaben und Energiepreise. Vieles sei noch nicht umgesetzt, der angekündigte «Herbst der Reformen» sei ausgefallen, und die Enttäuschung darüber vielerorts groß. 

Bei der Messe, die am 4. März beginnt, gibt es für das Handwerk Gelegenheit, seine Sorgen direkt an die Regierung zu adressieren. Traditionell kommt auch Politikprominenz zur IHM.

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