Yehliu Dizhi Gongyuan, Neu-Taipeh

Yehliu Dizhi Gongyuan: bizarrer Felsenkopf an der Küste von Neu-Taipeh

Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 07:48 Uhr | Redaktionelle Verantwortung: Rafael Müller, Chefredakteur AD HOC NEWS

Yehliu Dizhi Gongyuan in Neu-Taipeh zeigt auf einer schmalen Sandsteinklippe bizarre Felsformen wie den „Queen’s Head“ und macht Taiwans Nordküste zum geologischen Freilichtmuseum.

Yehliu Dizhi Gongyuan, Neu-Taipeh, Taiwan, Illustration mit AI erstellt.
Yehliu Dizhi Gongyuan, Neu-Taipeh, Taiwan, Illustration mit AI erstellt.

Yehliu Dizhi Gongyuan an der Nordküste von Taiwan liegt auf einer schmalen, ins Meer hinausragenden Sandsteinklippe vor Neu-Taipeh und ist für seine surreal geformten Felsen bekannt, allen voran den „Queen’s Head“ mit seinem markanten Felsenkopf auf einem schmalen Hals. Die Klippe gehört zu Sandsteinschichten aus dem Miozän, die vor rund 10 bis 25 Millionen Jahren in einem Meeresbecken abgelagert wurden und sich später durch Hebung der Erdkruste aus dem Meer erhoben. Über lange Zeit haben Brandung, Wind und Salzverwitterung aus diesen Schichten eine Landschaft geschaffen, die oft als natürliches geologisches Museum beschrieben wird.

Eine Sandsteinklippe als geologisches Freilichtmuseum

Yehliu Dizhi Gongyuan liegt auf einer Landzunge, deren Gestein überwiegend aus mächtigen Sandsteinlagen der Da?Liao?Formation des sogenannten Yehliu?Komplexes besteht, die in das Miozän datiert werden. Diese Schichten wurden durch tektonische Vorgänge wie die Penglai?Orogenese, bei der sich Eurasische Platte und Philippinische Platte zusammenschoben, zu einer einseitig geneigten Struktur aufgefaltet, sodass die vormals horizontalen Meeresablagerungen heute als Küstenklippe sichtbar sind.Miozäne Sandsteinlagen der Da Liao Formation Zwischen den Sandsteinen treten Kalk? und Tonsteine sowie kalkhaltige Sandsteine auf, in denen sich Spuren früherer Meereslebewesen erhalten haben, etwa fossile Seeigel und röhrenförmige Grabgänge von Krabben.Fossilien in den Daliao-Schichten

Die Oberfläche der Klippe ist von zahlreichen Kluftsystemen durchzogen, also natürlichen Rissen im Gestein, die den Sandstein in Blöcke und Felstafeln gliedern. An diesen Klüften greifen Meerwasser, Regen und Salz besonders stark an, wodurch kantige Felspakete, tafelartige Plattformen, quadratisch wirkende Blöcke und kleinteilige Bruchmuster entstanden sind, die an Schildkrötenpanzer oder aufgeschnittene Ingwerwurzeln erinnern.Gelenkte Verwitterung entlang der Klüfte Zwischen den Felsplatten finden sich flache Mulden und runde Vertiefungen, in denen sich Wasser sammelt; viele dieser Vertiefungen sind durch kreisende Kiesel und Brandung zu deutlichen Gesteinstöpfen mit steilen, glatten Wänden ausgeschliffen worden.

Felsfiguren mit Namen: vom Queen’s Head zu Pilz?, Kerzen? und Ingwerfelsen

Das prägnanteste Einzelmotiv von Yehliu Dizhi Gongyuan ist der „Queen’s Head“, ein pilzförmiger Fels mit schmalem Hals und breiter Oberseite, dessen Silhouette an einen menschlichen Kopf erinnert und in Taiwan zu einem inoffiziellen Symbol der Region Wanli geworden ist.Der bekannte Felskopf Queen’s Head Dieser Fels gehört zur Gruppe der sogenannten Pilzfelsen, bei denen eine härtere Gesteinslage auf einer weicheren Basis ruht, sodass die untere Zone stärker abgetragen wurde und ein dünner Hals entstand. In seiner Nähe steht ein weiterer, jüngerer Kopf?Fels, der in offiziellen Darstellungen als „Cute Princess“ bezeichnet wird und mit seinem vergleichsweise breiten Hals als eine Art Nachfolger des berühmten Felskopfs gilt.Pilzfelsen Queen’s Head und Cute Princess

Rund um den Queen’s Head ist das Gelände von zahlreichen weiteren markanten Felsfiguren geprägt, die regionale und internationale Bekanntheit erlangt haben. Dazu gehören Pilzfelsen mit stark ausgehöhlten Oberseiten, deren Oberfläche von wabenartigen Vertiefungen überzogen ist, die an aufgebrochenen Bienenwaben erinnern, sowie kantige Blöcke mit nahezu rechtwinkligen Kanten, die als „Tofu?Felsen“ bezeichnet werden. Auf den Klippen stehen säulenartige Felsnadeln, die durch eine harte Gesteinslinse im oberen Bereich geschützt werden und mit ihrem schmalen Unterbau und der verbreiterten Spitze an Kerzen erinnern; sie werden in offiziellen Materialien als „Kerzen?Felsen“ beschrieben.Pilzfelsen, Tofu-Felsen und Kerzen-Felsen Daneben gibt es Gruppen von bräunlich?gelben Felsen mit polygonalem Bruchmuster, deren Form an in Scheiben geschnittenen Ingwer erinnert und die als Ingwerfelsen bezeichnet werden; sie verdanken ihre Farbgebung der Einlagerung von Eisenmineralen, die sich beim Wechsel von Feuchte und Trockenheit als gelblich?braune Flecken im Sandstein abzeichnen.

Meereskerben, Höhlen und eine gegliederte Küstenzone

Yehliu Dizhi Gongyuan ist nicht nur eine Ansammlung einzelner Felsfiguren, sondern eine gegliederte Küstenlandschaft, die sich über mehrere Abschnitte zieht. Im vorderen Teil der Landzunge liegen die dichtesten Gruppen der Pilzfelsen mit Queen’s Head, Fairy Shoe und weiteren benannten Formen, deren Namen sich an Schuhen, Eis oder Tieren orientieren; die Felsplattform ist hier von zahlreichen runden Vertiefungen und Gesteinstöpfen durchsetzt.Pilzfelsen auf der vorderen Plattform In einem folgenden Abschnitt treten quadratische Gesteinsblöcke und flachere Felstafeln auf, die durch sich kreuzende Kluftsysteme wie aneinander gereihte Kuben wirken; hier konzentrieren sich die Tofu?Felsen und weitere kantige Gesteinsformen.

Der hintere Bereich der Landzunge wird durch die Nähe zur Steilküste geprägt, an deren Fuß das Meer über lange Zeit Kerben in den Fels geschnitten hat. Aus diesen Kerben haben sich an mehreren Stellen ausgedehnte Auskolkungen und Öffnungen im Fels entwickelt, die als Meeresgrotten zu erkennen sind und in lokalen Beschreibungen Namen wie Mazu?Höhle oder Liebes?Höhle tragen.Meereskerben und Höhlen am Klippenfuß Zwischen den Grotten liegen Abschnitte mit glatten, vom Wasser polierten Klippenflächen, auf denen sich Streifen unterschiedlicher Gesteinsfarbe abzeichnen; sie lassen die Schichtung der Sandsteine und Kalksteine in ruhiger Folge erkennen und bilden einen deutlichen Kontrast zu den rauen, wabenartig unterhöhlten Pilzfelsen auf der vorgelagerten Plattform.

Yehliu Dizhi Gongyuan besuchen: was Reisende aus Deutschland wissen sollten

  • Yehliu Dizhi Gongyuan liegt im Küstenort Yehliu im Distrikt Wanli von Neu-Taipeh; von Neu-Taipeh und Taipei führen Linienbusse und organisierte Ausflüge zur Landzunge, zusätzlich ist die Anreise mit Fahrzeug über die Küstenstraße möglich.
  • Das Gelände im Park besteht aus natürlichen Felsplattformen und Sandsteinblöcken; viele Wege führen über unebene, teils glatte Felsflächen und Stufen, und einzelne Aussichtspunkte erreichen Besucher über Treppen an der Klippe.
  • Die Nordküste von Taiwan erlebt ausgeprägte Jahreszeiten mit wechselndem Wetter; auf der frei liegenden Landzunge treffen Meereswind, Gischt und Sonne direkt auf die offenen Felsflächen.
  • In unmittelbarer Umgebung des Parks liegen der Küstenort Yehliu mit seinem Hafen und weitere Aussichtspunkte entlang der nordtaiwanischen Küste, die teils Sicht auf das Kap und die vorgelagerte See bieten.
  • Amtssprache ist Chinesisch, gezahlt wird in Neuer Taiwan-Dollar. Die Einreisebestimmungen richten sich nach der Staatsangehörigkeit; deutsche Staatsbürger prüfen die Länderinformationen des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de.

Yehliu Dizhi Gongyuan auf Social-Media-Plattformen

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Yehliu Dizhi Gongyuan: häufige Fragen

Wo liegt Yehliu Dizhi Gongyuan genau?

Der Park liegt auf einer schmalen Sandsteinklippe bei Yehliu im Distrikt Wanli an der Nordküste von Taiwan und gehört verwaltungstechnisch zur Stadt Neu-Taipeh.

Was bietet ein Besuch in Yehliu Dizhi Gongyuan?

Ein Besuch führt über Felsplattformen und Klippen mit benannten Sandsteinfiguren, Pilzfelsen, Kerzen? und Ingwerfelsen sowie Meereskerben und Grotten entlang der Küste.

Was kennzeichnet Yehliu Dizhi Gongyuan im Vergleich zu anderen Küsten?

Charakteristisch sind die miozänen Sandsteinschichten der Da?Liao?Formation, die durch lange Brandungs? und Salzverwitterung zu einer ungewöhnlich dichten Sammlung benannter Felsskulpturen geformt wurden.

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