Westminster Abbey: Londons Krönungskirche voller Geschichten
20.05.2026 - 07:08:54 | ad-hoc-news.deWenn sich die schweren Türen der Westminster Abbey öffnen und der Blick in das hohe, lichtdurchflutete Kirchenschiff fällt, fühlt sich die Hektik Londons für einen Moment weit entfernt an. Die Westminster Abbey („Westminster-Abtei“) ist nicht nur Krönungskirche des Vereinigten Königreichs, sondern ein verdichtetes Geschichtsbuch in Stein – und einer der eindrucksvollsten Orte, die Reisende aus Deutschland in London erleben können.
Westminster Abbey: Das ikonische Wahrzeichen von London
Westminster Abbey liegt nur wenige Schritte von den Houses of Parliament und Big Ben entfernt und prägt gemeinsam mit ihnen die Silhouette des politischen Zentrums in London. Die Kirche gehört seit 1987 zum UNESCO-Welterbe „Palace of Westminster and Westminster Abbey including Saint Margaret’s Church“. Die UNESCO hebt hervor, dass hier Architektur, Monarchie, Parlament und Kirche in einzigartiger Weise räumlich zusammenkommen – ein Ensemble, das es in dieser Form in Europa kein zweites Mal gibt.
Für Besucherinnen und Besucher aus Deutschland wirkt Westminster Abbey oft vertraut und zugleich fremd: gotische Architektur wie am Kölner Dom, aber eingebettet in eine britische Mischung aus Königshaus, anglikanischer Tradition und nationalem Gedenken. Der offizielle Betreiber, die „Dean and Chapter of Westminster“, beschreibt die Abtei als „lebendige Kirche“, in der täglich Gottesdienste stattfinden – und nicht als Museum. Genau diese Doppelrolle macht den Besuch so besonders: zwischen Touristengruppen, Schulklassen und royalen Erinnerungen ertönen Choräle, Kerzen flackern im Seitenschiff.
Weil die Abtei seit Jahrhunderten Schauplatz nahezu aller Krönungen der englischen und später britischen Monarchen ist, zeigt sie die Geschichte des Vereinigten Königreichs in verdichteter Form. Von mittelalterlichen Königsgräbern über den „Poets’ Corner“ mit Gedenkstätten für Shakespeare, Dickens und andere große Namen der englischsprachigen Literatur bis hin zu modernen Denkmälern für Wissenschaftler wie Isaac Newton oder Stephen Hawking bildet Westminster Abbey ein Panorama britischer Identität.
Geschichte und Bedeutung von Westminster Abbey
Die Ursprünge der Westminster Abbey reichen nach Angaben der offiziellen Website der Abtei und des britischen Kulturministeriums bis in die Zeit um das 10./11. Jahrhundert zurück. König Eduard der Bekenner („Edward the Confessor“) ließ Mitte des 11. Jahrhunderts an dieser Stelle eine große Klosterkirche errichten, die um das Jahr 1065 geweiht wurde. Von diesem normannischen Bau ist heute nur noch wenig sichtbar; der gotische Neubau, den Reisende heute sehen, geht vor allem auf das 13. Jahrhundert zurück.
Unter König Heinrich III. begann um 1245 ein umfassender Umbau im damals modernen gotischen Stil, inspiriert auch von französischen Kathedralen. Fachmagazine wie „GEO Epoche“ und Kulturportale der BBC betonen, dass Heinrich III. Westminster bewusst zu einer königlichen Memorialkirche ausbauen ließ – ähnlich der Rolle der Pariser Basilika Saint-Denis für die französischen Könige. Der Chorraum und das Querschiff entstanden in dieser Zeit und vermitteln noch heute sehr eindrucksvoll den hochgotischen Charakter.
Seit der Krönung von Wilhelm dem Eroberer im Jahr 1066 hat nahezu jeder englische beziehungsweise britische Monarch seine Krönungszeremonie in Westminster Abbey erlebt. Die britische Regierung und die Abtei selbst verweisen in Informationsmaterialien darauf, dass diese ununterbrochene Tradition einzigartig ist. Auch die Krönung von König Charles III. im Mai 2023 fand hier statt, was die weltweite Aufmerksamkeit noch einmal auf die Kirche lenkte.
Westminster Abbey ist darüber hinaus ein zentraler Begräbnisort. Zahlreiche englische und britische Könige sowie ihre Gemahlinnen sind hier bestattet, unter anderem Heinrich III., Eduard I., Richard II., Heinrich V., Elisabeth I., Maria I. Tudor sowie Jakob I. Kunsthistoriker in britischen und deutschen Fachpublikationen weisen darauf hin, dass die Dichte königlicher Grabmonumente im Altarraum eine Besonderheit darstellt, die sich von vielen kontinentalen Kathedralen unterscheidet, wo Könige häufiger in gesonderten Mausoleen ruhen.
Doch nicht nur die Monarchen fanden hier ihre letzte Ruhestätte. Ein starkes Symbol für die britische Erinnerungskultur ist das Grab des „Unknown Warrior“ („Unbekannter Krieger“). Dieser gefallene Soldat des Ersten Weltkriegs wurde 1920 feierlich in der Abtei beigesetzt, wie unter anderem BBC und die britische National Archives dokumentieren. Sein Grab liegt bewusst im Eingangsbereich des Kirchenschiffs – als Mahnung an den menschlichen Preis des Krieges. Viele Staatsgäste, darunter auch deutsche Bundespräsidenten und Bundeskanzler, legen hier Kränze nieder.
Die Bedeutung von Westminster Abbey heute ist vielschichtig: Sie ist Krönungskirche, nationale Gedenkstätte, vielfrequentiertes Touristenziel und lebendige anglikanische Gemeinde. Die Church of England hebt hervor, dass täglich Gottesdienste stattfinden, oft mit dem berühmten Chor der Westminster Abbey. Für Reisende ist der Spagat sichtbar: Vormittags strömen Besuchergruppen durch die Seitenschiffe, am frühen Abend verwandelt sich das Gotteshaus in einen ruhigen liturgischen Raum.
Architektur, Kunst und besondere Merkmale
Architektonisch ist Westminster Abbey ein Lehrbuchbeispiel der englischen Gotik – mit eigenen Besonderheiten. Die UNESCO und kunsthistorische Standardwerke wie der „Pevsner Architectural Guide“ betonen, dass der Kirchenbau zwar auf französische Vorbilder zurückgreift, aber typisch englische Elemente integriert. Das Langhaus mit seinem hohen Mittelschiff und dem klar strukturierten Maßwerk erinnert an die großen Kathedralen in Chartres oder Reims, gleichzeitig wirkt der Grundriss mit dem langen Rechteckchor typisch britisch.
Besonders eindrucksvoll ist das Fächergewölbe („fan vaulting“) im Henry VII’s Lady Chapel am Ostende der Abtei. Diese Marienkapelle, Anfang des 16. Jahrhunderts unter König Heinrich VII. errichtet, gilt laut der britischen Denkmalbehörde Historic England und Kunsthistorikern als eines der Meisterwerke der späten englischen Gotik. Das fein ziselierte Steinrippengewölbe, die vergoldeten Wappen und die filigranen Chorgestühle erzeugen einen fast schwerelosen Eindruck – ein Kontrast zu den massiven Mauern der Außenfassade.
Die Westfassade mit ihren beiden Türmen wurde erst im 18. Jahrhundert fertiggestellt. Sie wird häufig mit dem Namen Nicholas Hawksmoor in Verbindung gebracht, einem bedeutenden englischen Architekten, der im Umfeld von Sir Christopher Wren arbeitete. Britische Architekturforscher und die Abtei selbst betonen, dass die Fassadenlösung neugotische Elemente mit klassizistischen Einflüssen verbindet, was den Gesamteindruck der Kirche so charakteristisch macht.
Im Inneren lenken kunstvolle Glasfenster den Blick nach oben. Viele der mittelalterlichen Originalfenster wurden durch Großbrände und den Zweiten Weltkrieg beschädigt, aber im 19. und 20. Jahrhundert restauriert oder neu gestaltet. Die Abtei und britische Kulturmedien berichten, dass 2018 ein neues Fenster zu Ehren von Queen Elizabeth II. vom zeitgenössischen Künstler David Hockney in Südengland entworfen wurde; es befindet sich zwar nicht in der Abtei selbst, zeigt aber, wie eng die Monarchie und moderne Kunst weiterhin verknüpft sind. In Westminster Abbey konzentrieren sich die Glasfenster vor allem auf biblische Motive, Heilige und historische Figuren.
Ein Anziehungspunkt ist der „Poets’ Corner“ im südlichen Querschiff. Hier befinden sich Gräber und Gedenktafeln bedeutender Schriftstellerinnen und Schriftsteller des englischsprachigen Raums. Die erste Bestattung eines Dichters in diesem Bereich war Geoffrey Chaucer im 14. Jahrhundert. Später kamen unter anderem Gedenksteine für William Shakespeare (der allerdings in Stratford-upon-Avon begraben liegt), Charles Dickens, Rudyard Kipling, Thomas Hardy, T. S. Eliot und viele andere hinzu. Deutsche Feuilletons und die BBC heben hervor, dass sich hier die kulturelle Selbstvergewisserung Großbritanniens in Form literarischer Kanonbildung ablesen lässt.
Auch Naturwissenschaft und Technik sind in Westminster Abbey präsent. Das Grab von Isaac Newton, mit einer aufwändigen barocken Monumentalplastik, sowie das von Charles Darwin werden in fast allen Reiseführern besonders hervorgehoben. 2018 erhielt der Physiker Stephen Hawking eine Gedenkplatte nahe Newton und Darwin, was internationale Medien ausführlich berichteten. Diese räumliche Nähe verdeutlicht, welche Bedeutung wissenschaftliche Erkenntnis in der britischen Selbstwahrnehmung einnimmt – eine interessante Perspektive für Besucherinnen und Besucher aus Deutschland, wo Wissenschaft häufig stärker an Universitäten und Akademien erinnert wird als in Kirchen.
Ein weiteres wichtiges Element ist der „Coronation Chair“ (Krönungsstuhl), der sich im Bereich des Hochaltars befindet. Laut der offiziellen Website der Westminster Abbey und umfangreicher Berichterstattung der BBC wurde dieser hölzerne Thron um 1300 für König Eduard I. geschaffen. Auf ihm wurden seither die meisten englischen und britischen Monarchen gekrönt. Der Stuhl war über Jahrhunderte so etwas wie ein „Arbeitsmöbel“ der Monarchie: schlicht in der Grundform, aber voller Graffiti früherer Pilger, Restaurierungsspuren und Symbolik. Die Abtei berichtet, dass er in den vergangenen Jahren sorgfältig restauriert wurde, um ihn für kommende Krönungen zu sichern.
Ein bemerkenswerter Aspekt für viele Reisende ist die dichte Überlagerung verschiedener stilistischer Epochen. Während der Chorraum und die Grundstruktur hochgotisch sind, zeigt die Lady Chapel Merkmale der Spätgotik, die Westfassade barocke und neugotische Einflüsse. Ergänzt wird das Ganze durch viktorianische Restaurierungen im 19. Jahrhundert, als in England eine große Begeisterung für mittelalterliche Architektur aufkam. Kunsthistoriker weisen darauf hin, dass Westminster Abbey deshalb weniger „rein“ wirkt als manche kontinentale Kathedrale – dafür aber die wechselnden Geschmäcker und Epochen der britischen Geschichte exemplarisch zeigt.
Westminster Abbey besuchen: Was Reisende aus Deutschland wissen sollten
- Lage und Anreise ab Deutschland
Westminster Abbey liegt im Herzen des Stadtteils Westminster, nur wenige Gehminuten von der Themse, dem Palace of Westminster und dem Regierungsviertel entfernt. Der nächstgelegene U-Bahnhof ist „Westminster“ (District, Circle und Jubilee Line). Für Reisende aus Deutschland bieten sich in der Regel Flüge nach London Heathrow, Gatwick, Stansted oder City Airport an. Von Frankfurt, München, Berlin, Düsseldorf oder Hamburg gibt es – saisonabhängig – regelmäßig Direktverbindungen mit einer Flugzeit von etwa 1,5 bis 2 Stunden. Vom Flughafen aus fahren Züge, U-Bahnen oder Expressbusse in die Innenstadt; von den großen Bahnhöfen (etwa Victoria oder Waterloo) ist die Abtei per Underground oder zu Fuß erreichbar. Eine Anreise mit dem Zug aus Deutschland ist via Brüssel und Eurostar nach London St Pancras möglich, erfordert aber mindestens einen Umstieg; die Deutsche Bahn und internationale Anbieter geben dazu zeitlose Verbindungen an. - Öffnungszeiten
Westminster Abbey ist grundsätzlich von Montag bis Samstag tagsüber für Besichtigungen durch Besucher geöffnet; sonntags ist die Kirche überwiegend Gottesdiensten vorbehalten und für touristische Rundgänge nicht zugänglich. Die genauen Öffnungszeiten variieren je nach Saison, Gottesdiensten, Staatsempfängen und besonderen Anlässen. Die Abtei weist ausdrücklich darauf hin, dass sich Besucher vorab auf der offiziellen Website informieren sollten, da es kurzfristige Änderungen geben kann. Es empfiehlt sich, eher früh am Vormittag zu kommen, um den größten Andrang zu vermeiden. - Eintritt und Tickets
Für den regulären Besuch von Westminster Abbey wird ein Eintrittsgeld erhoben, das vor Ort oder online entrichtet werden kann. Die Abtei und britische Tourismusinstitutionen empfehlen, Tickets vorab online zu reservieren, um Wartezeiten zu reduzieren. Die Preise unterscheiden zwischen Erwachsenen, ermäßigten Kategorien und Familienkarten und werden in britischen Pfund ausgewiesen; durch Wechselkursschwankungen lässt sich der Betrag in Euro nur grob angeben. Wer ausschließlich einen Gottesdienst besuchen möchte, kann die Kirche in der Regel ohne Eintrittsgeld betreten; in diesem Fall ist die Besichtigung jedoch auf den Gottesdienstbereich beschränkt. Aktuelle Eintrittspreise sollten immer direkt bei Westminster Abbey geprüft werden, da sie sich ändern können. - Beste Reisezeit und Tageszeit
London ist grundsätzlich ein Ganzjahresziel. Die Monate Mai bis September bieten meist milderes Wetter, bringen aber auch höhere Besucherzahlen mit sich. Gerade im Sommer ist Westminster Abbey vormittags und zur Mittagszeit stark frequentiert. Viele Reiseführer empfehlen, direkt zur Öffnung oder am späten Nachmittag zu kommen, wenn der Andrang etwas nachlässt. In der Advents- und Weihnachtszeit sowie rund um große Staatsereignisse kann es zu Einschränkungen kommen, dafür sind dann besondere Gottesdienste und Konzerte erlebbar. Wer die Abtei in einer ruhigen Atmosphäre erleben möchte, kann den Besuch mit der Teilnahme an einem Evensong (Abendgebet mit Chor) verbinden – Informationen dazu stellt die Abtei auf ihrer Website bereit. - Sprache, Zahlung, Trinkgeld
In Westminster Abbey selbst wird Englisch gesprochen; deutschsprachige Audioguides oder Informationsmaterialien sind nach Angaben der Abtei und großer Reiseverlage in der Regel verfügbar, wobei das Angebot aktuell auf der Website zu prüfen ist. In London ist Englisch natürlich die Hauptsprache, doch an touristischen Orten kommen Besucher mit Englisch sehr gut zurecht; viele Beschäftigte haben Erfahrung mit internationalen Gästen. Für die Bezahlung in London ist eine Kredit- oder Debitkarte mit internationaler Funktion sehr hilfreich. In Großbritannien werden bargeldlose Zahlungen – auch mit Smartphone und Smartwatch – sehr breit akzeptiert, häufig sogar bevorzugt. Trinkgeld wird in Restaurants und Taxis erwartet (etwa 10–15 %, wenn kein Service Charge enthalten ist); beim Ticketkauf für Sehenswürdigkeiten ist Trinkgeld unüblich. - Kleiderordnung und Verhalten
Westminster Abbey ist trotz hoher Besucherzahlen ein sakraler Raum. Es wird erwartet, dass Besucher sich respektvoll verhalten, lautstarke Unterhaltungen vermeiden und angemessene Kleidung tragen (Schultern und Knie sollten möglichst bedeckt sein). Die Abtei weist darauf hin, dass das Sitzen auf historischen Monumenten und das Berühren von Grabplatten oder Skulpturen nicht gestattet ist. Während Gottesdiensten ist das Umhergehen stark eingeschränkt; fotografieren ist in vielen Bereichen der Kirche untersagt oder nur ohne Blitz erlaubt. Vor Ort informieren Schilder und das Personal über die aktuellen Regeln. - Fotografie und Sicherheit
Die Fotoregeln werden von Westminster Abbey festgelegt und können sich ändern. Häufig ist das Fotografieren im Inneren eingeschränkt oder nur in bestimmten Bereichen erlaubt, um die liturgische Atmosphäre zu schützen und die Kunstwerke vor Lichtbelastung zu bewahren. Besucher sollten sich an die Hinweise des Aufsichtspersonals halten. Sicherheitskontrollen am Eingang – inklusive Taschenkontrollen – sind üblich, ähnlich wie an anderen großen Londoner Sehenswürdigkeiten. Es empfiehlt sich, größere Gepäckstücke im Hotel zu lassen. - Einreisebestimmungen und Gesundheit
Für Reisen ins Vereinigte Königreich sollten deutsche Staatsbürger und andere Bürger der DACH-Region die aktuellen Einreise- und Visabestimmungen beim Auswärtigen Amt (auswaertiges-amt.de) bzw. den entsprechenden Behörden in Österreich und der Schweiz prüfen. Seit dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union haben sich die Regelungen verändert und können sich weiter anpassen. Eine gültige Krankenversicherung mit Auslandsabdeckung wird empfohlen; innerhalb Großbritanniens ist das Gesundheitssystem öffentlich organisiert, aber Aufenthalte können ohne entsprechende Versicherung kostspielig sein. - Zeitzone und Zeitverschiebung
London liegt in der Zeitzone Greenwich Mean Time (GMT) beziehungsweise British Summer Time (BST) in den Sommermonaten. Damit beträgt die Zeitverschiebung zur Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) in der Regel ?1 Stunde. Wer also aus Deutschland anreist, „gewinnt“ bei der Hinreise eine Stunde, verliert diese aber bei der Rückreise wieder. Diese scheinbar kleine Differenz kann bei der Planung von Flugzeiten, Einlassfenstern und Abendveranstaltungen eine Rolle spielen.
Warum Westminster Abbey auf jede London-Reise gehört
Für viele Reisende aus Deutschland ist London zunächst mit Big Ben, Tower Bridge und dem London Eye verbunden. Wer jedoch verstehen möchte, wie sich Geschichte, Monarchie, Religion und Kultur im Vereinigten Königreich über Jahrhunderte miteinander verschränkt haben, kommt an Westminster Abbey nicht vorbei. Die Kirche wirkt wie ein dreidimensionales Geschichtsbuch: Jeder Gang durch das Kirchenschiff, jede Kapelle, jede Gedenkplatte verweist auf eine andere Epoche.
Ein Besuch lässt sich hervorragend mit anderen Sehenswürdigkeiten im Umfeld verbinden. In unmittelbarer Nachbarschaft liegen die Houses of Parliament mit Big Ben, die neugotische Kirche St Margaret’s Church und der Parliament Square mit Statuen bedeutender Politikerinnen und Politiker aus aller Welt, darunter Winston Churchill und Nelson Mandela. Etwas weiter nördlich schließen sich die Einkaufsstraßen rund um Trafalgar Square und Covent Garden an, südlich führt die Uferpromenade der Themse zu Attraktionen wie dem London Eye oder dem Kulturzentrum Southbank.
Reiseführer wie Marco Polo, der ADAC Reiseführer oder Merian betonen übereinstimmend, dass Westminster Abbey trotz des hohen Besucheraufkommens Momente der Stille ermöglicht – insbesondere in den Kreuzgängen und im College Garden, einem der ältesten Gärten in London. Gerade für Besucherinnen und Besucher aus Deutschland, die gotische Kathedralen kennen, bietet sich hier ein spannender Vergleich: Während der Kölner Dom vor allem durch seine gewaltige vertikale Wirkung beeindruckt, liegt die Faszination von Westminster Abbey stärker in der Vielfalt der Gräber, Gedenktafeln und kunstvollen Details auf engem Raum.
Ein weiterer Grund für einen Besuch ist die Möglichkeit, eine traditionelle anglikanische Liturgie zu erleben. Der Evensong – das abendliche Chorgebet – ist für viele Besucher ein Höhepunkt, weil die Musik des Chors in der exzellenten Akustik des Kirchenraums besonders intensiv wirkt. Anders als bei einer reinen Besichtigung steht hier der geistliche Charakter der Abtei im Mittelpunkt. Die Teilnahme ist in der Regel kostenfrei, räumlich aber auf bestimmte Sitzbereiche begrenzt.
Auch wer sich für moderne politische Geschichte interessiert, gewinnt in Westminster Abbey eine zusätzliche Perspektive: Gedenktafeln für Opfer von Konflikten, für Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und für wichtige gesellschaftliche Bewegungen zeigen, wie sich Großbritannien selbst versteht. So finden sich etwa Erinnerungszeichen an Missionare, Abolitionisten der Sklaverei, Politiker und Sozialreformer – ein Panorama der britischen Zivilgesellschaft.
Für Familien mit Kindern ist Westminster Abbey ein guter Einstieg in die britische Geschichte. Viele Angebote – etwa Audioführungen – sind auch für jüngere Besucher aufbereitet. Die Fülle an Statuen, Wappen und Symbolen bietet viele Anknüpfungspunkte, um über Könige, Entdeckungen und Literatur ins Gespräch zu kommen. Gleichzeitig lässt sich der Besuch zeitlich gut planen: In ein bis zwei Stunden sind die wichtigsten Bereiche erkundet; wer tiefer eintauchen möchte, kann mehrere Stunden in den Kapellen und Kreuzgängen verbringen.
Westminster Abbey in den sozialen Medien: Reaktionen, Trends und Eindrücke
In den sozialen Medien ist Westminster Abbey ein dauerhaftes Motiv – insbesondere seit der Krönung von König Charles III. teilen Reisende und Medien regelmäßig Perspektiven aus dem Innenraum, Detailaufnahmen der Grabmäler oder Momentaufnahmen aus dem Evensong. Viele Beiträge aus dem deutschsprachigen Raum zeigen, wie stark sich London-Besucher von der Mischung aus royaler Aura und spiritueller Atmosphäre anziehen lassen.
Westminster Abbey — Reaktionen, Stimmungen und Trends in den sozialen Medien:
Häufige Fragen zu Westminster Abbey
Wo genau liegt Westminster Abbey in London?
Westminster Abbey befindet sich im Stadtteil Westminster im Zentrum Londons, in unmittelbarer Nähe zum Palace of Westminster (Houses of Parliament) und zur Themse. Der nächstgelegene U-Bahnhof ist „Westminster“, von dem aus die Abtei in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar ist.
Wie alt ist Westminster Abbey und wer hat sie gegründet?
Die Wurzeln von Westminster Abbey reichen bis in das 10./11. Jahrhundert zurück. König Eduard der Bekenner ließ an dieser Stelle eine große Klosterkirche errichten, die um 1065 geweiht wurde. Der heute sichtbare gotische Kirchenbau entstand vor allem ab Mitte des 13. Jahrhunderts unter König Heinrich III., der die Abtei zu einer königlichen Memorialkirche ausbauen ließ.
Kann man Westminster Abbey auch ohne Eintrittsgebühr besuchen?
Für die touristische Besichtigung von Westminster Abbey wird ein Eintrittsgeld erhoben. Wer jedoch ausschließlich an einem Gottesdienst teilnehmen möchte – etwa am Evensong – kann die Kirche in der Regel ohne Eintritt betreten, hat dann jedoch keinen Zugang zu allen Bereichen und Grabstätten. Die Abtei empfiehlt, sich vor dem Besuch auf der offiziellen Website über die aktuellen Regelungen zu informieren.
Was sind die wichtigsten Highlights im Inneren der Westminster Abbey?
Zu den Höhepunkten zählen die Königsgräber im Altarraum, der „Coronation Chair“, der „Poets’ Corner“ mit Gräbern und Gedenktafeln für bedeutende Schriftsteller, die prachtvolle Henry VII’s Lady Chapel mit ihrem Fächergewölbe sowie der Kreuzgang und der ruhige College Garden. Hinzu kommen Gräber und Gedenkplatten für Persönlichkeiten wie Isaac Newton, Charles Darwin und den „Unknown Warrior“.
Wann ist die beste Zeit für einen Besuch der Westminster Abbey?
Die beste Zeit für einen Besuch sind meist die frühen Vormittagsstunden direkt nach Öffnung oder der späte Nachmittag, wenn der größte Andrang nachlässt. In den Sommermonaten und während der Schulferien ist mit besonders vielen Besucherinnen und Besuchern zu rechnen. Wer die spirituelle Seite der Abtei erleben möchte, kann einen Evensong-Gottesdienst besuchen, der meist am späten Nachmittag oder frühen Abend stattfindet. Konkrete Zeiten und mögliche Einschränkungen werden auf der Website der Abtei veröffentlicht.
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