Yakushima in Japan: Die geheimnisvolle Insel der uralten Zedern
03.06.2026 - 16:01:19 | ad-hoc-news.deIm dichten, feuchten Grün von Yakushima (auf Deutsch sinngemäß „Yakushima-Insel“) scheint Japan für einen Moment in die Zeit der Mythen zurückzufallen: Moosüberzogene Felsen, Nebelschwaden zwischen uralten Zedern und ein Wald, der Regisseure und Zeichner zu Fantasiewelten wie „Prinzessin Mononoke“ inspiriert haben soll. Yakushima in Japan ist keine laute Ikone wie der Tokyo Tower, sondern ein leises Naturwahrzeichen – und gerade deshalb für viele Reisende aus Deutschland ein Sehnsuchtsort.
Yakushima: Das ikonische Wahrzeichen von Yakushima
Yakushima ist eine gebirgige, nahezu kreisrunde Insel südlich der japanischen Hauptinsel Ky?sh? und gehört zur Präfektur Kagoshima. Sie liegt im Ostchinesischen Meer und ist Teil der ?sumi-Inselgruppe, rund 60 km vor der Südspitze von Ky?sh?. Berühmt ist Yakushima vor allem für seine außergewöhnlich dichten, immergrünen Wälder, das extrem feuchte Klima und die ikonischen, teils mehrere tausend Jahre alten Zedernbäume, die im Deutschen meist als „Yakusugi“ oder „Yakushima-Zedern“ bezeichnet werden.
Die Insel gilt als eine der regenreichsten Regionen Japans; häufig wird gesagt, es regne hier „an 35 Tagen im Monat“ – eine poetische Übertreibung, die aber deutlich macht, wie allgegenwärtig Wasser, Nebel und Wolken sind. Dieses Klima lässt eine üppige, fast märchenhafte Vegetation entstehen. Für Reisende aus Deutschland fühlt sich Yakushima wie eine Mischung aus tropischem Regenwald und alpinem Hochgebirge an: Unten subtropische Strände und Mangroven, oben moosige Bergwälder und Nebelschwaden.
Yakushima steht seit Jahrzehnten im Zentrum des japanischen Naturschutzes und ist international vor allem durch seinen Status als UNESCO-Welterbestätte bekannt. Teile der Insel wurden 1993 als „Yakushima“ in die Liste des Weltnaturerbes aufgenommen. Damit ist die Insel in einer Reihe mit anderen ikonischen Naturwahrzeichen wie dem Grand Canyon oder dem Great Barrier Reef – nur wesentlich kleiner, intimer und schwerer zugänglich.
Geschichte und Bedeutung von Yakushima
Die menschliche Besiedlung von Yakushima reicht weit zurück. Archäologische Funde deuten darauf hin, dass Menschen bereits in der J?mon-Zeit — also viele Jahrtausende vor unserer Zeitrechnung — auf der Insel lebten. In japanischen historischen Quellen wird Yakushima früh erwähnt, unter anderem im Zusammenhang mit Handels- und Schifffahrtsrouten zwischen Ky?sh? und den südlich gelegenen Inseln. Für das alte Japan war Yakushima ein Vorposten Richtung Ry?ky?-Inseln und damit auch Richtung heutiges Okinawa.
Über die Jahrhunderte hinweg lebte die Bevölkerung von Yakushima vor allem von Fischerei, Forstwirtschaft und in geringerem Maße vom Anbau landwirtschaftlicher Produkte wie Mandarinen und Tee. Eine besondere Rolle spielte Holz: Die Yakusugi-Zedern der Insel wurden über lange Zeit als wertvolle Ressource betrachtet. Aus ihnen wurden etwa Dachschindeln und andere hochwertige Holzprodukte hergestellt, die von Yakushima auf das japanische Festland exportiert wurden.
Im 20. Jahrhundert kam es zu einer intensiven Holznutzung, die das Ökosystem der Insel stark belastete. In der Folge wurde der Ruf nach Schutz und nachhaltiger Bewirtschaftung immer lauter. Ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts begannen japanische Behörden und Naturschutzorganisationen, große Teile der Wälder unter Schutz zu stellen. Mit der Ausweisung als Nationalpark und der späteren Anerkennung als UNESCO-Welterbe wurde die industrielle Holzernte drastisch reduziert und schließlich weitgehend eingestellt.
Die UNESCO begründete die Aufnahme Yakushimas in die Welterbeliste mit der außergewöhnlichen biologischen Vielfalt und der klar erkennbaren Höhenzonierung der Vegetation: Auf vergleichsweise kleinem Raum finden sich auf Yakushima Ökosysteme von subtropischen Küstenwäldern bis hin zu kühlen, fast subalpinen Zonen im Gebirge. Diese vertikale Vielfalt ist in Japan einzigartig und macht die Insel zu einem Modell für ökologische Forschung.
Für Japan hat Yakushima heute eine doppelte Bedeutung: Zum einen als Symbol für erfolgreichen Naturschutz, zum anderen als wichtiger Baustein im nachhaltigen Tourismus. Viele japanische Besucher sehen in der Insel eine Art grüne Pilgerstätte, eine Gelegenheit, in der Natur spirituelle Ruhe zu finden. Für internationale Gäste, und zunehmend auch für Reisende aus Deutschland, ist Yakushima ein Gegenpol zu den hyperurbanen Metropolen des Landes – ein Ort, an dem Japan seine stille, naturverbundene Seite zeigt.
Architektur, Natur und besondere Merkmale
Obwohl Yakushima kein klassisches Bauwerks-Wahrzeichen wie ein Turm oder ein Tempel besitzt, hat die Insel ein „natürliches Wahrzeichen“: die uralten Zedern, allen voran die berühmten Bäume wie der „J?mon Sugi“. Dieser Baum gilt als eine der ältesten japanischen Zedern überhaupt; Schätzungen reichen von über 2.000 bis möglicherweise mehr als 5.000 Jahren. Da genaue Altersbestimmungen bei lebenden, so großen Bäumen sehr schwierig sind, wird heute meist vorsichtig von „mehreren Jahrtausenden“ gesprochen.
J?mon Sugi steht im zentralen Bergland der Insel in einem schwer zugänglichen Gebiet. Um ihn zu erreichen, sind lange Wanderungen auf markierten Wegen nötig, häufig in Form von Tages- oder ausgedehnten Bergtouren. Die Wege führen zum Teil über alte Holzbohlen, frühere Loren- oder Schienenwege und schmale Pfade durch dichten, moosgewachsenen Wald. Die japanische Parkverwaltung hat strenge Regeln zum Schutz der Baumriesen eingeführt: Der direkte Zugang ist gesperrt, Besucher betrachten den Baum von Plattformen in respektvollem Abstand.
Neben J?mon Sugi gibt es andere berühmte Bäume mit eigenem Namen, etwa „Wilson’s Stump“, ein gigantischer, hohler Baumstumpf, der nach einem britischen Botaniker benannt ist, oder die markante „Daio Sugi“. Jeder dieser Bäume ist Teil eines größeren Ökosystems, in dem Moose, Farne, Pilze und kleine Tiere eine komplexe Lebensgemeinschaft bilden.
Die Topografie Yakushimas ist für eine Insel dieser Größe beeindruckend: Mehrere Berge erreichen Höhen von über 1.800 m. Der höchste Gipfel, Miyanoura-dake, ragt mit rund 1.935 m in den Himmel und ist damit höher als viele Alpengipfel, die deutsche Reisende aus beliebten Regionen wie dem Allgäu oder Tirol kennen. Interessant ist dabei, dass man auf Yakushima theoretisch innerhalb eines Tages vom Meeresspiegel bis in diese nahezu subalpinen Zonen aufsteigen kann – ein vertikales Naturpanorama, das in Europa eher auf größeren Landmassen zu finden ist.
Die Küstenlinie ist abwechslungsreich: Schwarze Felsformationen, schmale Sandbuchten, kleine Hafenorte und Abschnitte mit Mangroven prägen das Bild. Im Süden und Westen wirken manche Buchten fast tropisch, mit üppiger Vegetation bis dicht an den Strand. Entlang der Straßen und in den kleinen Orten finden sich traditionelle japanische Häuser, Pensionen (Ryokan) und moderne Gästehäuser – architektonisch meist schlicht, oft aus Holz und Beton, selten spektakulär, aber eingebettet in eine eindrucksvolle Landschaft.
Eine zusätzliche Besonderheit sind die Meeresschildkröten: Bestimmte Strände von Yakushima gelten als wichtige Nistplätze bedrohter Arten, insbesondere der Unechten Karettschildkröte. In der passenden Jahreszeit können unter strengen Schutzauflagen nächtliche Beobachtungen stattfinden. Dies ist ein weiterer Grund, weshalb Umweltorganisationen Yakushima als Modellregion für den Schutz mariner und terrestrischer Ökosysteme betrachten.
Kulturell ist Yakushima eng mit der Shint?-Tradition Japans verbunden, in der Naturgeister (Kami) in Bergen, Bäumen und Wasserfällen verehrt werden. Für viele Japanerinnen und Japaner ist es daher nachvollziehbar, diesen uralten Wald als „heiligen Ort“ zu sehen, auch wenn die Insel nicht in der Art eines Pilgerheiligtums organisiert ist wie etwa der Kumano-Kod?-Pilgerweg auf Honsh?.
Yakushima besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Lage und Anreise ab Deutschland
Yakushima liegt südlich von Ky?sh? in Japan und ist von Deutschland aus nur mit mehreren Umstiegen erreichbar. Typische Routings führen von Frankfurt, München, Berlin oder Düsseldorf zunächst zu einem großen internationalen Drehkreuz in Ostasien, zum Beispiel nach Tokio (Haneda oder Narita), Osaka (Kansai) oder Fukuoka. Von dort geht es meist weiter mit einem Inlandsflug nach Kagoshima auf Ky?sh?. Von Kagoshima wiederum fahren Hochgeschwindigkeitsfähren und langsamere Boote nach Yakushima, alternativ gibt es Inlandsflüge von Kagoshima oder Osaka auf die Insel. Direkte Nonstop-Flüge von Deutschland nach Yakushima existieren nicht; realistisch ist eine Gesamtanreisezeit von 17 bis 24 Stunden inklusive Umstiege, abhängig von der Verbindung und Wartezeiten. - Inselverkehr und Mobilität
Auf Yakushima selbst gibt es eine Ringstraße, die die meisten Küstenorte verbindet. Linienbusse verkehren rund um die Insel, allerdings in deutlich geringerem Takt als deutsche Reisende es aus Ballungsräumen gewohnt sind. Mietwagen sind verbreitet und bieten die größte Flexibilität, die teils abgelegenen Einstiegspunkte der Wanderwege zu erreichen. Es sollte jedoch bedacht werden, dass Straßen enge Kurven, steile Passagen und teilweise sehr schmale Abschnitte aufweisen. Linksverkehr wie in ganz Japan ist obligatorisch. Wer kein Auto mieten möchte, sollte Fahrpläne der Busse sorgfältig prüfen und längere Wege zu Fuß einplanen. - Öffnungszeiten und Zugang zu den Wandergebieten
Yakushima ist ganzjährig zugänglich, doch bestimmte Wanderwege können saisonal oder witterungsbedingt gesperrt sein, etwa bei Starkregen, Erdrutschgefahr oder während der Taifunsaison. Die Zugänge zu beliebten Routen wie dem Weg zu J?mon Sugi sind in der Regel über Forststraßen und Shuttlebusse erschlossen, deren Betriebszeiten und Fahrpläne sich ändern können. Öffnungszeiten der Besucherzentren, Informationsstellen und der Busverbindungen sollten vorab auf den offiziellen Seiten der Inselverwaltung oder der regionalen Tourismusverbände geprüft werden. Generell gilt: Früh starten, da viele Wanderungen mehrere Stunden dauern und in den Bergen schnell Nebel oder Regen aufziehen können. - Eintritt und Gebühren
Der Zugang zu den Wanderwegen der Welterbe-Zonen ist überwiegend frei, allerdings können für bestimmte Parkplätze, Shuttlebusse oder freiwillige Naturschutzabgaben (z.?B. „Trail Maintenance Fees“) Kosten anfallen. Diese sind meist moderat und dienen der Pflege der Wege und dem Schutz der Natur. Da die genaue Höhe und Struktur der Gebühren sich ändern können und unterschiedlich gehandhabt wird, ist es sinnvoll, vor Reiseantritt die aktuellen Informationen bei offiziellen Stellen zu prüfen. Eine fixe, einheitliche Eintrittsgebühr nach dem Muster großer europäischer Sehenswürdigkeiten gibt es für die Naturgebiete Yakushimas in der Regel nicht. - Beste Reisezeit
Yakushima kann grundsätzlich das ganze Jahr über besucht werden. Das Klima ist feucht und relativ mild, mit eher kühlen, regnerischen Wintern und warmen, sehr feuchten Sommern. Beliebt sind besonders Frühling und Herbst, also etwa von April bis Juni und von September bis November. In diesen Zeiten sind die Temperaturen für Wanderungen angenehm, und die Wälder wirken besonders intensiv grün. Der Sommer bringt oft hohe Luftfeuchtigkeit und mögliche Taifune mit sich, was Wanderungen erschweren kann. Im Winter können die Berge Schnee tragen, sodass bestimmte Routen nur mit entsprechender Ausrüstung begehbar sind. Wer vor allem ausgedehnte Wanderungen plant, sollte möglichst in eine stabile Wetterphase reisen und mehrere Puffertage für Schlechtwetter einplanen. - Wandern und Ausrüstung
Yakushima ist ein Paradies für Wanderinnen und Wanderer, gleichzeitig aber kein Spaziergang. Viele der beliebtesten Routen — etwa zum J?mon Sugi oder auf den Miyanoura-dake — sind lange Tagesmärsche mit teils steilen Passagen, rutschigem Untergrund und vielen Höhenmetern. Gute Wanderschuhe, Regenkleidung und ein Rucksack mit ausreichend Wasser und Proviant sind unerlässlich. Wegen der hohen Luftfeuchtigkeit und häufigen Niederschläge ist auch Schutz für elektronische Geräte und Kleidung sinnvoll. Wer wenig Erfahrung mit langen Bergtouren hat, kann zunächst kürzere Routen wählen oder eine geführte Tour buchen. - Sprache und Verständigung
Japanisch ist die Alltagssprache auf Yakushima. Englisch wird in touristisch orientierten Unterkünften, bei Guides und in Informationszentren zumindest grundlegend verstanden, im Alltag jedoch weniger selbstverständlich als in Großstädten wie Tokio. Deutsche Sprachkenntnisse sind selten. Für Reisende aus Deutschland ist es hilfreich, einige grundlegende japanische Höflichkeitsfloskeln zu kennen und Offline-Übersetzungshilfen auf dem Smartphone bereitzuhalten. Kartenmaterial und Wegemarkierungen in beliebten Wandergebieten sind teilweise zweisprachig (Japanisch/Englisch), in abgelegeneren Bereichen jedoch oft nur auf Japanisch. - Zahlung, Währung und Trinkgeld
In Japan ist der Yen die Landeswährung. Auf Yakushima sollte man ausreichend Bargeld in Yen mitführen, da nicht alle kleinen Unterkünfte, Busse oder Restaurants Kartenzahlungen akzeptieren. In größeren Hotels und an manchen Tankstellen sind internationale Kreditkarten üblicher, Debitkarten aus Deutschland funktionieren nicht überall. Geldautomaten (ATMs) in Postfilialen und einigen Convenience Stores sind meist zuverlässige Anlaufstellen, aber nicht flächendeckend vorhanden. Trinkgeld ist in Japan in der Regel unüblich und kann sogar als irritierend empfunden werden; gute Leistung wird durch freundlichen Dank und respektvollen Umgang gewürdigt, nicht durch Bargeldgaben. - Sicherheit, Gesundheit und Versicherung
Japan gilt insgesamt als sehr sicheres Reiseland, und auch Yakushima ist in dieser Hinsicht eher unproblematisch. Die größten Risiken betreffen die Natur: rutschige Wege, plötzliches Wetterumschwung, Taifune und vereinzelt Wildtiere. Reisende aus Deutschland sollten auf eine angemessene Auslandskrankenversicherung achten, da die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland Kosten in Japan nur eingeschränkt übernimmt. Wanderversicherungen, die Bergrettung einschließen, können sinnvoll sein. Aktuelle Hinweise zu Naturgefahren und Gesundheitsthemen — etwa Infektionskrankheiten oder Reisebeschränkungen — sollten über offizielle Quellen geprüft werden. - Einreisebestimmungen und Visum
Für die Einreise nach Japan gelten für deutsche Staatsbürger je nach politischer und gesundheitlicher Lage unterschiedliche Regeln, unter anderem hinsichtlich visumfreier Aufenthalte, erlaubter Aufenthaltsdauer und notwendiger Reisedokumente. Diese Bestimmungen können sich ändern. Deutsche Staatsbürger sollten aktuelle Einreisehinweise beim Auswärtigen Amt unter auswaertiges-amt.de prüfen und sicherstellen, dass der Reisepass noch ausreichend lange gültig ist. Innerhalb Japans gibt es keine zusätzlichen Grenzkontrollen nach Yakushima; die Insel wird wie eine inländische Destination über Inlandsflüge oder Fähren erreicht. - Zeitzone und Zeitverschiebung
Yakushima liegt wie ganz Japan in der Zeitzone Japan Standard Time (JST), die der mitteleuropäischen Zeit (MEZ) im Winter in der Regel um +8 Stunden und während der mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ) um +7 Stunden voraus ist. Das bedeutet etwa: Wenn es in Deutschland 12:00 Uhr mittags ist, ist es auf Yakushima bereits Abend. Diese Zeitverschiebung sollte bei der Planung von An- und Abreisen, insbesondere bei Anschlussflügen und Hotel-Check-ins, berücksichtigt werden. - Kulturelle Besonderheiten und Verhalten
Beim Besuch von Yakushima gelten ähnliche Höflichkeitsregeln wie im restlichen Japan: Pünktlichkeit, leises Verhalten in öffentlichen Verkehrsmitteln, respektvoller Umgang mit Personal und Mitreisenden. In Unterkünften, die im Ryokan-Stil geführt werden, werden oft Hausschuhe bereitgestellt, Straßenschuhe bleiben am Eingang. In der Natur sind „Leave no trace“-Grundsätze wichtig: keinen Müll zurücklassen, keine Pflanzen pflücken und keinesfalls auf Bäume klettern oder sie berühren, die als besonders schützenswert gelten. Badehäuser und Onsen (heiße Quellen), soweit auf der Insel vorhanden, folgen den typischen japanischen Regeln: gründliches Waschen vor dem Baden, keine Badekleidung im Wasser, Rücksichtnahme auf andere Gäste.
Warum Yakushima auf jede Japan-Reise gehört
Für viele Reisende aus Deutschland ist Japan zunächst gleichbedeutend mit Tokio, Kyoto, Hiroshima oder Osaka. Yakushima zeigt eine andere Dimension des Landes: die radikale Präsenz von Natur und die stille Verbindung von Spiritualität und Landschaft. Wer nach ein paar Tagen in der Metropole das Bedürfnis nach Ruhe, Weite und Grün spürt, findet auf Yakushima einen eindrucksvollen Gegenpol.
Die Insel bietet eine seltene Kombination: Sie ist abgelegen genug, um sich deutlich vom Alltag zu lösen, aber doch gut organisiert, um Reisen ohne Expeditionserfahrung zu ermöglichen. Unterkünfte reichen von einfachen Gästehäusern bis zu komfortablen Hotels, und viele Betriebe sind auf Wandergäste eingestellt. Trocknungsräume für Kleidung, Lunchpakete für lange Touren und Transfers zu Wanderparkplätzen gehören häufig zum Angebot.
Wer eine klassische Japan-Rundreise plant, kann Yakushima ideal an eine Route durch Westjapan anschließen, etwa nach Stationen in Hiroshima, Fukuoka oder Kagoshima. Während die Städte das moderne und historische Japan zeigen — vom Atombomben-Gedenkpark in Hiroshima bis zu lebendigen Vierteln in Fukuoka — konzentriert sich Yakushima ganz auf das Erleben einer archaischen Natur. In dieser Kombination entsteht ein besonders dichtes Bild des Landes.
Auch aus kulturhistorischer Perspektive ist Yakushima reizvoll: Der Bezug zu Naturmotiven in Kunst, Lyrik und Film lässt sich hier sinnlich nachvollziehen. Wer die Zeichentrickfilme des Studio Ghibli schätzt, erkennt in den moosigen Wäldern und schwebenden Nebelschwaden Motive wieder, die in die Bildsprache japanischer Popkultur eingegangen sind. Damit wird die Insel zu einer Art Freiluftkulisse, in der sich Kultur und Landschaft überlagern.
Ein praktischer Vorteil: Yakushima ist zwar kein Massenziel, aber auch kein Geheimtipp mehr. Die Infrastruktur ist für internationale Gäste ausreichend entwickelt, gleichzeitig begrenzen Anreise und Wanderanforderungen die Besucherzahlen. Im Vergleich zu stark frequentierten Hotspots wie dem Fushimi-Inari-Schrein in Kyoto oder den überlaufenen Aussichtspunkten am Fuji-san kann man auf Yakushima oft Stunden wandern, ohne auf große Gruppen zu treffen — besonders, wenn man nicht nur die beliebtesten Routen wählt.
Für Reisende aus Deutschland, die bereits andere Fernreiseziele mit Regenwald- oder Berglandschaften kennen — etwa Neuseeland, Costa Rica oder Kanada — bietet Yakushima etwas Eigenes: die präzise japanische Organisation im Hintergrund, eingebettet in eine Landschaft, die fast wie ein verwunschener Garten wirkt. Dabei hilft auch die relative Kompaktheit der Insel. Statt täglich weite Strecken mit dem Auto zurückzulegen, kann man sich auf einen kleineren Raum konzentrieren, einzelne Täler und Berge intensiv erkunden und dennoch das Gefühl haben, eine vollständige Welt zu erleben.
Wer Japan nicht nur über seine Städte, Tempel und Technologie verstehen möchte, sondern auch über seine Naturverehrung und sein Bewusstsein für Vergänglichkeit und Erneuerung, findet in Yakushima ein besonders starkes Beispiel. Die uralten Zedern, die nie endenden Regenschauer und die langen, meditativen Wanderungen machen die Insel zu einem Ort, der lange im Gedächtnis bleibt — auch lange nachdem man nach Deutschland zurückgekehrt ist.
Yakushima in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke
In sozialen Medien taucht Yakushima immer wieder als geheimnisvolle, fast surreale Landschaft auf, die sich deutlich von den bekannten Stadtbildern Japans abhebt: Nebelwälder, Baumriesen, klare Gebirgsbäche und einsame Pfade prägen die Bildsprache.
Yakushima — Reaktionen, Stimmungen und Trends in den sozialen Medien:
Häufige Fragen zu Yakushima
Wo liegt Yakushima genau?
Yakushima liegt südlich der japanischen Hauptinsel Ky?sh? im Ostchinesischen Meer und gehört zur Präfektur Kagoshima. Die Insel ist Teil der ?sumi-Inselgruppe und rund 60 km von der Südspitze Ky?sh?s entfernt.
Warum ist Yakushima UNESCO-Weltnaturerbe?
Yakushima wurde als Weltnaturerbe anerkannt, weil die Insel auf kleinem Raum eine außergewöhnliche Vielfalt an Ökosystemen von subtropischen Küstenwäldern bis hin zu kühlen Bergzonen zeigt und einige der ältesten Zedern Japans beherbergt. Die klare Höhenzonierung der Vegetation und der hohe Grad an natürlicher Ursprünglichkeit gelten als weltweit bedeutend.
Wie kommt man von Deutschland nach Yakushima?
Von Deutschland aus führt der Weg üblicherweise zunächst mit einem Langstreckenflug nach Tokio, Osaka oder Fukuoka. Von dort geht es weiter nach Kagoshima auf Ky?sh? und anschließend per Inlandsflug oder Fähre nach Yakushima. Insgesamt sollten je nach Verbindung rund 17 bis 24 Stunden Reisezeit eingeplant werden.
Wann ist die beste Reisezeit für Yakushima?
Besonders attraktiv sind Frühling und Herbst, also etwa von April bis Juni und von September bis November. Dann sind die Temperaturen für Wanderungen angenehm, und das Risiko von Taifunen ist geringer als im Hochsommer. Die Insel ist ganzjährig bereisbar, doch sollte man Wetter und Wegbedingungen im Blick behalten.
Ist Yakushima für unerfahrene Wanderer geeignet?
Viele Routen auf Yakushima sind anspruchsvoll und erfordern Kondition, Trittsicherheit und gute Ausrüstung. Es gibt jedoch auch kürzere, leichtere Wege, etwa zu Wasserfällen oder Aussichtspunkten. Wer wenig Wandererfahrung hat, sollte mit einfacheren Touren beginnen oder sich einer geführten Gruppe anschließen, um sicher unterwegs zu sein.
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