Zitadelle von Erbil, Qelat Hewler

Zitadelle von Erbil: Wie Qelat Hewler über 6.000 Jahre Geschichte trägt

12.06.2026 - 10:07:55 | ad-hoc-news.de

Die Zitadelle von Erbil, lokal Qelat Hewler genannt, thront über Erbil im Irak und gilt als eine der ältesten dauerhaft bewohnten Stätten der Welt – ein Kulturschatz, der Fragen weckt.

Zitadelle von Erbil, Qelat Hewler, Erbil
Zitadelle von Erbil, Qelat Hewler, Erbil

Auf einem auffallend flachen Hügel mitten im modernen Stadtbild von Erbil erhebt sich ein geschlossener Ring aus hellen Lehmziegelhäusern – die Zitadelle von Erbil, lokal Qelat Hewler („Festung von Erbil“) genannt. Wer durch eines der Tore hinaufsteigt, verlässt mit wenigen Schritten den Lärm der Großstadt und taucht in eine Schichtengeschichte ein, die nach Einschätzung von Fachleuten über 6.000 Jahre zurückreicht und damit zu den ältesten dauerhaft bewohnten Siedlungen der Erde zählt.

Zitadelle von Erbil: Das ikonische Wahrzeichen von Erbil

Die Zitadelle von Erbil ist das weithin sichtbare Wahrzeichen der Hauptstadt der Autonomen Region Kurdistan im Nordirak. Der mächtige Siedlungshügel, auf dem die Festung steht, ragt etwa 25 bis 30 m über die umliegende Ebene hinaus und bildet ein markantes Relief im sonst eher flachen Stadtgebiet. Der annähernd ovale Hügel misst rund 430 m in Ost-West-Richtung und etwa 340 m in Nord-Süd-Richtung. Damit ist er zwar kleiner als viele europäische Burgberge, aber in seiner fast vollständig geschlossenen Bebauung einzigartig.

Die UNESCO hat die Zitadelle im Jahr 2014 in die Liste des Welterbes aufgenommen. Die Organisation hebt hervor, dass hier die Entwicklung einer städtischen Siedlung von der frühen Bronzezeit über antike Reiche wie Assyrer und Perser bis in die Gegenwart in einzigartiger Dichte ablesbar ist. Für Besucherinnen und Besucher aus Deutschland ist Qelat Hewler damit vergleichbar mit einem lebendigen Freilichtmuseum – allerdings in einem Maßstab und einer zeitlichen Tiefe, die ältere europäische Städte wie Regensburg oder Trier noch einmal deutlich übertrifft.

Gleichzeitig ist die Zitadelle heute ein Symbol für den kulturellen Wiederaufbau im Irak. Nach Jahrzehnten politischer Instabilität, Kriegen und Vernachlässigung versucht ein großes Restaurierungsprogramm, unterstützt unter anderem von UNESCO, dem irakischen Staat und internationalen Partnern, das Ensemble zu sichern, Schritt für Schritt zu restaurieren und wieder für die Öffentlichkeit erlebbar zu machen. Die Zitadelle ist damit nicht nur ein Ort der Vergangenheit, sondern auch ein Labor für die Zukunft denkmalpflegerischer Arbeit im Nahen Osten.

Geschichte und Bedeutung von Qelat Hewler

Archäologische und historische Untersuchungen gehen davon aus, dass der Siedlungshügel von Erbil bereits seit dem späten Neolithikum oder der frühen Bronzezeit kontinuierlich bewohnt war. Laut UNESCO belegen stratigrafische Studien und Funde, dass sich hier über Jahrtausende Schicht um Schicht von Bebauung ablagerte, was den charakteristischen „Tell“ – also den künstlichen Hügel – entstehen ließ. Der Begriff „Tell“ ist im Vorderen Orient für Siedlungshügel üblich und verweist auf die enorme zeitliche Tiefe eines Ortes.

Der Name Erbil geht vermutlich auf das altassyrische „Arbela“ zurück, das in Keilschriftquellen als ein wichtiger regionaler Kultort erwähnt wird. Die Stadt lag an bedeutenden Handels- und Heerstraßen zwischen Mesopotamien, Anatolien und dem Iran. Sie wurde von verschiedenen Großreichen beherrscht: Assyrer, Babylonier, Achämeniden, Seleukiden und später das Sassanidenreich hinterließen Spuren. Im Mittelalter folgten arabische Dynastien, die Seldschuken und schließlich das Osmanische Reich.

Jede dieser Epochen überformte die Zitadelle, ohne die Nutzung des Hügels aufzugeben. Dadurch entstand ein vielschichtiges Geflecht aus Straßen, Wohnhäusern, religiösen Bauten und Verwaltungsgebäuden, das sich in der heutigen Struktur noch erahnen lässt. Kunsthistoriker betonen, dass gerade diese Kontinuität der Besiedlung – verbunden mit dem bis heute klar sichtbaren Stadtgrundriss auf dem Hügel – die Zitadelle von Erbil in der Welt des Kulturerbes so herausragend macht.

Während der osmanischen Zeit entwickelte sich Qelat Hewler zu einem befestigten Stadtteil mit einer klar definierten Stadtmauer und Toren. Die Bewohnerschaft bestand aus unterschiedlichen religiösen und ethnischen Gruppen; es gab muslimische, christliche und jüdische Viertel, die sich räumlich voneinander unterschieden. In Reiseberichten des 19. Jahrhunderts wird die Zitadelle als dicht bebaute Stadt auf dem Hügel beschrieben, deren Häuser eng aneinandergerückt sind und deren Gassen stellenweise eher an Tunnel als an Straßen erinnern.

Im 20. Jahrhundert veränderten Modernisierung, neue Verkehrswege und das Wachstum von Erbil das Verhältnis zwischen Hügel und Stadt. Die Zitadelle verlor ihre militärische Funktion und wurde zunehmend zu einem „normalen“ Wohnviertel, in dem sich ärmere Bevölkerungsschichten konzentrierten. Ein Teil der Bausubstanz verfiel, gleichzeitig entstanden Anbauten und Umbauten, die wenig Rücksicht auf die historische Struktur nahmen.

Für den Welterbestatus war es wichtig, die Zitadelle als eigenständiges Ensemble zu erkennen und zu schützen. Bereits ab den 2000er-Jahren begannen erste systematische Restaurierungsprogramme, die nach 2007 deutlich intensiviert wurden. Die UNESCO zeichnete die Zitadelle 2014 offiziell als Welterbe aus und hob hervor, dass sie „eine der ältesten kontinuierlich bewohnten Städte der Welt“ repräsentiert. Diese Formulierung bedeutet nicht, dass jedes Haus alt ist – vielmehr ist das kontinuierliche Bewohnen des Ortes selbst das Besondere.

Die Stadt Erbil und die regionale Regierung sehen in Qelat Hewler heute einen Schlüssel für die kulturelle Identität Kurdistans und des Irak insgesamt. Die Zitadelle soll zu einem lebendigen Kulturquartier entwickelt werden, mit Museen, kulturellen Einrichtungen, Handwerksläden und öffentlichen Plätzen. Damit ähnelt die Perspektive europäischen Altstadtprojekten, etwa der Sanierung der Altstadt von Frankfurt am Main, allerdings unter weitaus schwierigeren politischen und klimatischen Bedingungen.

Architektur, Kunst und besondere Merkmale

Auf den ersten Blick wirkt die Architektur der Zitadelle von Erbil homogen: Ein Kranz aus sandfarbenen, meist zweigeschossigen Lehmziegelhäusern mit charakteristischen Blendfassaden umschließt den Hügel. Diese Fassaden mit ihren flachen Pilastern, Nischen und geometrischen Mustern stammen überwiegend aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert und prägen das heutige Erscheinungsbild. Nach Einschätzung von Denkmalpflegern handelt es sich bei vielen Bauten um Wohnhäuser wohlhabender Familien, deren repräsentative Fronten zur Stadt hin ausgerichtet sind.

Die eigentlichen Wohnstrukturen liegen hinter diesen Fassaden, oft um Innenhöfe gruppiert, die Schutz vor der Hitze des sommernahen Wüstenklimas bieten. Dicke Mauern aus ungebrannten Lehmziegeln sorgen für ein natürliches Raumklima, das im Sommer kühlt und im Winter wärmt – ein Prinzip, das im Nahen Osten seit Jahrtausenden bewährt ist. In vielen Häusern finden sich hölzerne Decken, dekorative Türen und Fensterrahmen sowie einzelne Stuck- oder Wandmalereien, die an die sozialen Ansprüche der ehemaligen Bewohner erinnern.

Der Hügel selbst ist ein architektonisches Monument: Schicht um Schicht liegen unter den heutigen Häusern ältere Bebauungsreste. Archäologische Bohrungen und Sondagen haben gezeigt, dass die künstliche Erhebung aus Tausenden von Jahren abgetragenen und neu errichteten Gebäuden besteht. Diese vertikale Stadtgeschichte ist für Besucher zwar im Normalfall nicht sichtbar, bildet aber die Grundlage für den außergewöhnlichen Rang der Zitadelle. Fachleute vergleichen diese Sedimentschichten gern mit einem aufgeschlagenen Geschichtsbuch, in dem jede Seite eine Epoche repräsentiert.

Innerhalb der Zitadelle lassen sich drei historische Viertel unterscheiden, die sich aus der osmanischen Zeit ableiten: das so genannte Serai-Viertel im Osten, das Takya-Viertel im Süden und das Topkhana-Viertel im Westen. Das Serai-Viertel war traditionell mit Verwaltung und repräsentativen Bauten verbunden, während Takya nach religiösen Bruderschaften benannt ist und Topkhana mit Handwerk und Handel assoziiert wird. Reste dieser funktionalen Gliederung sind im heutigen Stadtgrundriss noch ablesbar.

Besonders hervorzuheben sind einzelne Monumente innerhalb der Zitadelle, etwa historische Moscheen und Schreine, die im Rahmen der Restaurierungsprogramme gesichert wurden. Daneben gibt es Spuren christlicher und jüdischer Präsenz, etwa ehemalige Kirchen und Wohnhäuser, die an die religiöse Vielfalt der Zitadelle erinnern. Offizielle Stellen betonen, dass dieser multireligiöse Charakter ein wichtiger Bestandteil der künftigen Vermittlung sein soll.

Ein zentrales Element der aktuellen Entwicklung ist das sogenannte Erbil-Citadel-Projekt, eine umfassende Restaurierungs- und Revitalisierungsinitiative, die von der High Commission for the Erbil Citadel Revitalization (HCECR) koordiniert wird. Ziel ist es, die bauliche Substanz zu stabilisieren, gefährdete Strukturen zu sichern, ausgewählte Häuser originalgetreu zu restaurieren und gleichzeitig eine behutsame neue Nutzung zu ermöglichen. UNESCO bezeichnet dieses Programm als beispielhaft für die Kombination aus Denkmalpflege, Stadtplanung und Tourismusentwicklung im Nahen Osten.

Für Besucher aus dem deutschsprachigen Raum ist besonders interessant, wie in Qelat Hewler traditionelle Baumethoden erhalten und gleichzeitig an moderne Anforderungen angepasst werden. Wo möglich, werden Lehmziegel, Kalkmörtel und traditionelle Holzverbindungen verwendet, während statisch notwendige Verstärkungen diskret mit modernen Materialien ergänzt werden. Diese Herangehensweise ähnelt Prinzipien, die etwa auch bei der Restaurierung von Fachwerkstädten in Deutschland angewandt werden, adaptierte aber die spezifischen Materialien und Klimabedingungen Mesopotamiens.

Zitadelle von Erbil besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten

Ein Besuch der Zitadelle von Erbil lässt sich heute mit einer Reise in die Autonome Region Kurdistan verbinden, die im Vergleich zu anderen Regionen des Irak als relativ stabil und in Teilen touristisch erschlossen gilt. Dennoch sollten Reisende aus Deutschland die besonderen politischen Rahmenbedingungen beachten und sich vorab gründlich informieren.

  • Lage und Anreise
    Die Zitadelle von Erbil liegt im Zentrum von Erbil, unmittelbar über dem geschäftigen Basarviertel. Vom internationalen Flughafen Erbil sind es je nach Verkehrslage etwa 20 bis 30 Minuten mit dem Taxi ins Stadtzentrum. Aus Deutschland gibt es je nach Saison und Flugplan Direkt- oder Umsteigeverbindungen, oft über große Drehkreuze in der Region wie Istanbul oder Doha. Von Frankfurt, München oder Berlin ist mit einer Gesamtflugzeit von in der Regel 5 bis 7 Stunden zu rechnen, abhängig von der Verbindung. Exakte Flugzeiten und Routen variieren und sollten bei der Buchung aktuell überprüft werden.
  • Öffnungszeiten
    Die Zitadelle ist grundsätzlich tagsüber zugänglich, einzelne Gebäude und Museen innerhalb des Areals können jedoch eigene Öffnungszeiten haben. Da sich Restaurierungs- und Erschließungsmaßnahmen fortlaufend ändern, können Öffnungszeiten variieren. Es empfiehlt sich daher, die aktuellen Informationen direkt bei der Verwaltung der Zitadelle von Erbil oder der Tourismusbehörde der Region Kurdistan zu prüfen.
  • Eintritt
    Für den Zugang zum Zitadellenhügel selbst können je nach Bereich unterschiedliche Regelungen gelten; teilweise ist der Zutritt frei, für Museen oder spezielle Ausstellungen können Eintrittsgebühren anfallen. Da Preise und Regelungen angepasst werden können, sollten Besucher aktuelle Angaben vor Ort oder bei offiziellen Stellen einholen. Zur groben Orientierung liegen Eintrittspreise in der Region häufig im niedrigen einstelligen Eurobereich, umgerechnet in die lokale Währung irakischer Dinar (IQD), können aber schwanken.
  • Beste Reisezeit
    Das Klima in Erbil ist kontinental und trocken, mit sehr heißen Sommern und vergleichsweise milden Wintern. Für Reisende aus Deutschland sind Frühling (März bis Mai) und Herbst (Oktober bis Anfang November) besonders angenehm, wenn die Tagestemperaturen meist zwischen etwa 20 und 30 °C liegen. Im Hochsommer können Temperaturen deutlich über 35 °C steigen; dann empfiehlt sich ein Besuch der Zitadelle eher in den frühen Morgen- oder späten Nachmittagsstunden, um die Hitze und stärkste Sonneneinstrahlung zu vermeiden. Im Winter kann es kühl werden, mit gelegentlichen Niederschlägen, aber in der Regel bleibt die Zitadelle zugänglich.
  • Praxis-Tipps: Sprache, Zahlung, Trinkgeld, Kleiderordnung, Fotografieren
    Die in Erbil vorherrschenden Sprachen sind Kurmandschi und Sorani (kurdische Varietäten) sowie Arabisch. In Hotels, touristischen Einrichtungen und bei jüngeren Menschen ist Englisch im Regelfall verbreitet. Deutschkenntnisse sind deutlich seltener, können aber vereinzelt vorkommen. Es empfiehlt sich, grundlegende englische Redewendungen zu nutzen und eventuell einige kurdische Höflichkeitsfloskeln zu lernen.
    Bei der Zahlung ist Bargeld in irakischen Dinar (IQD) weit verbreitet. In größeren Hotels, Einkaufszentren und einigen Restaurants werden internationale Kreditkarten häufig akzeptiert, im Basar rund um die Zitadelle und in kleineren Geschäften dominiert jedoch Barzahlung. Euro können teilweise gewechselt werden, der Wechselkurs schwankt; es empfiehlt sich, vor Ort Geld an offiziellen Wechselstuben oder Banken umzutauschen. Girocard (EC-Karte) und rein nationale deutsche Karten werden nicht überall akzeptiert, internationale Kreditkarten sind deutlich verbreiteter. Mobile Payment mit Diensten wie Apple Pay oder Google Pay ist noch nicht überall Standard, nimmt jedoch in größeren Einrichtungen zu.
    Trinkgeld wird ähnlich wie in anderen Ländern des Nahen Ostens geschätzt. In Restaurants sind rund 10 % Trinkgeld üblich, sofern kein Servicezuschlag enthalten ist. Bei Taxis kann aufgerundet werden. Für Führungen oder besondere Hilfestellungen ist ein kleines zusätzliches Trinkgeld angemessen.
    Bei der Kleiderordnung gilt eine zurückhaltende, respektvolle Haltung: Schultern und Knie sollten insbesondere bei Besuchen in religiösen Stätten bedeckt sein. Auf der Zitadelle selbst ist legere, aber nicht zu freizügige Kleidung empfehlenswert, auch aufgrund der Sonneneinstrahlung. Kopfbedeckungen zum Schutz vor der Sonne und bequemes Schuhwerk sind angesichts der unebenen Wege sinnvoll.
    Fotografieren ist auf dem Zitadellenhügel im Freien in der Regel erlaubt, einzelne Gebäude, Museen oder religiöse Orte können jedoch eigene Regeln haben. Es ist ratsam, auf Hinweisschilder zu achten und im Zweifel nachzufragen. Personen sollten nur mit deren Einverständnis fotografiert werden.
  • Einreisebestimmungen und Sicherheit
    Der Irak, einschließlich der Autonomen Region Kurdistan, unterliegt besonderen Sicherheits- und Einreisebedingungen. Deutsche Staatsbürger sollten die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prüfen. Dort finden sich Informationen zu Visabestimmungen, Einreiseformalitäten, Sicherheitslage und Gesundheitshinweisen. Innerhalb der Region Kurdistan können sich Bestimmungen und Sicherheitsbewertungen ändern, daher ist eine sorgfältige Planung und laufende Information wichtig. Eine Auslandskrankenversicherung mit Rückholoption wird in der Regel empfohlen.
  • Zeitzone
    Erbil liegt in der Zeitzone Irak-Standardzeit, die der koordinierten Weltzeit (UTC+3) entspricht. Gegenüber der Mitteleuropäischen Zeit (MEZ, UTC+1) besteht damit ein Zeitunterschied von meist +2 Stunden, während der mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ, UTC+2) beträgt der Unterschied in der Regel +1 Stunde.

Warum Qelat Hewler auf jede Erbil-Reise gehört

Wer Erbil besucht, lernt in der Zitadelle den historischen Kern der Stadt kennen. Die steilen Zugänge hinauf zum Hügel führen mitten durch das Basarviertel, in dem Händler Gewürze, Teppiche, Haushaltswaren und Kleidung anbieten. Oben angekommen, öffnet sich ein anderes Tempo: schmale Gassen, Lehmziegelwände und der unverwechselbare Blick hinab auf die moderne Stadt schaffen einen Kontrast, der vielen Reisenden noch lange im Gedächtnis bleibt.

Qelat Hewler ist dabei mehr als ein Fotomotiv. Die Zitadelle erzählt von den kulturellen und politischen Schichtungen Mesopotamiens – von frühen Stadtstaaten über Großreiche bis zu den Dynamiken der jüngeren Geschichte. Für Besucher aus Deutschland, die vielleicht über die antiken Kulturen der Region aus Museen in Berlin, München oder London vertraut sind, eröffnet ein Rundgang auf der Zitadelle einen unmittelbaren räumlichen Eindruck dieser Geschichte. Statt Vitrinen und Ausstellungsbeschriftungen erlebt man den Ort, an dem sich diese Geschichte abgespielt hat.

Gleichzeitig lädt die Zitadelle dazu ein, die Gegenwart der Region Kurdistan zu erleben. Kinder spielen in den Gassen, Restaurierungsteams arbeiten an Fassaden, und in einigen restaurierten Häusern entstehen Kulturzentren, Museen und Ausstellungssäle. Offizielle Stellen betonen, dass die Zitadelle langfristig als lebendiges Kulturquartier mit Veranstaltungen, Handwerksbetrieben und Gastronomie etabliert werden soll. Für Besuchende entsteht damit die Perspektive, einen historischen Ort nicht nur als „Alte Steine“, sondern als Teil des heutigen Stadtlebens zu erfahren.

In der Nähe der Zitadelle befinden sich weitere Sehenswürdigkeiten, die sich gut kombinieren lassen, darunter Moscheen, Kirchen und moderne Einkaufszentren. Zwischen dem traditionellen Basar und den klimatisierten Malls spannt sich ein Bogen, der Erbil zu einer Stadt der Übergänge macht – und die Zitadelle liegt buchstäblich im Zentrum dieser Spannungen. Für eine mehrtägige Reise in die Region eignet sich Qelat Hewler als Ausgangspunkt, um auch das Umland zu erkunden, etwa Gebirgslandschaften, historische Klöster oder archäologische Stätten, die von Reiseanbietern vor Ort angeboten werden.

Reiseführer aus dem deutschsprachigen Raum, etwa Publikationen von Marco-Polo- oder Dumont-Verlagen, heben die Zitadelle regelmäßig als Highlight jeder Erbil-Reise hervor. Sie empfehlen, genügend Zeit für einen Rundgang einzuplanen und die Atmosphäre sowohl tagsüber als auch in den Abendstunden zu erleben, wenn das warme Licht der untergehenden Sonne die Lehmziegelfassaden in ein intensives Ocker taucht. Wer den Blick über die Dächer der Stadt schweifen lässt, kann sich vor Augen führen, dass unter diesem Hügel Generationen von Menschen gelebt, gefeiert, gebaut und gestritten haben – ein Gedanke, der den Besuch zu einem der eindrücklichsten Momente einer Reise in den Nordirak machen kann.

Zitadelle von Erbil in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke

In sozialen Medien gewinnt die Zitadelle von Erbil zunehmend Aufmerksamkeit. Reisende teilen Panoramaaufnahmen über den Dächern von Erbil, Detailfotos der charakteristischen Fassaden und kurze Clips von Spaziergängen durch die Gassen. Für Interessierte aus dem deutschsprachigen Raum können diese Eindrücke helfen, ein Gefühl für Atmosphäre, Lichtstimmungen und Alltag auf dem Hügel zu bekommen und die Planung einer eigenen Reise zu konkretisieren.

Häufige Fragen zu Zitadelle von Erbil

Wo liegt die Zitadelle von Erbil genau?

Die Zitadelle von Erbil liegt im Zentrum der Stadt Erbil im Norden des Irak, in der Autonomen Region Kurdistan, direkt oberhalb des traditionellen Basars. Der künstliche Hügel mit seinem geschlossenen Kranz von Lehmziegelhäusern ist von weiten Teilen der Stadt aus gut sichtbar.

Wie alt ist Qelat Hewler?

Archäologische Untersuchungen deuten darauf hin, dass der Siedlungshügel seit mindestens der frühen Bronzezeit dauerhaft bewohnt wurde, also seit mehreren Jahrtausenden. Die heute sichtbare Bausubstanz stammt jedoch hauptsächlich aus dem 18. bis frühen 20. Jahrhundert. Die außergewöhnliche Bedeutung der Zitadelle liegt in der langen Kontinuität der Besiedlung des Ortes, nicht in einem einzelnen Gebäude.

Kann man die Zitadelle von Erbil als Tourist besuchen?

Ja, der Zitadellenhügel ist grundsätzlich für Besucher geöffnet. Aufgrund laufender Restaurierungsarbeiten können bestimmte Bereiche vorübergehend gesperrt sein, während andere – insbesondere restaurierte Häuser und Museen – zugänglich sind. Es empfiehlt sich, vor Ort oder bei offiziellen Stellen nach dem aktuellen Stand zu fragen und die Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes für Reisen in die Region zu beachten.

Was ist das Besondere an der Zitadelle von Erbil im Vergleich zu anderen historischen Stätten?

Die Zitadelle gilt als eine der ältesten kontinuierlich bewohnten Siedlungen der Welt und vereint in einem relativ kleinen Areal Spuren zahlreicher Epochen – von frühen Hochkulturen Mesopotamiens über antike Großreiche bis zur osmanischen Zeit und in die Gegenwart. Ihre Position als markanter Hügel im Stadtzentrum und der geschlossene Kranz aus historischen Lehmziegelhäusern machen sie zudem zu einem äußerst eindrucksvollen Stadtbild.

Wann ist die beste Zeit für eine Reise zur Zitadelle von Erbil aus Deutschland?

Für Reisende aus Deutschland sind Frühling (etwa März bis Mai) und Herbst (Oktober bis Anfang November) besonders angenehm, da die Temperaturen in dieser Zeit moderater sind als im sehr heißen Sommer. Wer die Zitadelle besuchen möchte, sollte die klimatischen Bedingungen, die Sicherheitslage und die Einreisebestimmungen berücksichtigen und die Reise entsprechend planen. Informationen zur aktuellen Lage bietet das Auswärtige Amt.

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